Theaterhaus Jena erhält „Preis für herausragendes Engagement 2012“ |

Theaterhaus Jena erhält „Preis für herausragendes Engagement 2012“

My heart will go on 18

Erfurt. Der Flüchtlingsrat Thüringen vergibt zum Tag des Flüchtlings am 28.9.2012 erneut den Preis für herausgehobenes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen. Preisträger ist in diesem Jahr das Theaterhaus Jena, das in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsselbstorganisation The Voice Refugee Forum das Theaterstück „My heart will go on“ aufführte und die „Woche der Widerständigkeit“ organisierte.

Den „Preis für herausragendes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen“ erhalten Menschen, die sich seit langer Zeit und/ oder in besonderem Maße für die Rechte von Flüchtlingen und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation einsetzen.

Mit dem Theaterstück „My heart will go on“* ist es dem Theaterhaus Jena in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen und The Voice gelungen, „ein heikles und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenes Thema“ aufzugreifen: „Das entwürdigende Dasein von Flüchtlingen in Deutschland.“ (Marcus Schulze, OTZ, 31.03.12). Das Stück feierte am 29.03.2012 Premiere.

„Dabei offenbaren sich binnen neunzig Minuten all die nicht einmal mehr nur latent rassistischentwürdigenden Praktiken der Asylpolitik, wie sie hierzulande seit vielen Jahren betrieben werden.“ (Christian Baron, nachtkritik.de, 30.03.2012).

Nachdem im April bekannt wurde, dass zweien der DarstellerInnen die Abschiebung drohte, organisierte das Theaterhaus Jena eine „Woche der Widerständigkeit“ rund um das Theaterstück: Neben den Vorstellungen wurden vom 08. bis 12. Mai 2012 unterschiedlichste Veranstaltungsformen gewählt, um „Zeit und Raum für Begegnungen“ mit den DarstellerInnen der Produktion sowie UnterstützerInnen und AktivistInnen zu schaffen.

„Einsamkeit, Isolation, Kriminalisierung und Aufbegehren. Unsere Produktion ‚My heart will go on’ erzählt von Flüchtlingen, ihrer alltäglichen Situation in Thüringen zwischen Behördenalltag und psychischer Zermürbung. Und von ihrem Widerstand – ein Thema, das Diskussionen hervorruft und Begegnungen nötig macht wie kein zweites.“ (Quelle: Flyer zur Woche der Widerständigkeit).

Mit den Aufführungen, häufig begleitet durch Einführungen in das Stück bzw. an die Vorstellung anschließenden Publikumsgesprächen, den „Hausmeistergesprächen“ und „Asyldialogen“, in denen sich Mitwirkende und DarstellerIn-nen den Fragen von Interessierten stellten, mit Filmveranstaltungen, einer Ausstellung und weiteren Aktionen und Veranstaltungen schufen die PreisträgerInnen ein Podium für die Belange in Thüringen lebender Flüchtlinge.

Damit – mit der Verbindung von Kunst und Politik – gelang, worum Flücht-lings(selbst)organisationen häufig vergeblich kämpfen: dass die Öffentlichkeit Anteil nimmt, sich viele Menschen für die Belange von Flüchtlingen interessieren und von deren Lebenssituation und Problemen erfahren.

„Es sind solche Schicksale, die mangels Lobby überwiegend unbeleuchtet blei-ben. Dank des Jenaer Ensembles aus Laien und Profis ändert sich dies an diesem Abend…“ (Christian Baron, nachtkritik.de, 30.03.2012)

Das Theaterhaus Jena hat gemeinsam mit The Voice durch „My heart will go on“ und die „Woche der Widerständigkeit“ die Voraussetzung für das geschaffen, was für in der Bundesrepublik lebende Flüchtlinge mit am Wichtigsten ist: die Aufmerksamkeit für unmenschliche Lebensverhältnisse und Solidarität.

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