Keine Straßensammlungen für Sperrmüll mehr in Jena? |

Keine Straßensammlungen für Sperrmüll mehr in Jena?

Sperrmüll Februar 2013 TNetzbandt Jenapolis

Jena. Zweimal im Jahr haben Jenaer Haushalte die Möglichkeit, ihren Sperrmüll zu entsorgen. Noch, denn der für die Entsorgung zuständige Eigenbetrieb Kommunalservice Jena (KSJ) möchte das ändern. Künftig sollen die Jenaer beim KSJ anrufen. Dann wird der bereit gestellte Sperrmüll abgeholt. Gründe für das Ändern des Angebots gibt es einige:

Vielfach werden die Gegenstände durch Unbefugte, private wie auch gewerbliche, mitgenommen. Das an sich wäre schon schlimm genug, wenn nicht dabei die aufgehäuften Gegenstände umgestapelt würden und dabei eine Gefahrenquelle entstünde. Außerdem richteten bestimmte Materialsammler Schäden an: Kupferablenkspulen an alten Röhrenfernsehern würden vielfach abgeschlagen, der zerstörte Rest bleibt verteilt am Boden zurück. Bei Kühlschränken laufen bei Defekten Schadstoffe ungehindert in die Umwelt aus.

Neben Meiningen-Schmalkalden gehört Jena zu den wenigen Städte, die an einem Termin pro Halbjahr bei der Straßenmüllentsorgung festhalten. Mit speziellen Müllwagen, die eine Pressvorrichtung im Inneren haben, wird der Müll abgeholt. Einen großen Nachteil hat die Straßensammlung: Auf die Frage, wann genau in welcher Straße der Sperrmüll abgeholt wird, kann kein Datum genannt werden.

Das Sammeln von Sperrmüll nach Abruf wird derzeit bereits praktiziert: Besonders Wohnungsgenossenschaften mit zugerümpelten Kellerräumen riefen häufig bei KSJ an, damit die Entsorgung vorgenommen wird. Für Jenaer ist es außerdem immer möglich, während der Öffnungszeiten auf den Wertstoffhöfen ihren Sperrmüll kostenlos  zu entsorgen.

Für die Jenaer könnten Mülltonnen für Elektro-Schrott hinzukommen. Ein weiteres Problem gibt es beim Biomüll: Laubsäcke können anonym abgestellt werden, häufig würden diese in Gewerbegebieten stehen. Weil 30 Prozent des Mülls in Jena aus Bioabfall bestehen – jährlich 120 Kilogramm pro Kopf in Jena, der Durchschnitt liegt in Thüringen bei 70 Kilogramm pro Kopf – werden seitens KSJ auch Lösungen diskutiert.

5 Kommentare zu "Keine Straßensammlungen für Sperrmüll mehr in Jena?"

  1. „Vielfach werden die Gegenstände durch Unbefugte, private wie auch gewerbliche, mitgenommen. Das an sich wäre schon schlimm genug, wenn nicht dabei die aufgehäuften Gegenstände umgestapelt würden und dabei eine Gefahrenquelle entstünde.“ Fraglich ist, warum hier wieder einmal, aus falscher -political correctness- nicht der oder die -Gefahrenverursacher- beim Namen genannt werden?
    „Außerdem richteten bestimmte Materialsammler Schäden an: Kupferablenkspulen an alten Röhrenfernsehern würden vielfach abgeschlagen, der zerstörte Rest bleibt verteilt am Boden zurück. Bei Kühlschränken laufen bei Defekten Schadstoffe ungehindert in die Umwelt aus.“ Kupfer ist ein wertvoller Rohstoff, der nur in Spuren in unserer heimischen Erde vorkommt. Ich weiß nicht, wieviele Tonnen dieses Materials jährlich importiert werden müssen, um unsere Wirtschaft am Laufen zu halten. Deshalb ist es eigentlich lobenswert, wenn dieser Rohstoff in den Wertekreislauf zurückkehrt. Allerdings sollte dies durch Fachkräfte, die eine entsprechende Qualifikation besitzen, und unter entsprechenden Bedingungen in Werkstätten erfolgen. Wer vor zwei Jahrzehnten noch in ukrainischer oder litauischer Erde nach Kartoffeln und Rüben gewühlt hat, einen Führerschein und einen LKW erworben und möglicherweise keinen Beruf erlernt hat, erscheint mir zumindest, von der Ausführung der für jeden sichtbaren „Arbeiten“ auf den Sperrmülltouren ausgehend, reichlich wenig qualifiziert. Aber, was richtet der Rufer in der Wüste …
    Oder, von den Kühlschränken werden die Befüllpatronen (Kupfer), die Kompressoren (Elektromotoren) und vielleicht sogar die innen befindlichen Kühlschlangen (Aluminium) herausgeschnitten, um die so gewonnenen (?) Rohstoffe für den Lebensunterhalt auf dem wahrlich komfortbefreiten Parkplatz am Griess beim Schrotthändler umzusetzen.
    – Nix verstehn ? –
    Dann frage man eine der schraubenden Fachkräfte nach der Uhrzeit !


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  2. nichtwähler: was gibt es dann für eine Lösung ?
    Keine Straßensammlung heißt für mich nur der Müll landet in irgendwelchen nicht definierbaren Ecken. Und Kühlschränke gehören gar nicht in diese Sammlung , die werden heute schon auf Bestellung von KSJ abgeholt.


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  3. konservativ-kritisch | 29. Oktober 2012 um 11:48 | Antworten

    Ironischerweise existieren diese Probleme zum Teil ja nur, weil sich die Bürger nicht an die Aushänge halten. So verweisen die Aushänge stets darauf, dass elektronische Geräte gesondert entsorgt werden müssen. Dennoch landen sie stets auf den Sammelplätzen vom Sperrmüll. Das Gleiche trifft zu auf Kartonagen und Papier, Farbabfälle usw., kurz: man kann ja den Sammlern das Fehlverhalten vorwerfen. Primäre Ursache für das Elektroschrott- und Kühlschrankproblem ist aber das Fehlverhalten der Bürger. Denn beides hat auf dem Sperrmüll vor dem Haus nichts zu suchen, wie ja auch eindeutig auf den Aushängen angegeben ist.


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  4. “Vielfach werden die Gegenstände durch Unbefugte, private wie auch gewerbliche, mitgenommen. Das an sich wäre schon schlimm genug, wenn nicht dabei die aufgehäuften Gegenstände umgestapelt würden und dabei eine Gefahrenquelle entstünde.”

    Ich halte diese Aussage für wenig sachdienlich, wenn nicht sogar arg überdenkenswert. Zum einen sind Sperrmüllhaufen an sich Gefahrenquellen, egal ob sie nun umgestapelt werden oder nicht. Zum anderen hab ich persönlich immer ein angenehmes Gefühl dabei, dass viele der Gegenstände, die ich und meine Mitbürger gern loswerden würden, anderen Menschen weiterhelfen und weiter genutzt werden. Erstrecht wenn diese „Anderen“ zu den Armen dieser Gesellschaft zählen und sich nicht dauernd neue Wohnungseinrichtungen o.ä. leisten können. Auch Studenten sind wahrscheinlich dankbare Abnehmer für alte Möbel. Die „Wegwerfgesellschaft“ ist doch mittlerweile sprichwörtlich geworden und ich finde es typisch deutschen Bürokraten-Unfug, den Sperrmüll lieber mit großem Aufwand zu verwerten oder zu vernichten, als in Kauf zu nehmen, dass sich so mancher Bedürftige einfach bedient.
    Es ist außerdem richtig, dass Kühl- und Elektrogeräte gar nicht auf den Sperrmüll gehören. Warum das dann trotzdem von KSJ mitgenommen wird, weiss ich nicht. Ein entsprechendes Sammelsystem für hochwertig recyclebaren Schrott (dazu würden auch z.B. massenhaft alte Handys gehören) wäre sicher sinnvoll. Je weniger wertvolle Rohstoffe auf der Strasse liegen, umso weniger Interesse werden auch gewerbliche Sammler an den Sperrmüllsammlungen haben.

    @nichtwähler
    „Wer vor zwei Jahrzehnten noch in ukrainischer oder litauischer Erde nach Kartoffeln und Rüben gewühlt hat, einen Führerschein und einen LKW erworben und möglicherweise keinen Beruf erlernt hat“
    Sie beklagen zwar, dass aus falsch verstandener political correctness Probleme nicht beim Namen genannt werden, verbergen aber selbst ihr im Grunde ausländerfeindliches Ressentiment hinter Stammtischformulierungen. Es wäre sicher ein Fortschritt anzuerkennen, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt unter deutschen Wohlstandsverhältnissen leben und einfach sehen müssen, wie sie über die Runden kommen. Und warum soll mein altes Bett nicht einer ukrainischen Familie gute Dienste leisten, anstatt es ignorant den Problemen dieser Welt gegenüber von KSJ zerschreddern zu lassen? Und im übrigen gibt es auch hierzulande Leute, die in Erde nach Kartoffeln und Rüben wühlen, man nennt die Bauern und sie produzieren die Lebensmittel, die Sie im Supermarkt kaufen. *kopfschüttel*


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  5. Jenaer und Jenenser freuen sich | 29. Oktober 2012 um 21:37 | Antworten

    Man predigt Wasser und trinkt Wein.
    Die Wachstums-Sozialwirtschaft verfechtenden Politiker sprechen von Nachhaltigkeit!
    Es ist keine Wegwerfgesellschaft, denn es ist eine Wegwerf-Hierarchie.
    Sogar den „Müll“ behält man uns vor. In diesem Müll sind auch viele kulturelle Erbstücke enthalten. Die auf diesem Weg häufig erhalten blieben. Es bleibt nur noch ebay, wo Fundstücke dieser Gattung, zufällig für die Nachwelt erhalten bleiben.
    Die KSJ wird schon das richtige für sich heraussuchen.Es ist ja als Müll Eigentum des Eigenbetriebes und nicht mehr dem Volk sein eigen.
    Da es Wirtschafts-Wachstumsförderer sind und man nicht erkennt was erhaltenswert
    sein könnte wird die Nachhaltigkeit wie häufig bei vielen Handlungen als ein neudeutsches Wort zum Alibi benutzt.

    Geoge Orwell bezeichnete das als Doppeldenk.

    Viele Gegenstände wurden auch liebevoll am Straßenrand präsentiert, um jemanden eine Finderfreude zu bereiten. Oder es tat den Leuten leid
    alles zu vernichten. Aber alles was Freude macht darf nicht mehr sein.
    Es scheint jedenfalls so.
    Es gab einmal einen Schrotthandel, wo man Geld für seine Metalle ect.
    bekam. Ein Weg wäre,wenn man für das nicht verwertbare direkt bezahlen müsste
    oder wie beim Auto die Entsorgungskosten durch den Hersteller bezahlen
    lassen (was ja sowieso der Käufer beim Erwerb bezahlen muss).
    Eine Pauschale wie es jetzt ist, wird wie vieles undurchschaubar berechnet.
    Es ist ja ein Eigenbetrieb, der eigen sein darf.


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