Machnig: Arbeitsmarkt auf stabilem Niveau trotz geringerer Dynamik |

Machnig: Arbeitsmarkt auf stabilem Niveau trotz geringerer Dynamik

Matthias Machnig

Erfurt. „Der Arbeitsmarkt in Thüringen ist auf einem stabilen Niveau“, sagte der Thüringer Arbeitsminister Matthias Machnig. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,0 Prozent im September 2012 ist die Quote um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat August (8,3 Prozent) zurückgegangen. Dieser deutliche Rückgang gehe vor allem auf das neu begonnene Ausbildungsjahr zurück. Gleichzeitig habe sich im September die Langzeitarbeitslosigkeit um knapp 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat verringert; allerdings gegenüber dem Vorjahr (September 2011) um 1,4 Prozent erhöht. Der Zugang an gemeldeten Stellen wiederum habe leicht abgenommen. Machnig: „Dies sind Indizien dafür, dass die abnehmende wirtschaftliche Dynamik auch den Arbeitsmarkt erreicht hat.“ Die Konjunkturabschwächung komme auf dem Arbeitsmarkt zuerst bei den schwächsten Gruppen an.

Der Sockel der Langzeitarbeitslosigkeit bewege sich damit auf einem gleichbleibend hohen Niveau (35,5 Prozent der Arbeitslosen). „Das zeigt: Das Landesarbeitsmarktprogramm und die Initiative ‚Thüringen braucht dich’ werden als Werkzeuge zur Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit gebraucht“, sagte Arbeitsminister Matthias Machnig.

Im Bundesländervergleich liegt Thüringen im Mittelfeld: Mit einer Quote von 8,0 Prozent habe Thüringen weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit innerhalb der ostdeutschen Bundesländer. Gleichzeitig bewege sich der Freistaat mit 0,1 Prozent Unterschied weiterhin auf NRW-Niveau (7,9 Prozent). Im Vergleich mit den westlichen Bundesländern habe Thüringen seit längerem Bremen (11 Prozent) hinter sich gelassen. Innerhalb der Landesgrenzen gibt es einen auffälligen Sprung im Kyffhäuserkreis: Hier lag die Arbeitslosenquote im September bei 11,3 Prozent – das ist eine Verbesserung um 0,8 Prozent gegenüber dem September 2011 und der größte Sprung im Vergleich mit den anderen Kreisen. Machnig: „Der Kyffhäuserkreis macht deutlich: Es gibt trotz der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit Verbesserungen.“

Aber: Trotz des insgesamt stabilen Niveaus sei die Zweiteilung des Arbeitsmarktes in Thüringen ein gravierendes Problem. Auf der einen Seite befänden sich die qualifizierten, gut bezahlten und unbefristeten Jobs, auf der anderen Seite die niedrig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse und die Langzeitarbeitslosigkeit. „Das darf nicht hingenommen werden: Politik und Wirtschaft müssen daran arbeiten, diese Spaltung zu überwinden“, sagte der Arbeitsminister. Allein Initiativen wie ‚Thüringen braucht dich’ verbessern die Durchlässigkeit: Sie richtet sich an junge Erwachsene bis 35 Jahre, die eine neue Chance brauchen und eine Aus- oder Weiterbildung machen wollen. Rund 600 junge Erwachsene konnten zwischen Mai und September in Aus- oder Weiterbildung vermittelt werden. Machnig: „Thüringen muss sich öffnen für Arbeitnehmer, die nicht den geraden Weg hinter sich haben, aber mit Hilfe und Unterstützung zu motivierten, qualifizierten Fachkräften werden.“