Die Linke fordert kostenloses Stromgrundkontingent |

Die Linke fordert kostenloses Stromgrundkontingent

Umspannwerk_Wien-Südost (Bild: Mario Sedlak) cc

Berlin/Erfurt. Die Fraktion DIE LINKE. fordert ein Sockeltarifmodell, bei dem jährlich 300 kWh je Haushalt und 200 kWh je Person als kostenloses Stromgrundkontingent bereitgestellt werden. Zur Finanzierung wird der Strompreis (private Haushalte) für den darüber hinausgehenden Strombedarf angehoben. Alle Stromverbraucher, die unter dem Durchschnittsverbrauch (Bundesrepublik) liegen, werden nach diesem Modell bei den Stromkosten entlastet. Zudem fordert DIE LINKE. eine Abwrackprämie für energiefressende Elektrogeräte, um Energiesparen zu fördern und auch Haushalten mit geringem Einkommen die Anschaffung effizienter Geräte zu ermöglichen.
Die Befreiungen für große Unternehmen bei EEG-Umlage und Netzentgelten müssen deutlich reduziert werden.“Nur wenn durch den Strompreis Arbeitsplätze real gefährdet sind, sind solche Befreiungen gerechtfertigt. Befreiungen dürfen nicht zur Dividendensteigerung bei Aktionären führen“, meint Ralph Lenkert, Obmann für DIE LINKE. im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Außerdem ist eine bundeseinheitliche Strompreisaufsicht zu installieren, um die Preistreiberei, so wie jeder dies an Tankstellen sieht, zu verhindern.
Strom ist Daseinsvorsorge, deshalb müssen Stromsperren verboten werden. Letztendlich fordert DIE LINKE., private Stromnetze in öffentliche Hände zu überführen, diese einer demokratische Kontrolle zu unterwerfen und bundeseinheitliche Netzentgelte für die Stromkundinnen und Stromkunden einzuführen.
„Gerade Ost- und Norddeutschland, wo mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, würden von bundeseinheitlichen Netzentgelten profitieren, da diese dort bisher um bis zu 50 % höher liegen als in den Südländern, obwohl diese den Stromtransport benötigen. Es kann nicht sein, das Thüringerinnen und Thüringer Stromtrassen ertragen müssen, diese auch noch über höhere Netzentgelte bezahlen und damit den billigen Strom im reichen Bayern finanzieren“, so Lenkert abschließend.

4 Kommentare zu "Die Linke fordert kostenloses Stromgrundkontingent"

  1. Ich möchte die alte Planwirtschaft und die alte DDR nicht wieder haben.
    Gleiches gilt für die deutsche Kleinstaaterei und weitere Verwaltungsmonster.
    Anstelle Klientelpolitik zu betreiben und soziale Wohltaten zu versprechen,
    sollte sich Herr Lenkert lieber für die Schaffung bezahlter Arbeitsplätze einsetzten, die ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen.


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  2. Kostenloser Strom fuer ALLE ist meiner Meinung nach nicht richtig. Energie ist ja gerade zu billig. Deshalb kann man alles um die ganze Erde karren anstatt lokal nachhaltig zu wirtschaften. Dh nicht, dass man Bedürftigen hier nicht helfen sollte. Zum Beispiel fuer ganz spezielle Energieformen wie Heizung etc.


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  3. Ein Grundkontingent an günstigem Strom ist doch keine Planwirtschaft! Bundeseinheitliche Netzgebühren sind doch keine Kleinstaaterei. Strom für Privatverbraucher hat doch nichts mit dem Fakt zu tun, dass es einen starken globalen Warentransport gibt. Wird hier eigentlich der Artikel kommentiert oder nur zusammenhangslos Stimmung gemacht?

    Davon abgesehen muss man festhalten, dass 500 kWh für einen Einpersonenhaushalt *weit* unter Bundesdurchschnitt sind. Ich kann selbst sagen, dass man sparsam in einem kleinen Zweipersonenhaushalt unter 1000 kWh kommt, ohne dass man im Dunklen sitzt. Da fällt mir schwer zu sehen, wie der Bundesdurchschnitt bei beinahe 3000 kWh liegt. Vor diesem Hintergrund fällt es vielleicht dem einen oder anderen leichter, die o.g. Vorschläge nicht als „Geschenke“ sondern als absolute Grundversorgung einzuordnen.

    Der zentrale Fehler im Strompreis aktuell ist doch der Umstand, dass höherer Verbrauch mit deutlich sinkenden Kosten belohnt wird. Unter 10 ct/kWh für Großverbraucher – das ist der Faktor, der Innovation für sinkenden Energieverbrauch und Sparsamkeit unterbindet.


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  4. Das können die Linken eh nicht durchsetzen. Sie sollten lieber gegen die Rabatte der Industrie trommeln. Es wird begründet, dass sich Stahlwerke sonst hier nicht halten könnten. Warum können so große Werke denn keine eigene Energieversorgung aufbauen. Kann man nicht mit Stahlwerken selbst Strom produzieren? Da ist doch genug Hitze um mit erzeugten Dampf Generatoren antreiben zu können. Die Geschenke verhindern nur neue Innovationen.


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