Eklat im Berufsbildungsausschuss der IHK Gera |

Eklat im Berufsbildungsausschuss der IHK Gera

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Gera. Nach Eklat im Berufsbildungsausschuss der IHK Gera wendet sich Berufsbildner des DGB Thüringen Sandro Witt an Rechtsaufsicht und Thüringer Wirtschaftsminister.

Sandro Witt vom DGB Thüringen hat das Vertrauen verloren. Nach dem er im Berufsbildungsausschuss der IHK Ostthüringen einige bildungspolitische Aussagen des IHK Abteilungsleiters Aus- und Weiterbildung thematisieren wollte, sorgte dieser für einen Eklat in der Sitzung des Berufsbildungsausschuss. Der Kammervertreter hatte mit öffentlichen Äußerungen über „Jugendliche denen nicht mehr zu helfen sei“ und der Forderung nach „weniger Abitur“ das Missfallen der Arbeitnehmervertreter im Kammerausschuss auf sich gezogen.

„Als wir als gleichberechtigte Arbeitnehmerbank die Aussagen im Ausschuss thematisieren wollten hat der Abteilungsleiter der Kammer eigenmächtig die Sitzung abgebrochen und die Arbeitgebervertreter zur exklusiven Abstimmung vor die Tür gebeten. Dieses Verhalten ist durch nichts zu entschuldigen. Anstatt zu den Aussagen intern im Ausschuss Stellung zu nehmen, hat der Kammervertreter lieber in Kauf genommen, sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten. Die gesetzliche Aufgabe des Ausschusses ist zu allen Fragen der beruflichen Bildung eine gemeinsame Position der Arbeitnehmer- und Arbeitgeber zu finden. Der Kammervertreter hat diesen Prozess der Meinungsbildung zu moderieren und die Beschlüsse intern und öffentlich zu kommunizieren. Ich bin richtig sauer und mein Vertrauen ist absolut dahin.“

Witt hat sich mit einem Brief an den Wirtschaftsminister Matthias Machnig gewendet und bittet darin um rechtliche Klärung des Vorgangs.

„Mehrere Anläufe zur Klärung wurden von der Kammer abgeblockt. Ich sehe keine andere Möglichkeit mehr. Für solche Fälle gibt es die Rechtsaufsicht, die wird für Klarheit sorgen. Mein Vertrauen in den Abteilungsleiter als Moderator und auf Ausgleich verpflichteten Kammervertreter wird dadurch aber nicht wieder hergestellt“, erklärt der Berufsbildungsexperte des DGB abschließend.