Die „Kreativen“ in Jena wollen sich nicht mehr vertreiben lassen – Aufruf zur Freiraum Demo |

Die „Kreativen“ in Jena wollen sich nicht mehr vertreiben lassen – Aufruf zur Freiraum Demo

Jena im Wandel

Jena. Wir haben uns in den vergangenen Jahren in den Nischen der Stadt ein Zuhause gesucht. Ob in den alten Bahnanlagen im Caleidospheres oder in verschiedensten Hausprojekten. An jenen Orten, in welchen wir uns Freiräume schufen, blühte innerhalb kurzer Zeit ein kreatives Feuerwerk. Hier konnten Menschen zwischen der Rolle des Erschaffendenen und der des Konsumierenden nahtlos wandeln. Es wurde experimentiert, Wohnen und Leben verbunden und eine offene Plattform für ALLE geschaffen.

Doch wir werden ständig aus den geschaffenen Räumen vertrieben. Hügelstraße, Wiesenstraße, Neugasse, Caleidospheres, Inselplatz – verschwunden! oder bald begraben? In Jena tobt ein Verdrängungskampf gegen Orte, an denen Mensch einfach Mensch sein kann und eigene Kultur schafft. Fakt ist leider, wir verlieren zu oft. Wir müssen nicht Eins sein. Aber einig!

Deshalb werden wir am Mittwoch den Versuch unternehmen, offensiv in die Öffentlichkeit zu gehen und für eigene Lebensentwürfe einzutreten!

Freiraum-Demo am Mittwoch, 3. Oktober 20 Uhr auf dem Inselplatz – Aufruf an alle Freunde der Kultur = zur Facebook Einladung

Wir müssen systematisch den Profitinteressen verschiedener Unternehmen oder Personen weichen, oder werden unter dem Label der Stadterneuerung und Umgestaltung im „Sinne zukunftsfähigerer“ Konzepte eingestampft. Freiräume wollen sich nicht recht in das bürgerliche Bild einordnen lassen. Die Stadt muss bewusst ein Interesse an diesen Formen des gesellschaftlichen Miteinanders entwickeln! Deshalb dürfen wir nicht tatenlos zusehen wie uns diese, für eine Stadt lebenswichtigen Orte, genommen werden.Wir rufen euch alle dazu auf, mit uns gemeinsam am Mittwoch, den 3. Oktober 20 Uhr ein Zeichen zu setzen. Wir wollen uns den Raum, den wir brauchen, aneignen und symbolisch einen Platz „besetzen“. Wir wollen mit euch gemeinsam auf dem Inselplatzparkplatz einen temporären Freiraum errichten: mit Volxxküche, Samba, kreativen Aktionen, Musik, open-mic und vorallem euch.

Bringt bitte Kerzen mit, was ihr sonst noch tragen könnt und lasst eurer Kreativität freien Lauf!

17 Kommentare zu "Die „Kreativen“ in Jena wollen sich nicht mehr vertreiben lassen – Aufruf zur Freiraum Demo"

  1. Dann hoffe ich, dass man euch hören wird. Solidarische Grüße aus Paris!


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  2. Junge Menschen, die alternative Lebenswege schaffen, dürfen nicht vertrieben werden. Nur Menschen, die nicht an die Zukunft künftiger Generationen denken, tun so etwas. Neue Wege sind wichtig, und Initiativen wie die am Inselplatz sind eine Möglichkeit, Platz für die Zukunft zu schaffen. Gerade diese alternativen Formen der Jugend- und Subkulturen sind das, was Jena für junge Leute ausmacht. Der Verlust des Hauses am Inselplatz ist ein Paradebeispiel für die Unterdrückung von innovativen Subkulturen durch die etablierte Hochkultur des Geldes. Dagegen gilt es, sich zu wehren. Es ist schließlich unsere Zukunft und unser Leben!


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  3. Nach Sonnenuntergang am Tag der Deutschen Einheit auf dem Inselplatz wird das entweder eine geschlossene Veranstaltung oder es könnte Ärger wegen der möglichen Abreise der Gäste aus Erlangen geben.


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  4. Aus der Landeshauptstadt | 28. September 2012 um 20:22 | Antworten

    Da bin ich ja mal gespannt, ob das im geplanten Elitedorf funktionieren wird…


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  5. Aussage (sinngemäß) eines jungen Kulturschaffenden aus einer anderen thüringer Stadt: die in Jena haben soviel Geld, die können sogar das Alternativsein simulieren und inszenieren. Wir haben kein Geld, wir sind von uns aus authentisch.

    In diesem Sinne: auf zu neuen Hochglanzpalästen!


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  6. @wegzügler: wir haben in der jenaer subkultur auch kein geld, aber im gegensatz zu anderen orten haben wir im, wirtschaftlich prosperierenden, jena zusätzlich auch keine räume, einfach, weil es nahezu keinen leerstand gibt. es geht uns hier keineswegs um neue, teure hochglanztrallalas, eine dreckige, alte güterhalle am bahnhof oder ein runtergekommenes haus mit nem kleinen keller an der saale wären schon völlig ausreichend. mit inhalten bekommen wir solche immobilien im handumdrehen voll, wenn wir sie erstmal nutzen dürfen; das haben wir in der vergangenheit mehrfach unter beweis gestellt. und dabei brauchen wir auch nicht übermäßig viel geld, weil wir uns nämlich untereinander vernetzen und gegenseitig unterstützen. was wir nicht kaufen können oder wollen, machen wir uns dann einfach selbst.
    richte das bitte dem „jungen Kulturschaffenden aus einer anderen thüringer Stadt“ aus. danke


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  7. @ unanbeatbar

    Dass ihr auch kein Geld habt, ist mir bekannt. Mein Eintrag sollte nur darstellen welches Image Jena von ausserhalb auf diesem Gebiet bereits jetzt schon geniesst. Ein aus Sicht unabhängiger, ehrlicher und authentischer Kunst offenbar katastrophales. Und es wird nicht besser dadurch dass ein Objekt nach dem anderen das als Kunstort geeignet wäre meistbietend „veredelt“ wird.


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  8. Wegzügler hat recht, Jena fehlen Künstler, Kreative Köpfe, die hier alles etwas bunter machen. In Berlin kann über Nacht in einer Fußgängerzone miteinmal ein Garten wachsen, wie nennt man das gleich grüncaching oder so ähnlich. Uns fehlt Spontanität und viel bunt. Aber wo soll es auch herkommen,hier hat wieder unanbeatbar sehr richtig geschrieben, wo sollen die jungen und alten Kreative hin ? Man hat auch das Mehrgenerationenhaus in der Erfurter Straße meistbietend verkauft.
    In Jena sind nur Berufsgruppen von unseren Parteifunktionären erwünscht, die viel Geld zum Grundstückskauf haben und die 10 € und mehr je m² Wohnfläche bezahlen können. Neuer Höchstpreis übrigens, wenn man dort mal weiter baut, sind z.Z. 14 € je m² kaltmiete bei den Sonnenhöfen, aber nicht für Läden, nein für Wohnraum. Und das bei einer jenaer Wohnungsgenossenschaft, also kein privater Immobilienhai aus dem Westen.
    Diese Probleme hat man nun in Gera nicht. Es soll aber Bürgermeister geben, die Probleme in ihrer Stadt versuchen zu lösen, diese Unterstützung fehlt in Jena auch, da man ja keine Macht über die KIJ GmbH, kommunale Immobilien mehr hat.
    Aber mal eine andere Idee, fragt doch mal nch was macht eigentlich das Alte Gut in Burgau, wäre das etwas zum Aus- und Umbauen. ´Wer hat da denn eigentlich die Hände draus, steht ja seit einiger Zeit leer.


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  9. Liebe Anne,

    wo habe ich behauptet, „Jena fehlen Künstler, Kreative Köpfe, die hier alles etwas bunter machen“?

    Ich habe nur etwas verschlüsselt geschrieben dass die Bedingungen zur (legalen) Entfaltung in jena besonders mies sind, weil jedes Objekt sofort vergoldet wird. König-Midas-Stadt halt.


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  10. Richtig, da die Bedingungen hier so mies sind, kommen von außen gar keine neuen Künstler hierher. Selbst Start up Unternehmen haben es nicht einfach. Versuchen Sie mal einzelne kleine Büroräume zu finden. Da muß man meist gleich über 100 m² anmieten. Sind die Räume kleiner , geht gleich der m² preis hoch. Deshalb gehen junge Künstler lieber gleich nach Berlin (hier beginnt allerdings in gewissen Lagen auch der Verdrängungswettbewerb) oder Leipzig, hier werden von start ups oft ganze alte Häuser ganz offiezell in Patenschaft genommen. Die Eigentümer haben oft nicht das Geld zu sanieren, sparen so aber die Nebenkosten, wie Grundsteuer und so weiter. Ok Jena ist viel kleiner, aber hier sollte die Größe einer Stadt eigentlich eine kleinere Rolle spielen. Nun hat Jena bekanntlich wenig unsanierte Objekte, wenn dann fliegen die gewerblichen Mieter so auch Grietgasse raus und die Stadt verkauft lieber die Häuser. Da dies für sie die einzige Entwicklung ist bleiben nun mal etliche auf der Strecke. Wo bitte sollen Vereine , Künstler und Kreative in Jena Räumlichkeiten finden ? Deswegen wird die Personengruppe auch nicht mehr sondern eher weniger.
    Wenn Jena nicht endlich einen Standort für ein Vereinshaus bzw. Haus für Soziales benennt, wird es noch schwerer, Objekte zu finden. Schade für kreative Köpfe gibt es in dem Rathaus keine Lobby.

    Wann sind sie eigentlich aus Jena weggezogen, sollte dies schon einige Zeit her sein, muß ich ihnen leider mitteilen, dass sich die Mieten stabilisiert haben. Egal ob Wohnung oder Büro, die Mieten beginnen bei mindestens 8 € oft auch schon bei 10 € kalt.


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  11. Ich habe gerade diese Plattform entdeckt. Hier läßt sich sehr schön diskutieren.
    Die Probleme die Jena hier aufzeigt, gibt es in sehr vielen Städten. Hauseigentümer sind hier nicht zimperlich, in Hanburg gibt es ganz rüde Methoden. Mir war nur nicht bekannt, dass dies hier auch so extrem schon ist, da ich nur ab und zu Jena besuche. Vor allem lese ich hier heraus, dass es keine privaten Eigentümer in Jena sind, die hier kündigen, sondern die Stadt Jena selber. Das ist schon krass. Ich finde , dass sich Jena sehr schön herausgeputzt hat. man sieht hier wirklich kaum unsanierte Häuser, alles glänzt. Besonders nett ist auch die Goethgalerie, wenn ich bummele dann hier. Danach geht es zum Abendessen in die Wagnergasse. Dies ist mein Standardprogramm geworden. Man sieht, das es Jena gut geht. Um so verwunderter bin ich, dass es hier kein Kunst-Vereinshaus gibt, wo man auch vielleicht für 3 – 4 € als Verein einmieten kann. Eigentlich müßte doch eine Stadt wie Jena wenigstens ein solches Objekt zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen können. Arm ist Jena nun nicht. Gibt es hier für ein Kreativ-haus kein Sponsoring ? Gibt es keine Stiftung oder ähnliches? Wäre nicht auch die Ernst-Abbe-Stiftung mal Ansprechpartner. Diese haben ja auch Grundstücke und Immobilien. Dies ist doch eine Stiftung und es sollte doch machbar sein zusammen mit der kommunalen Abteilung für Kultur und Soziales etwas auf die Beine zu stellen. Spricht man sich in Jena nicht ab? Das liest sich hier alles sehr traurig.
    Den Kreativen wünsche ich viel Erfolg und vor allem Ausdauer.
    Ich hoffe hier muß nicht zum letzten Mittel wie in Hamburg gegriffen werden. Hier haben Senioren ihr Domizil, eine Begegnungsstätte besetzt, hier sollte auch verkauft und saniert werden. Wie es aktuell dort aussieht kann ich leider nicht sagen.


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  12. Nun, im MDR sprach Dr. schröter um die Sorge der sozialen Durchmischung. So nehmt ihn doch beim Wort und laßt Euch einen neuen Standort am besten mit einem 99 jährigen Erbpachtvertrag im Zentrum von Jena vorschlagen, wie ihr meint kann es ja eine unsanierte Brache sein, es wird sicher schwierig, aber es gibt doch hier so Immobilienexperten, gibt es da keine Vorschläge ?


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  13. Jenaer und Jenenser freuen sich | 2. Oktober 2012 um 02:40 | Antworten

    „GELENKTE FREI-ZEIT – DDR-Lebenswelten in der Ära Honecker“

    Man ist heute noch immer genau so weltfremd unkreativ und bewegt sich auf den Spuren der deutschen demokratischen Honeckerrepublik, so die jetzigen Verwalter in Jena haben scheinbar immer noch die gleiche Platte aufgelegt.Lebensferne!

    http://www.archiv-buergerbewegung.de/index.php/ausstellungen/71-gelenkte-frei-zeit-ddr-lebenswelten-in-der-aera-honecker


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  14. Es ist Aufgabe einer Stadt auch Räumlichkeiten für die Kreativwirtschaft zur Verfügung zu stellen, bitte nicht auf altem Ausruhen, wie das Volkshaus. Ein Glück das wir in Jena einmal Ernst Abbe hatten. Abbe war vor 80 Jahren ja schon weiter, wie unsere Regierung.
    Und heute, das Volkshaus wurde von der KIJ annektiert.


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  15. Freu mich immer über Freiraumpioniere (das sind die Initiatoren dieser Demo) und komme auch vorbei … zumindest bis das Kind ins Bett muss.


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  16. aber heute is doch champions league.


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  17. liebe anne guerilla-gardenning kann jeder ganz einfach selbst betreiben. nicht einfach auf ne freigabe „von oben“ warten.(ist ja heutzutage generell, im kreativ-kulturschaffenden bereich im speziellen ne ganz blöde idee). im damenviertel im alten wenigenjena usw entstehen immer mehr parkbuchtbäume. kauf dir ein paar blümchen, pflanz die des nächtens an und erfreue dich am ächsten tag deiner kreativität :D

    BTW warum habendie bäume in der hugo schrade str seit neuesten so seltsame blechmarken? sind die bei der bundeswehr? oder ist das der TÜV?


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