Kontakt eines V-Manns zur Terrorzelle NSU wäre neue Dimension |

Kontakt eines V-Manns zur Terrorzelle NSU wäre neue Dimension

CDU-Fraktion-Th-Landtag

Erfurt.  „Wenn sich zeigen sollte, dass tatsächlich ein V-Mann nachweisbare Kontakte zur Terrorzelle NSU unterhalten hat, erhielte der Fall eine neue Dimension.“ Das hat der Obmann der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag im Untersuchungsausschuss Rechtsterrorismus und Behördenhandeln, Jörg Kellner, zu Presseberichten gesagt, denen zufolge der V-Mann des LKA Berlin Mitte der 90er Jahre Sprengstoff an spätere Mitglieder des NSU geliefert hat. Wie er weiter sagte, „stellt sich überdies die Frage, ob die Regeln zur Anwerbung und Führung von V-Leuten nicht grundsätzlich neu durchdacht werden müssten.“

Thomas S. hat nach Presseangaben eine lange Spitzel-Karriere hinter sich. So informierte er nach eigenen Angaben bereits in der DDR die Polizeiabteilung K1 über Gewalt in Hooligangruppen des FC Karl-Marx-Stadt. Von Ende 2000 bis 2011 soll ihn das LKA Berlin als V-Mann geführt haben. Mitte der 90er Jahre will er Uwe Mundlos Sprengstoff geliefert haben. Ob S. Kenntnisse über den Unterschlupf der Terrorzelle gehabt hat oder um deren Verbrechen wusste, ist nicht geklärt.

„Der Fall des V-Manns Thomas S. zeigt erneut, dass diese Art der Informationsbeschaffung ein zweischneidiges Schwert ist“, kommentierte Kellner den Befund. Für ihn unterstreichen die neuen Erkenntnisse, „dass es hohe Zeit ist, für einen bundesweit koordinierten Einsatz der V-Leute und klare Regeln zu sorgen“, so wörtlich. Es sei Aufgabe des Berliner Abgeordnetenhauses und des Bundestagsuntersuchungsausschusses, in diesem Fall für mehr Klarheit zu sorgen. Es stehe zu hoffen, dass sich die im Raum stehende Möglichkeit nicht bewahrheite.