IHK Südthüringen muss Bedingungen von Anwerbeaktion in Spanien offenlegen |

IHK Südthüringen muss Bedingungen von Anwerbeaktion in Spanien offenlegen

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Erfurt. Der DGB Hessen-Thüringen hat die Südthüringer Arbeitgeber aufgefordert, ihre aktuelle Fachkräfte-Anwerbeaktion in Spanien vollständig offenzulegen. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell: „Wir haben eine Menge von Fragen zu dieser Aktion. Und wir erwarten, dass sie beantwortet werden. Werden die spanischen Fachkräfte zu Tarifbedingungen eingestellt? Nach ersten Berichten sollen die Spanier für 1.000 Euro im Monat arbeiten. Ist das eine Halbtagstätigkeit? Wäre es Vollzeit, würde es einen Lohn von 5,80 Euro in der Stunde bedeuten. Das wäre Lohndumping! Und das lassen wir ihnen nicht durchgehen.“ Weiter erinnerte Körzell daran, dass auch im ersten halben Jahr einer Beschäftigung ein angemessener Lohn bezahlt werden müsse. Die Probezeit gelte im Übrigen nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer. Sie könnten sich ebenso entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen sie arbeiteten.

Dies sei absolut nicht die Art von Arbeitnehmerfreizügigkeit, die sich die Gewerkschaften vorstellten. Körzell weiter: “Wir sind ja für die Freizügigkeit in Europa. Aber die Arbeit muss anständig bezahlt werden. Es kann nicht sein, dass sich die Südthüringer Wirtschaft die massive Arbeitslosigkeit in Spanien zunutze macht, die Leute herholt und sie hier ausbeutet. Da mit gefährden sie Arbeitsplätze in Unternehmen, die sich an Tarifverträge halten und ihre Beschäftigten ordentlich bezahlen.“

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