Machnig: Abkühlung der Wirtschaftsentwicklung |

Machnig: Abkühlung der Wirtschaftsentwicklung

Matthias Machnig

Erfurt. „Es gibt eine Abkühlung der Konjunktur in Deutschland“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig heute angesichts der aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik zum Wirtschaftswachstum im 1. Halbjahr 2012. „Davon ist auch Thüringen betroffen.“ Das sei wesentlich der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Euroraum geschuldet. Mit einem Wachstum von 0,1 Prozent liegt die Thüringer Wirtschaftleistung im 1. Halbjahr 2012 nur leicht über dem Niveau des 1. Halbjahres 2011.

Nach wie vor sei die Industrie als „Herzstück“ der Thüringer Wirtschaft aber robust aufgestellt. Auch im zurückliegenden Halbjahr 2012 habe sie die Wirtschaftsentwicklung in Thüringen getragen. So liegt der Freistaat bei der Umsatzentwicklung mit +2,2 Prozent ebenso über dem Schnitt der neuen Länder (+0,8 Prozent) wie bei der Beschäftigungsentwicklung (Thüringen: +4,1 Prozent, neue Länder: +3,5 Prozent).

Insgesamt aber zeigt sich erneut ein deutliches Gefälle der Wirtschaftsleistung zwischen alten und neuen Bundesländern. Mit 1,2 Prozent ist das durchschnittliche Wachstum in Westdeutschland dreimal so hoch wie im Schnitt der neuen Länder. Dies bestätigt einmal mehr die Ergebnisse einer kürzlich vom Wirtschaftsministerium vorgestellten Studie zum „Zukunft Ost“:

„Der Aufholprozess der neuen Länder ist seit einigen Jahren zum Stillstand gekommen“, sagte Machnig. Es gebe eine unverändert große Kapital-, Investitions- und Innovationslücke gegenüber den alten Bundesländern. „Wir brauchen eine breite Debatte über eine ‚Strategie 2030’, die neue Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Ländern gibt.“

Gerade angesichts der Eintrübung der Konjunktur und zunehmender Abwärtsrisiken müssten die Anstrengungen zur Schaffung international wettbewerbsfähiger, zukunftsgerichteter Wirtschaftsstrukturen in den neuen Ländern konsequent fortgesetzt werden. „Wir brauchen weiterhin private und öffentliche Investitionen auf hohem Niveau“, so Machnig.