Abbruch an der Bahnsteigkante: Landesregierung und Bahn bremsen Fernverkehr aus |

Abbruch an der Bahnsteigkante: Landesregierung und Bahn bremsen Fernverkehr aus

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Erfurt. Auf Antrag der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN berichtete die Landesregierung im Verkehrsausschuss des Landtages am Mittwoch, dem 10.10.2012 über die geplanten Bahnsteigverkürzungen in Jena-Göschwitz und Jena-West. In ihrem Bericht berief sich die Landesregierung darauf, dass ein Bahnsteigerhalt in jetziger Länge nur möglich sei, wenn ein entsprechender Fernverkehr bestellt werde. Dies sei jedoch laut Landesregierung nicht zu erwarten.

„Damit werden verkehrspolitische Optionen für Jena auf lange Sicht im wahrsten Sinne des Wortes verbaut“, entgegnet Jennifer Schubert, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion und kritisiert damit den mangelnden Einsatz von Verkehrsminister Carius. Schubert fordert daher alle Beteiligten auf, die Planungen sowohl für den Umbau als auch für die zukünftige Nutzung zu überdenken und zu konkretisieren.

Laut Carius werden, wenn überhaupt Fernverkehr, höchstens Intercity-Doppelstockzüge auf der Strecke fahren. Für diese Züge sind kürzere Bahnsteige ausreichend. Schubert gibt zu bedenken, dass das Land für diese Züge auf jeden Fall Geld zuschießen muss. „Angesichts der geplanten Elektrifizierung der Strecke bis Gera sollte die Option eines reinen Fernverkehrs deshalb nicht ausgeschlossen werden“, so Schubert.

Das Eisenbahn-Bundesamt hat indes beim Thüringer Landesverwaltungsamt ein Planfeststellungsverfahren beantragt. Geplant ist die Verkürzung der nutzbaren Länge der Bahnsteige 1 und 2 am Bahnhof Jena-West von derzeit 260 Meter auf 170 Meter. Am Bahnhof Jena-Göschwitz soll die nutzbare Länge der Bahnsteige 4 (Gleis 10) und 5 (Gleis 12) von derzeit 260/275 Meter auf 170 Meter verkürzt werden.

2 Kommentare zu "Abbruch an der Bahnsteigkante: Landesregierung und Bahn bremsen Fernverkehr aus"

  1. Damit hat Carius endgültig die Maske fallengelassen. Er tut nicht nur nichts für Jena, sondern er befördert aktiv den Rückbau.


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  2. Ist HerrFür diese Antwort müßte Herr Carius Prophet sein. Oder woher will er heute so genau wissen, welche Züge in Zukunft auf dieser Strecke fahren werden? Solche Investitionen macht man für 50 Jahre und mehr, kann er soweit in die Zukunft blicken? Abgesehen davon gibt es keinen bestellten Fernverkehr. Da kann jedes Unternehmen fahren, das will. Übrigens auch mit Sonderzügen. Ob er wohl vorher mit allen gesprochen hat? Alles in allem ist diese Antwort ein Armutszeugnis. Sie zeigt Inkompetenz und Ignoranz. Hier werden die Interessen der zweitgrößten Thüringer Stadt von einem gewählten Volksvertreter mit Füßen getreten.


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