Innenminister diffamiert Ostdeutsche; Das Problem ist gesamtdeutsch |

Innenminister diffamiert Ostdeutsche; Das Problem ist gesamtdeutsch

npd-verbot

Erfurt. Zu den Äußerungen des Bundesinnenministers Friedrich über den angeblich durch Neonazis unterwanderten Osten Deutschlands erklärt der Thüringer LINKE Vize Sandro Witt:

„Die Aussagen des Innenministers über die Unterwanderung der ostdeutschen Gesellschaft durch Neonazis sind eine gezielte Diffamierung ostdeutscher Menschen. Der Innenminister weiß genau was er da sagt. Alle vorliegenden wissenschaftlichen Studien bspw. der Friedrich Ebert Stiftung haben nachgewiesen, dass fremdenfeindliche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft fest verankert sind. Dabei ist die Himmelsrichtung egal. Der „Bayerische CSU Stammtisch“, den Herr Friedrich ja durchaus besser kennt als ich, hat die gleichen rassistischen Vorurteile wie ein Stammtisch in Südthüringen oder Westsachsen. Das Problem rechtsextremer Einstellungen ist überall in der Gesellschaft.“

Friedrich soll sich als Vorbild endlich mit den rassistischen Einstellungen auch in seiner Partei auseinandersetzen.

„Ob Beckstein, Stoiber oder andere CSU Politiker. Jeder ist schon mal mit ausländerfeindlichen Sprüchen aufgefallen. Ganze Websites werden damit gefüllt. Der Aufschrei bleibt aus nachvollziehbaren Gründen aus. Wenn Herr Beckstein sagt, dass der Zuzug von Ausländern begrenzt werden muss, klatscht der Großteil der Gesellschaft Beifall. Aber Herr Friedrich schimpft lieber über den Osten. Das ist nicht nur ärgerlich sondern eines Bundespolitikers nicht würdig. Entweder hat er wirklich keine Ahnung von der gesamtdeutschen Situation oder er provoziert bewusst. Beides wäre aus meiner Sicht fatal.“

NPD Verbot löst Problem nicht, ist aber der erste richtige Schritt. Nähe von NPD Funktionären zu NSU Mördern wird immer wahrscheinlicher. NPD muss endlich verboten werden.

„Immer häufiger ist im Zusammenhang mit der NSU Aufklärung von ehemaligen NPD Funktionären zu lesen, die sich in unmittelbarer Nähe zu den 3 NSU Kernmitgliedern aufhielten und diese mutmaßlich unterstützten. Der NPD muss endlich der öffentliche Geldhahn zugedreht werden. Herr Friedrich soll sich auf die Aufklärung des NSU Terrors konzentrieren und hier für schonungslose Aufklärung sorgen. Dafür ist er gewählt und nicht für das Beschimpfen von seinen Mitbürgern.“

13 Kommentare zu "Innenminister diffamiert Ostdeutsche; Das Problem ist gesamtdeutsch"

  1. Bei Friedrichs Behoerden sind doch eine Menge von denen angestellt ….. Die kann man so versuchen, zu schützen.
    Billige Polemik.


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  2. konservativ-kritisch | 30. September 2012 um 22:59 | Antworten

    Das Traurige (oder, wenn man so will, das Lustige) ist ja nicht einmal Friedrichs „Diffamierung“ der Ostdeutschen. Denn was sagte denn Friedrich?:

    „Friedrich verwies darauf, dass Deutschland sich als Export-orientiertes Land und angesichts des Fachkräftemangels Ausländerfeindlichkeit überhaupt nicht leisten könne. „Wenn wir unsere Waren überall in der Welt verkaufen wollen, müssen wir uns auch gegenüber an unserem Land interessierten Menschen offen zeigen.“

    Offenheit und Toleranz dienen Friedrich demnach als Verkaufsargument. Würde Deutschland NICHT überall seine Waren verkaufen, spreche – in der Logik Friedrichs – wohl auch nichts gegen Ausländerfeindlichkeit. Der Kaiser (bzw. in diesem Falle der Innenminister) könnte gar nicht nackter sein, denn mit diesem Argument entblößt er sich selbst. Weswegen ich mich, aufgrund eines schmerzlichen Fremd- Schämens, dann doch lieber abwende.


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  3. Dann kann Herr Friedrich doch nach Jena kommen. In der Stadt wird in den Cafe schon mal eher englisch wie deutsch gesprochen. Das liebe ich so an Jena , die Vielfalt der Menschen. Und die jungen Leute haben öfter ein Lächeln im Gesicht, wir Deutschen sind doch oft viel zu ernst. Und das obwohl wir zu den reichsten Ländern der Welt gehören.
    Rechts boomt doch nur auf dem Land, wo die herkömmlichen alten Parteien die Jugendhäuser wegen Geldmangel geschlossen hat.
    Wenn dann ein Nazi einen alten Hof saniert und für die Jugend öffnet, wo es auf dem Land keine Perspektive gibt, wie kann man das bemängeln ?

    Und was unser Nazi-Trio aus Jena angeht, wird doch gerade geprüft ob es vielleicht mehr V-Männer gab als gedacht. Der Verfassungsschutz stellt sich aber auch blöd an. STasi-Spitzel sind wohl alle in Rente gegangen ? Man gibt den Nazis für halbe Infos auch noch Geld zum Waffenkauf, ha,ha,ha


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  4. Jenaer und Jenenser freuen sich | 1. Oktober 2012 um 12:28 | Antworten

    Ist nicht Herrn Friedrichs Umfeld auch unterwandert?
    Warum denn dann das z.B.?:

    -„Friedrich tauscht Führungsspitze der Bundespolizei aus“
    Da keine eindeutigen Aussagen kamen, muß man annehmen hier
    wird schon wieder etwas vertuscht

    -Warum über Jahrzehnte und bei der Aufklärungskampanie ständige Vertuschung und falsche Mordspuren

    -Warum wurde von Berlin aus nichts unternommen um wie bei einem einzelnen Mord eine Aufklärung durchzuführen
    Hier war es Serienmord

    Es wäre doch brisanter und dringender für unser Land diese Mordaufklärung mit aller Kraft zu forcieren. Aber eine Polizeibeteiligung bei der Ausbildung von Afghanen in Afghanistan ist wesentlich notwendiger?!


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  5. @susi.töpfer

    Sie schreiben: „Das liebe ich so an Jena , die Vielfalt der Menschen. Und die jungen Leute haben öfter ein Lächeln im Gesicht, wir Deutschen sind doch oft viel zu ernst.“

    Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass das Zuordnen von menschlichen Eigenschaften zur Herkunft des Passes dieses Menschen Rassismus ist – egal, ob es sich dabei um von Ihnen als „schlecht“ oder „gut“ empfundene Eigenschaften handelt.


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  6. Dies ist kein Rassismus, sondern ich spreche über Charaktere verschiedener Völker. und wir Deutsche sind nun einmal öfter Bierernst.
    Gerade habe ich einen Beitrag über einen wissenschaftlichen Angestellten – aus Asien kommend – am Beutenberg gelesen:

    die Südeuropäer sind sehr offen aber nicht besonders gut organisiert, wir deutschen sind sehr gut organisiert, aber etwas verschlossener – nicht so offen, die Schweden wiederum sind auch sehr gut organisiert und dazu noch offen.
    Dies nur mal so nebenbei.


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  7. @fußballfan ist das vielleicht der positive rassismus den der ängstliche herr autor aus münchen ansprach und uns susi hier nocheinmal schön demonstriert? :D


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  8. einfachnurVater | 1. Oktober 2012 um 16:31 | Antworten

    Unseren Herrn Innenminister empfinde ich als politisch unfähig. Unsere Sicherheitsbehörden haben im Umgang mit rechtsextremer Gewalt schlicht versagt. Und dennoch hat eben der Osten Deutschlands ein ganz besonderes Problem mit Rechtsextremismus sowie dem gesselschaftlichen Umgang mit diesem Phänomen. Darüber zu reden ist richtig und wichtig!!!


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  9. Jenaer und Jenenser freuen sich | 1. Oktober 2012 um 18:10 | Antworten

    Wenn man bei diesem Thema mal die Daumenvergabe Daumen nach unten betrachtet kann man sehen, dass es wichtiger ist, die Meinung der Bürger zu beobachten als die Nazimordserie aufzuklären.Wer soll sonst noch die Missbilligung bekunden?


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  10. Da jeder gute Text mit einer gelungenen Provokation zu beginn hat, werde ich diesen Text mit den zwei bis heute für den Ossi an sich kennzeichnenden Charaktereigenschaften beginnen lassen: Erstens: Stets seiner eignen Benachteiligung bewusst und diese von jedem anderen auch bestätigt wissen zu wollen. Und Zweitens: Bis zur Pathologie reichende Kritikunfähigkeit. Also kurz: kritikunfähiger Jammerossi.

    Aber jetzt zum Thema: Seit nun mehr über zwanzig Jahren tobt in Deutschland regelmäßig ein rechter Mob und versetzt andere Menschen in Angst und Schrecken, verletzt Menschen und selbst Mord und Totschlag sind schon lange keine abstrusen Ausnahmen mehr. Seit nun mehr zwanzig Jahren haben im wiedervereinigten Deutschland Menschen täglich und permanent und Formen des alltäglichen Rassismus der Mitte der Gesellschaft zu leiden. Seit nun mehr über zwanzig Jahren werden Sonntagsreden gegen die rechtsextreme Gewalt gehalten…

    Doch wehe jemand spricht in diesem Zusammenhang mal Klartext. Denn eine wichtige Eigenschaft des Klartextsprechens ist, dass diese Rede Schuldige und Verantwortliche benennt. Doch in Deutschland darf man das nicht – denn es wird regelmäßig zurückgebissen. Und noch schlimmer ist natürlich, wenn die Verantwortlichen in den neuen Bundesländer leben.

    Doch einige Fakten können schlicht nicht bestritten werden: rassistische Ausschreitungen, die an Pogrome erinnern, sind ein rein ostdeutsches Phänomen. Im Westen gab es natürlich auch tötliche Brandanschläge auf Ausländer, doch diese wurden von feigen Einzeltätern in der Dunkelheit der Nacht begangen – also schlicht kriminelle Taten. Im Osten dagegen tobte der Mob vor Unterkünften von ausländischen Menschen teils tagelang, unter dem donnernden Applaus der Anwohner wurden Menschen gejagt, Brandsätze geworfen und offene Gewalt gegen Ausländer angewendet. Auch wenn diese schlimmen Exzesse heute seltener geworden sind, ist jedes ostdeutsches Vo0lksfest für Menschen mit der falschen Hautfarbe eine wirkliche Gefahr, jede dörfliche Ansammlung beim Schützenfest eine Gefahrenquelle für Menschen, die dem gängigen deutschen Feindbild entsprechen. Die ostdeutsche Kleingartenkultur ist in weiten Teilen eine provinzielle Form der rassistischen Wochenendfeierabendbeschäftigung.

    Ein deutliches Zeichen für die hinterwäldlerische Haltung der ostdeutschen Menschen ist die Tatsache, dass diese immer wieder Jena als Beispiel einer multikulturellen Stadt in Ostdeutschalnd benennen meinen zu müssen. Jena – multikulturell??? Waren diese Menschen mal in Essen, Duisburg, Hamburg, Köln, München, Frankfurt oder Berlin?

    Bis heute ist es leider richtig und wahr: Die traurige Realität ist, dass in Ostdeutschland deutschnationale, rassistische und rechtsextreme Gedanken wesentlich offener vertreten werden, offener Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern auf wesentlich weniger Widerstand stößt, der Alltagsrassismus in Ostdeutschland ganz normaler Bestandteil des täglichen Lebens ist – und ja, damit bin ich wieder am Anfang: Wenn es jemand wagt auszusprechen wird geschimpft und gejammert. Das stimmt ja nicht – auch im Westen gibt es Nazis, und außerdem sind wir ja alle so arm und mussten so unter der Vereinnahmung durch den Westen leiden – wir wollen o gerne zurück in die beschauliche und so gemütliche DDR – und wenn das nicht geht, lasst uns wenigstens unsere Jungs….

    In diesen Diskussionen erwische ich mich immer wieder dabei: Ich schäme mich ein ostdeutscher Mensch zu sein!


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  11. Und was hilft die Scham, dieses Problem zu tilgen.
    Egal, wer rechtS hat, Max Headroom beschrieb es schoen.
    Es nuetzt den „gewählten Herrschenden“ mehr als es schadet.
    Uns sollte Abneigung gegen den braunen Sumpf einen … Egal wo wer herkommt …..

    Naja bleibt wohl ein Tagtraum …. Hab ich als Wessi zu viel gejammert ? :-))


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  12. Was die Äußerung Friedrichs betrifft: hat er sich jemals die Exportnation Japan angeschaut, insbesondere was die „Buntheit“ und „Weltoffenheit“ angeht? Dem Handeltreibenden und den meisten Käufern ist es ganz im Gegensatz völlig egal, woher sie ein begehrtes Gut erwerben.

    @Ossi
    jedes ostdeutsches Vo0lksfest für Menschen mit der falschen Hautfarbe eine wirkliche Gefahr, jede dörfliche Ansammlung beim Schützenfest eine Gefahrenquelle für Menschen, die dem gängigen deutschen Feindbild entsprechen

    Harter Tobak. „Jede dörflich Ansammlung“ (jaja, die ostdeutschen Rednecks, so wie wir sie aus “Easy Rider“ kennen, nur eben sächselnd, oder was?)
    Man kann es auch übertreiben mit der Pauschalisierung. Aber andererseits: warum sollte man seine konsistenten Vorurteile durch die Realität trüben lassen?


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  13. Ausländerfeindlichkeit ist nach einer Langzeitstudie der Universität eine bundesweit verbreitete Einstellung. Während Rechtsextremismus in Ostdeutschland vor allem ein Jugendproblem sei, seien in Westdeutschland die älteren Jahrgänge negativ gegenüber Ausländern eingestellt. Die Umfrage ergab, dass im Osten „im langjährigen Mittel” fast 32 Prozent der Befragten ausländerfeindlichen Aussagen zustimmen. Im Westen sind es gut 23 Prozent. Für die repräsentative Studie wurden in den Jahren 2002 bis 2012 rund 17 000 Deutsche befragt.
    bild.de, 25.03.2013


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