Spitzenforscher folgt dem Ruf nach Jena |

Spitzenforscher folgt dem Ruf nach Jena

Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph (Mitte) erhielt die Ernennungsurkunde von Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke (links). Als Vertreter des Landes Thüringen war Staatssekretär Prof. Dr. Thomas Deufel anwesend. Foto: Anne Günther/FSU

Jena. Die Universität Jena verstärkt ihre Expertise auf dem Feld der Altersforschung: Am heutigen Freitag (28. September) erhielt der renommierte Altersforscher Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph von Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke seine Ernennungsurkunde. Dicke sagte: „Mit Herrn Rudolph wird die Altersforschung in Jena jünger, kräftiger und sicher erfolgsträchtiger.“

Karl Lenhard Rudolph ist damit Hochschullehrer an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der 42-jährige Wissenschaftler fungiert zudem seit Februar 2012 als wissenschaftlicher Leiter des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena. Thüringens Wissenschaftsminister Christoph Matschie unterstreicht: „Mit der Berufung von Prof. Rudolph ist es uns gelungen, einen der renommiertesten Altersforscher Deutschlands für Thüringen zu gewinnen. Das ist einmal mehr ein Beleg für die hohe Attraktivität unseres Wissenschaftsstandortes. Mit Prof. Rudolph werden wir in den kommenden Jahren die Leistungsfähigkeit des Forschungslandes Thüringen weiter stärken.“

Prof. Dr. med. Karl Lenhard Rudolph studierte in Göttingen Biologie und Medizin. Der heute 42-Jährige baute im Rahmen des Emmy Noether-Programms 2001 an der Medizinischen Hochschule Hannover eine eigene Arbeitsgruppe auf, erhielt 2006 eine Heisenberg-Professur und übernahm 2007 den Lehrstuhl für Molekulare Medizin sowie die Leitung der Max-Planck-Forschungsgruppe für Stammzellalterung an der Universität Ulm. Rudolph ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Alternsforschung.

Schwerpunkt der Forschungen Rudolphs ist die Telomerverkürzung, die bei jeder Zellteilung auftritt. Telomere sind jene DNA-Motive, die sich an den linearen Chromosomenenden befinden. Besonders im Fokus steht das Enzym Telomerase, das diese Verkürzung der Telomere einschränkt und damit eine häufigere Zellteilung ermöglicht. Das lässt sich besonders in sogenannten Stammzellen beobachten, weshalb das Enzym auch als „Jungbrunnenenzym“ bezeichnet wird. Für seine wegweisenden Arbeiten zur Telomerverkürzung erhielt Prof. Rudolph 2009 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Diese Auszeichnung ist die bedeutendste deutsche und mit 2,5 Mio Euro zugleich international höchstdotierte Ehrung.

Das Jenaer Forschungsinstitut, das Prof. Rudolph leitet, hat 2000 erfolgreich an der Sequenzierung des menschlichen Genoms mitgearbeitet und u. a. zur Entzifferung der Chromosomen 8, 21 und X beigetragen. Ende 2004 erfolgte die Neuausrichtung des Institutes zum ersten deutschen Forschungsinstitut, das sich der biomedizinischen Altersforschung widmet und molekulare Mechanismen von Alterungsprozessen altersbedingten Krankheiten untersucht. Die über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut untersuchen z. B. Modellsysteme der Alterung und Gewebebiopsien, um in Zusammenarbeit mit Biologen, Medizinern und Mathematikern grundlegende humanrelevante Mechanismen der Alterung zu entschlüsseln.

Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph möchte den Fokus ergänzend auf die Stammzellalterung und die Genomintegrität richten. Beides sind Prozesse, die sowohl für nachlassende Organfunktionen als auch das ansteigende Krebsrisiko im Alter von grundlegender Bedeutung sind. Der Spitzenforscher Rudolph sieht „enorme Gestaltungsmöglichkeiten am Standort Jena“. Ziel seiner Arbeit werde es sein, das FLI zu einem international führenden Institut auf dem Gebiet der Altersforschung weiterzuentwickeln.