Auf der Suche nach der Sportstadt Jena! |

Auf der Suche nach der Sportstadt Jena!

Sportstadt Jena

Jena. Es ist nun in Jena nicht so, dass wir nicht wüssten was zu tun ist. Wir haben über die Jahre für jede kleinste Aktivität der Bürger Studien in vielfältiger Anfertigung und Ausprägung erstellt oder erstellen lassen. Aber Studien reichen letzten Endes nicht aus, um immer die vernünftigste Richtung zu finden. Nehmen wir das aktuelle Beispiel „Sportstadt Jena“. Wir wissen durch den Sportentwicklungsplan aus dem Jahre 2009 sehr gut, wie wir sportlich in Jena dastehen. Aber trotzdem verschwindet der Sport immer mehr aus der Jenaer Öffentlichkeit, jedenfalls aus der Sicht von Politik und Verwaltung. Das zeigt auch eine Anfrage im letzten Stadtrat, gestellt durch die Jenaer Stadtsportbundchefin Elisabeth Wackernagel (CDU). Schon die Überschrift der Anfrage ist wegweisend: „Licht-Stadt Jena gegen Sport-Stadt Jena“. Dabei geht es um den neuen Internetauftritt der Stadt Jena, wo man den Sport „fast“ vergeblich sucht. Frau Wackernagel bringt es in der Anfrage auf den Punkt: Die Darstellung unter der Rubrik ‚Sport und Freizeit‘ ist ein Nebenprodukt, denn der gesamte Sport in Jena ist mehr als eine Freizeitbetätigung, die gerade „noch so“ im Team Sozialplanung dargestellt wird. Selbst im Ressort des Sportbürgermeisters Dezernat IV, Herrn Schenker, finden sie keinen Hinweis zum Sport oder zur Sportverwaltung in der Stadt Jena. Wer unter dem Hinweis Familie, Bildung und Soziales denkt, etwas zur Sportverwaltung zu finden, hat sich getäuscht. Keinen Hinweis auf Strukturen des Sports in der Verwaltung, welcher doch nach Aussage von Herrn Dr. Schröter so wichtig in der Stadt sei. Es reicht eben nicht, nur die Startpistole in die Hand zu nehmen und ein gutes Werk für die Jenaer Sportfamilie sei getan.“

Da ist wohl auch der Koalitionspartner der SPD sichtlich verwirrt bzw. sauer. Noch dazu weil ja der eigene Dezernent Schenker (Familie, Bildung & Soziales – ehemals auch Sportdezernent) auch aus den Reihen der CDU kommt. Aber ist das vielleicht nur ein Versehen? Noch zur Vertragsunterzeichnung der neuen Mehrzweckhalle meinte Jenas OB Schröter: „Das ist ein großer Fortschritt für die Sportstadt Jena, der der Stadt sehr gut tun wird“. Auch gibt es seit dem 1. April einen Sportkoordinator bei der Stadt, der für die Fortschreibung des Sportentwicklungsplans zuständig ist.

Für den Bau einer Schwimmhalle für Jena in Jena-Nord!

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Ebenso beschloss der Stadtrat in seiner letzten Sitzung den Bebauungsplan „Sport und Erholungskomplex Jenzigweg“ unter der Bezeichnung „Schulstandort Jenzigweg“ weiter fortzuführen. BUM! Einfach so und ohne weitere Debatte. In der Begründung heißt es in der Beschlussvorlage: „Nach Vorliegen einer im Auftrag des Dezernates Familie und Soziales in Auftrag gegebenen Expertise zur Entwicklung der Schülerzahlen in Jena wurde ein Bedarf an zusätzlichen Schulen erkennbar. Eine Prüfung des Stadtgebietes auf Flächenverfügbarkeiten und Einzugsbereiche der Schüler ergab, dass unter anderem mit dem Areal am Jenzigweg ein geeigneter Standort verfügbar ist. Synergieeffekte ergeben sich u.a. in der Lage zum Postsportplatz und zum Ost- bad sowie bei der Schulentwicklung in Zusammenarbeit mit den benachbarten Schulen. Die Vorteile der Anbindung an den offenen Landschaftsraum und den Saaleweg wurden ebenso berücksichtigt. Aufbauend auf der Standortsuche wurde der Schulnetzplan der Stadt Jena fort- geschrieben. Eine erste Lesung erfolgt in der Stadtratssitzung im September. Die Beschlussfassung soll parallel zur Behandlung dieser Vorlage im Oktober erfolgen.“

Blicken wir kurz zurück und schauen wir in die Begründung für einen „Sport und Erholungskomplex Jenzigweg“. „Beide Bevölkerungsgruppen – Familien mit Kindern und ältere Menschen – haben einen hohen Bedarf an wohnungsnahen Freiflächen. Attraktiver, schnell und zu Fuß erreichbarer Erholungsraum steht im Stadtteil aber bisher nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Das 2007 umgestaltete Wenigenjenaer Ufer kann den Bedarf nicht decken. An warmen Tagen leidet der begrenzte Freiraum bereits unter der überdurchschnittlich starken Nutzung. In diesem Zusammenhang kommt dem Potential des Plangebietes zwischen Griesbrücke und Ostbad als wohngebietsnahem, auf kurzen Wegen erreichbarem Erholungsraum eine besondere Bedeutung zu. Hier sind eine Vielzahl von Freizei- teinrichtungen konzentriert, die auch für das gesamtstädtische Naherholungsangebot bedeutsam sind: Freibad, Campingplatz, Sportplatz, Anlegestellen für Wasserwanderer, Fitness (POM), Zirkus- und Veranstaltungslatz, Kleingärten, Gastronomie. Auf der Grundlage des Rahmenplanes Saale wurde für das Gebiet um den „Gries“ deshalb eine vertiefende Planung durchgeführt. Grundsätzlich soll mit der Planung die funktionale und gestalterische Aufwertung des Gebietes entsprechend seiner Be- deutung im Rahmen des gesamtstädtischen Grünsystems und als stadtnaher Erholungsraum für Jena Ost vorbereitet werden. Die Erschließung soll verbessert, Funktionen sollen ergänzt, Brachflächen gestaltet und die Aufenthaltsqualität erhöht wer- den. Das Landschaftsbild soll aufgewertet werden. Der Aspekt der Kinder – und Familienfreundlichkeit soll verstärkt berücksichtigt werden, insbesondere auch die Bedürfnisse von Jugendlichen, die die Flächen derzeit als Treffpunkt und Aufenthaltsbereich nutzen.“

Somit wird natürlich auch Verwirrung in der Bevölkerung perfektioniert. Mal hüh mal hott und ohne, dass die Bürger auf diesem Weg mitgenommen werden. Wenn es nicht mehr passt, machen wir einfach dazu einen neuen Stadtratsbeschluss. So einfach geht das in Jena.

Blicken wir noch weiter zurück. Immerhin sind wir ja noch beim Thema Sport. Schon im Jahre 2003 wurde ein Sportbeirat für die Stadt geplant. Bis heute gibt es diesen jedoch nicht. Dies war das Ergebnis einer großen Anfrage zum Sport aus dem Jahre 1999. Geplant war eine Fünffelderhalle für Jena, die in Zusammenarbeit mit der Universität Jena entstehen sollte. Leider wurde das Projekte nie umgesetzt. Und dann kam im Jahr 2008/09 der Sportentwicklungsplan, den ja der neue Sportkoordinator weiter qualifizieren soll. Aber schauen wir kurz, was dort eigentlich schon beschrieben steht.

„Die Stadt Jena stellt sich dieser Aufgabe. Mit ihrer Entscheidung, das Vorhaben ‚Sportentwicklungsplanung in der Stadt Jena‘ ins Leben zu rufen, hat sie die Weichen für eine zukunftsorientierte Sportpolitik gestellt. Die Stadt Jena verfolgt die Zielstellung, das Angebot an Sportstätten und Sportgelegenheiten möglichst exakt am tatsächlichen Sport- und Bewegungsbedarf der Bevölkerung auszurichten und somit eine effiziente Mittelzuweisung im Bereich des Neubaus,  der Sanierung und Modernisierung von Sportstätten und Sportgelegenheiten sicher zu stellen.“

WOW! Da steht ja schon alles!

„Dieser integrative Ansatz spiegelt sich in dem ‚Leitbild für die Sportstadt Jena‘ wider und bedarf einer vermehrten zeitlichen und organisatorischen Anstrengung. Durch die ressortübergreifende Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem organisierten Sport, den wirtschaftlichen Institutionen, der Politik und anderer gesellschaftlichen Gruppen unter moderierter Begleitung und Beratung, wurden die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche  und zukunftsorientierte Arbeit geleistet.“

WOW! Da steht ja schon alles!

„Der vierte Zugangsweg beschäftigte sich mit der  Entwicklung und Verabschiedung konkreter Maßnahmenplanungen für die zukünftige Entwicklung von Sport und Bewegung in Jena. Zentrales Instrument dieser Planungen stellt die Vorgehensweise der ‚Kooperativen Planung‘ dar. Dieses Instrument wird in der deutschlandweiten Sportentwicklungsplanung vielfach eingesetzt und kann als „State of the Art“ bezeichnet werden. Die Kooperative Planung integriert und vernetzt alle gesellschaftlichen Gruppierungen, die Interesse an  einer nachhaltigen, den Grundsätzen der Lokalen Agenda 21 entsprechenden, lebensfreundlichen sport- und 3 bewegungsorientierten Entwicklung der Stadt Jena haben. Die Kooperative Planung wurde in Jena mit dem Prozess der Kooperativen Begleitung bereits am Anfang der Sportentwicklungsplanung begonnen. So wurden alle Akteure frühzeitig in die Arbeit mit einbezogen und daran aktiv beteiligt.“

WOW! Da steht ja schon alles!

„Mit dem Sportentwicklungsplan folgt die Stadt Jena  der Herausforderung, sich auch im Sportbereich zu einer Zukunftsstadt zu entwickeln. Mit dem  Sportentwicklungsplan verfolgt die Stadt Jena die konsequente Anpassung  an eine veränderte gesellschaftliche Struktur zur Sicherstellung ihrer Leistungsfähigkeit und das Ziel, die Zukunftsstadt Jena weiter zu verwirklichen.“

Mensch, da steht ja wirklich schon alles drin. Und ja, es wird von den über 20 000 Mitgliedern in über 130 Sportvereinen bereits gelebt. Abschließend kommt die fast 100 seitige Studie zu folgendem Ergebnis: „Man kann feststellen, dass es sich um eine Sportlandschaft der ‚Alten Schule‘ handelt. In den letzten 15 Jahren sind freizeitsportliche Trends und Entwicklungen nicht im notwendigen Maße in die Sportstättenstruktur eingeflossen. Um dem Bedarf der Bevölkerung nach zunehmender Betätigung im freizeitsportlichen Bereich gerecht zu werden, ist an dieser Stelle ein Umdenken notwendig.“

Fangen wir also an, einfach mal am Bedarf zu planen und zu diskutieren. Aus der Studie geht ebenso hervor, dass die Menschen in Jena mehr und besser schwimmen wollen, dies aber nicht können. Ortsteilbürgermeister Siegfried Ferge sprach das Thema einer Schwimmhalle für Jena Nord mehrmals an. Bisher aber ohne Erfolgt. Dies sollte man jetzt ändern! Gemeinsam!

 — Für eine Schwimmhalle in Jena-Nord. Flächen dafür sind „noch“ da! —

Für den Bau einer Schwimmhalle für Jena in Jena-Nord!

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15 Kommentare zu "Auf der Suche nach der Sportstadt Jena!"

  1. Ach nee, es gibt also in Jena tatsächlich ein Konzept. Nach dem wir ja Wohnbau-, Stadtentwicklungs-, Radwege-, Kleingartenkonzepte vergeblich suchen, gibt es doch tatsächlich aus dem Jahre 2009 ein Sportentwicklungskonzept. Welche Rolle spielt da eigentlich der Breitensport, außer Fitnesscenter und Schwimmhalle, Ost-Bad ?

    Bemerkenswert ist auch, dass in der Stadt Jena Sport und Freizeitflächen vermischt werden. Es gibt denke ich auch in Jena Sportmuffel, die aber relativ wenig Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in Jena haben. Wir können wandern, in den Botanischen Garten, ins Planetarium, in Museen sowie Runden drehen im Paradies und an begrenzte Flächen an der Saale.

    Sehr geehrte Stadtentwicklerdirektoren: Wenn ihr in Jena schon alles zubauen wollt, verdichten, so schafft doch wenigstens am Saaleufer weitere Freiflächen, damit die Bewohner am Camsdorfer Ufer nicht alles alleine abbekommen. Man beschwert sich ja schon wegen der laufenden Partys.
    Müßte es nicht auch ein Konzept für Freizeitflächen geben ?


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  2. Ich finde die Schließung des alten Volksbades immer noch als Übel. Wenn wir Fehler gemacht haben, warum kehren wir sie nicht wie jeder vernünftige Mensch um? Das Übel ist hier die Subventionspolitik. Wegen dem neuen ach so tollen Freizeitbad in Winzerla, welches ja zu 50 % von Touristen besucht wird (Förderrichtlinie fordert dies) wo die Jenaer sich erholen, entspannen und sportlich aktiv sein können, mußte das Volksbad schließen.
    Durch das selbe Übel müssen wir künftig die Biotonne bezahlen, da unsere städtische Biogasanlage aus subventionspolitischen Gründen keinen Biomüll aufnehmen darf. Da sind andere cleverer. Die Biogasanlagen in Hermsdorf und Bad Köstritz nehmen Biomüll an und produzieren Biogas damit. Hier ist Müll nicht Müll, sondern ein Rohstoff.

    Subventionen weg – Steuern runter !

    Ich habe davon schon mehrfach geschrieben. Wo bleiben hier unsere Liberalen. Anstatt nur Aufstockerlöhne zu fordern sollten sie einmal die Grundprobleme für Fehlinvestitionen, wozu auch Fördermittel zählen, lösen. Der selbe Grund ist, dass wir unseren Restmüll teuer nach Zorbau kutschen müssen, nur weil die Müllmafia dort eine Müllverbrennungsanlage mit zig Millionen Fördermitteln baute. Am Ende wird der freie Markt dadurch behindet inkl. neuer Technologien und der kleine Mann bezahlt den ganzen Fördermist.


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  3. Nun, um am Saaleufer Freiflächen zu schaffen, müsste zunächst mal der Naturschutzbeirat abgeschafft werden, der dieses Anliegen blockiert. Ich wäre sehr dafür. Diese Leute sind einfach Spaßbremsen. Die leiden zwar körperlich mit jedem Wurm oder Käfer mit, dem es schlecht geht. Wenn man ihnen aber vorhält, welche Chancen der Stadtentwicklung sie damit ausschließen, sagen sie im Brustton der Überzeugung: ICH habe damit kein Problem. (So ein Mitglied des Beirats in der AG Radverkehr zum Thema „Unterfahrung der Camsdorfer Brücke“.)

    Wobei sie ja das tun, was wir eigentlich alle wollen: Engagement für eine Sache, überwiegend ohne Parteibuch. Nur muss man sich m.E. hier entscheiden: Jena als Naturkundemuseum, oder als lebendige Stadt mit über 100.000 Einwohnern und hohem Jugendanteil. Beides ist äußerst schwer unter einen Hut zu bringen, und bei freier demokratischer Entscheidung dürfte es einen eindeutigen Verlierer geben.


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  4. Tom Wed: Das ist aber jetzt nicht ihr Ernst. Ich habe von vielen gehört, die wieder eine Saalebadestelle wünschen und mehr Freifläche an der Saale. Die Würmer, Käfer und Fische in der Saale werden doch nicht gestört. Die schwimmen doch auch flußaus und abwärts oder sind die alle in Jena am Saaleufer festgewachsen ?


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  5. Erfasst: Die sind (quasi) am Ufer festgewachsen. Der Uferbiotop ist viel artenreicher als die Saale selber, das stimmt schon. Frage ist nur: Brauche ich an wichtigen Stellen (nahe an Wohngebieten oder Verkehrswegen) absoluten Schutz dieser Biotope, oder kann ich da auch mal behutsam eingreifen und woanders ein Totalreservat ausweisen, wo der Mensch sowieso nicht hin möchte. In Jena selbst gibts genug Stellen dafür. Meiner Erfahrung nach sind aber 90% der Leute, die sich für den Schutz von Lebewesen engagieren, verbissen, verbittert und intolerant. Bei Bedarf klagen die Naturschutzverbände ja auch gern bis zur letzten möglichen Instanz. Und dann hört Demokratie in der Regel auf.


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  6. Der Breitensport bzw. genauer dessen Förderung durch die Stadt steht seit der Wende schon immer auf der Prioritätenliste ziemlich weit hinten. Das ist fatal, aber Politik fördert eben lieber herausragende Minderheiten mit denen man Stimmen ziehen kann als die breite Masse…
    @ Anne: Die Schließung des Volksbades war und bleibt aus meiner Sicht richtig. Der technische Zustand war in weiten Teilen indiskutabel, energetisch wäre es immer ein veraltetes Konzept geblieben (s. z. B. Deckenhöhe in der Schwimmhalle) und für Wettkämpfe war das 20 m lange und nur 4 Bahnen breite Becken nicht geeignet. Der pro Kopf-Zuschuss pro Besucher war dort deutlich höher als auch heute im GalaxSea, wir haben das damals mal kalkuliert und sind auf einen kostendeckenden Eintrittspreis von 30 DM für eine Stunde Schwimmen gekommen (gekostet hats damals vor der Schließung glaub ich 2 DM).

    Die Behauptung, dass das GalaxSea von 50% Touristen besucht werden muss wg. einer Förderung ist schlicht und ergreifend falsch, Sie sollten vielleicht mal recherchieren bevor Sie solchen Blödsinn in die Welt setzen. Beim GalaxSea gab es eine Zuschuss in Höhe von ca. 2 Mio. DM wenn ich mich richtig erinnere und der war für den Sportbereich, sprich Schwimmbecken+Lehrschwimmbecken. Daran gebunden war ledigliche die bis heute von Anfang an erfüllte Forderung das Vereinsschwimmen und ich glaube auch Schulschwimmen ermöglicht wird.

    @Susi.töpfer: Baden in der Saale klingt natürlich für viele reizvoll, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt sowas macht. Sie wäre bei einer öffentlichen, städtischen Badestelle für die Verkehrssicherungspflicht zuständig und das bei einem Fließgewässer umzusetzen ist technisch nur sehr schwer möglich.


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  7. @Rauschelbach: Sollte Jena wirklich nur einen Zuschuß von 2 Mio DM für das Galaxseabad erhalten haben, haben sie recht. Dann sind die Touristen Nebensache. Es gab damals viele verschiedene Fördermittel gerade für solche Freizeitanlagen.

    Die Frage aber für mich, so ein Bad rechnet sich erst mit einem großen Einzugsbereich und Bad Klosterlausnitz gab es damals doch schon , oder nicht ? Da hat Jena ja hier auch gaaaanz schön viel investiert . Andere Städte haben sich dies mit Mio bezuschussen lassen, müssen aber wegen zu hoher Betriebskosten teilweise wieder schließen oder die Kommune zahlt hier jedes Jahr richtig drauf. Das Bad bei Suhl stand auch immer auf der Kippe. Wir haben in Thüringen einfach zu wenig Einwohner, um an jeder Ecke so ein Bad finanzieren zu können. Jetzt sollte man schon die Frage stellen, sind die Kommunen hier immer die richtigen Bauherren ? Die Städte sollten endlich einmal ihre Prioritätenliste überarbeiten. Und den Breitensport sollte man einen wichtigeren Stellenwert geben. Investiert in Zweckbauten und die Menschen anstatt in Prunkbauten und unrentable Investments, die MUFU wäre ja die nächste jährliche Geldvernichtungsmaschine !


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  8. Sehr geehrter Herr Rauschelbach!
    Ich kenne die Kalkulationsgrundlage der Schwimmbäder nicht. Und 30 DM Betriebskosten pro Kopf ist eine Menge Geld. Wurde hier aber einmal an Sanierungsarbeiten gedacht ? Die Höhe des Bades kann nicht das Problem sein, alle Bäder haben hohe Decken.

    Für die Jenaer war das Volksbad auch ein kleiner Teil Geschichte und für gerade Senioren war dies im Stadtzentrum ideal. Wir waren jede Woche im Volksbad schwimmen. Auch kann ich mich an Zeitungsbeiträge erinnern, dass es wegen dem Feizeitbad in Winzerla wegen der Förderrichtlinien geschlossen werden mußte.

    Es war ein kleines feines Bad , wo viele Jenaer auch schwimmen lernten. Ich lese hier, auch der Schwimmsport ist in Jena unzureichend.

    Und gleich meine nächste Frage. Jetzt, wo das Volksbad ein Kunsthaus bzw. Kulturhaus geworden ist, werden jetzt die Betriebskosten denn zu 100 % gedeckt ?

    Vielleicht wäre ja der Druck ein neues Schwimmbad zu bauen jetzt nicht so hoch, wenn im Volksbad der Schwimmunterricht stattfinden könnte. Dann wäre auch mehr Zeit für den Schwimmsport im Lobedaer Bad.


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  9. Im übrigen habe ich eine kleine Geldquelle für den Sport in Jena. Schon in Liga 3 konnte sich letzten Winter Jena nicht leisten die Rasenheizung zu betreiben. Spiele, ich glaube es waren 3, fielen aus und mußten nachgeholt werden. Rollt den Rasen hoch und verkauft die Rasenheizung, dann könnte man doch für das Geld etwas anderes machen. In Jena werden wirklich die falschen Prioritäten gesetzt. Man will sogar eine neu geschaffene Laufbahn wieder abreißen. Jena hat genügend Geld, es muß nur in die richtigen Kanäle fließen.
    Ich wünsche allen Lesern einen schönen Sonntag.


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  10. Sehr geehrter Herr Rauschelbach, mit der Saalebadestelle haben Sie ja recht, aber auf keinem Fall bei der Schließung des Volksbades.

    1. Die Decken sind wie bereits bemerkt in jedem Bad hoch.

    2. Man hätte auch ein Volksbad sanieren können und nach neuesten Erfordernissen und technischen Entwicklungen als Wellnissbad umbauen können mit Massagen, Heilbadwannen, Sauna. Und weiterhin für den Schulsport nutzen können, jedenfalls die Schulen aus Jena Nord und Jena Ost. Jetzt müssen lange Wege nach Lobeda in Kauf genommen werden.

    3. Das jetzige Volksbad-Kulturhaus kann nie kostendeckend betrieben werden.

    4. Für unsere Infrastruktur zahlen wir Steuern. Sport, Kultur, Museen, Freizeitanlagen, Kulturhäuser sind niemals kostendeckend.
    Das Galaxsea ist auch von Anfang an ein Zuschußprojekt. Bei Eintrittspreisen, versuchte man immer wieder mit neuen Tarifen, die Verluste zu minimieren.

    Ich denke wir sollten eher einmal in Jena Kassensturz machen, wo fließen denn die Gewinne aus den Grundstücksverkäufen hin?
    Hätten wir unsere Wohnungen nicht an die Stadtwerke verkauft, hätten wir auch noch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Jetzt freuen sich darüber die Aktionäre und die neue Genossenschaft Bürgerenergie Jena.

    Ach, da fällt mir ja ein, reduziert doch einfach die Gewinnausschüttung bei den Stadtwerken, dann ist auch wieder Geld für ein neues Schwimmbad da, ist ja eine Firma. Die Frage ist nur, eine Firma für die Bürger? Der Name ist hier auch Schall und Rauch.
    Stadtwerke. Aber es gibt ja einen neuen Direktor namens Herrn Dirkes, jetzt wird alles besser.


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  11. Ich möchte aber die Stadtwerke auch positiv erwähnen und nicht nur „meckern“. Sehr schön ist die neue Gestaltung des Südbades. Vielen Dank. Mit unseren Enkeln waren wir diesen Sommer hier fast jedes Wochenende, wenn die Sonne es erlaubte. Man könnte vielleicht noch ein 2. Kassenhäuschen errichten. Manchmal war zu Stoßzeiten die Schlange recht lang.


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  12. @Nordlicht: Das Volksbad ist nicht wg. irgendwelcher Förderrichtlinien geschlossen worden, sondern weil die Stadt, resp. der Stadrat in 1996/7 beschlossen hat, dass der städtische Zuschuss für die Betreibung der Bäder nicht steigen soll. D. h. Jena wollte/konnte zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr Geld für die Bäder ausgeben. Ob man das Volksbad nun als klein und fein oder verbaut/verwinkelt und veraltet betrachtet ist zumindest zum Teil Ansichtssache. Fakt ist, das den damals ca. 60000 Besuchern p. a. jetzt über 250000 im GalaxSea (wenns denn auf ist;)) gegenüberstehen. Die Akzeptanz und Nutzung bei der Bevölkerung ist also deutlich gestiegen.


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  13. Für Familien mit Kindern ist das GalaxSea toll. Die Senioren haben aber das Volksbad bevorzugt und hier könnte auch der Schwimmsport wieder mit einbezogen werden . Eine 20 m ist da ausreichend. Man könnte aus dem Ambiente neben dem Schwimmbecken doch einen Badetempel machen mit Wannenbädern für die Gesundheit, Moor- und so weiter, Saunalandschaft, Massagen – türkische Massage z.B. und und und. Wellness wird doch ganz groß geschrieben.

    Es kann natürlich sein, es heißt ja jetzt von unserer Politik, wir müssen uns für die Jugend ausrichten, wir wollen kein Görlitz. Beginnt man jetzt in Jena mangels Raum für alle, die Bevölkerung gegeneinander auszuspielen ?


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  14. Sportstadt Jena: nur mal so zur Erinnerung

    1. Schwimmhalle ???
    2. Post-sportplatz, Vereinsraum ???
    3. West-sportplatz, Schulneubau ???


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  15. Sportstadt Jena wirklich ?

    Ach ja, wir hatten auch mal sehr erfolgreiche Leichtathleten. Im Moment kenn ich nur die Schwimmhalle in Lobeda ein Stadion mit einer neuen Laufbahn und 2 bis 3 Sportplätzen sowie unsere Sportschule.

    Kann man denn das als Sportstadt bezeichnen?


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