Scheinbare Entspannung – Wohnungsproblem in Jena aber weiterhin präsent |

Scheinbare Entspannung – Wohnungsproblem in Jena aber weiterhin präsent

Wohngemeinschaft (Bild: Jaro.p) cc 3.0

Jena. Dieses Jahr beginnen rund 5.000 Menschen ihr Studium in Jena, an Fachhochschule und Universität. Viele von ihnen haben aber zu Semesterbeginn noch immer keine Wohnung sicher. Um diesen Problem abzuhelfen organisierten die Studierendenräte beider Hochschulen drei WG-Gründungstreffen, zu denen etwa 100 Studienanfänger_innen anwesend waren. Dort konnten Wohnungssuchende Kontakte aufbauen, Wohnungsunternehmen kennenlernen und auch Unterkünfte in den umliegenden Orten finden. Im Umland gibt es weiterhin sehr interessante Angebote, die teilweise sogar Shuttlebusse organisieren, um Studierende anzusprechen. Dort fühlen sich Studierende nicht nur wegen der oft deutlich ansprechenderen Preise deutlich willkommener.

Ziel der StuRae ist es aber, dass Studierende in Jena bezahlbaren adäquaten Wohnraum finden und nicht notgedrungen nach Gera oder Kahla ausweichen müssen. „Dank des Semestertickets entstehen keine zusätzlichen Kosten durch Pendeln. Aber die Fahrzeit fehlt trotzdem zum Lernen und oder für Freundschaften. Auch sind die Angebote von Bus und Bahn im Umland und den Ortschaften Jenas gerade auch in den Tagesrandzeiten deutlich ausbaufähig“ gibt Sturavorstand Daniel Münch von der Friedrich-Schiller-Universität zu bedenken. „Wohnen ist das Jenaer Problem und muss deshalb auch in Jena gelöst werden.“

Im Vergleich zu den letzten Jahren hat sich die Lage leicht gebessert. Dies liegt vorrangig an den etwas geringeren Immatrikulationszahlen. „Es ist eine trügerische Entspannung,“ meint Michael Matthey, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Stura der Ernst-Abbe-Fachhochschule, „es ist offen, ob diese Entwicklung anhält und die übliche Strategie des Problem-Aussitzens wirklich aufgeht.“

Es ist zwar erfreulich, das die Zustände weniger drastisch als in den letzten Jahren sind. Dies ist aber keine Einladung zum Ausruhen. Damit für alle Student_innen ein entspannter Studienstart mit gesicherter Wohnung möglich ist, bleibt noch viel zu tun. Dazu gehört auch, dass das Land dem Studierendenwerk auch künftig notwendige Mittel zum Neubau von Wohnheimen zur Verfügung stellt.

6 Kommentare zu "Scheinbare Entspannung – Wohnungsproblem in Jena aber weiterhin präsent"

  1. Das Problem ist doch, dass man sich mit den Preisen arrangiert hat. Im Moment bauen private Investoren lieber Studentenapp. als Wohnungen für Familien, z.B. Abbe-Stiftung in der Lutherstraße und eine 2. App.anlage in Jena-Nord von einer Gerarer Wohnungsgenossenschaft, am Magdelstieg (gerade im Bau) hat Kathrin König in Studentenwohnungen (WG-Form) investiert – hier gibt es für den 4geschosser nicht mal einen Fahrstuhl, Aussage von Fr. König, für Studenten reicht das. Am Westbahnhof wurde gerade unser schönes App.-haus fertig. In der Kahlaische Str. gibt es eine Baugenehmigung gegenüber den Küchenstudio für Studentisches Wohnen.
    Es gibt sicher immer noch zu wenig Wohnraum in Jena, aber man muß wirklich sagen, wenn in Jena gebaut wird dann nur Eigentumswohnungen oder Studentenapp., woran das wohl liegt ?
    Es sind die hohen Preise, die anlocken. Wir haben eben einen deregulierten Immobilienmarkt. Mal zum Vergleich ein Bekannter hat in Erfurt zentrum gerade eine 1RaumWohnung – 28 m² groß, sanierter Altbau angemietet: 230,- € Warmmiete und auch noch neues Lamminat. Das sind paradiesische Zustände.


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  2. Nicht dass mich jemand falsch versteht. Es müssen Studentenapp. gebaut werden in Jena und im Moment geschieht das in Jena auch durch private Investoren, dies liegt aber nur an den hohen Mieten die sich in Jena eingebürgert haben. Wir benötigen unbedingt auch neugebaute Wohnungen und Studentenapp. unter 8 € Kaltmiete. Dies geht nur , wenn Jena endlich Grundstücke für den sozialen Mietwohnungsbau ausweist.


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  3. @Anne dem kann ich nur zustimmen! Aber warum immer mehr noch unberührte Natur zubetoniert werden muss? Wieviel Jahre müssen vergehen, um endlich den Schandfleck Studentenbaracken einer sinnvollen Wohnnutzung umzuwidmen?
    Noch immer leere Altbauten mitten im Stadtzentrum, wozu?
    Wir haben doch genug Heerscharen an Justitiaren im Stadtsalär,
    um endlich Altbauten wiederbeleben zu können (z.B.Altklinikum Bachstraße, Feuerwehr)!
    Allein in Jena-Nord, Frevel ohne Ende. Die alte Kaufhalle, auf zwei Etagen, wird zugenagelt und daneben die letzte Grüne Lunge für Neubauten geschlachtet. Eigentlich hocken doch schon genug Bürger auf engstem Raum, muss da deren „Auslauf“ ins Grüne noch mehr verengt werden. Die Kandidaten (auch die Grünen im feinen Anzug) unserer Jenaer Politeinheitsfront wollen das Thema nicht anpacken. Die Mieten steigen dafür ohne gerechtfertigte Gegenleistung. Die Studenten kommen und gehen, sie sollen eine gute Zeit in Jena haben. Uns Stammbürgern schweben dabei die Wuchermietpreise weiter davon, interessiert aber keinen unserer Stadtparlamentäre.


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  4. Nordbürger:
    Aussage von Dr. Schröter zur letzten Immobilienmesse lautete: Unsere Priorität liegt in der Verdichtung.
    Deswegen werden am Stadtrand oder in Gemeinden wie Wogau, Isserstedt oder Wöllnitz keine neuen Baugebiete ausgewiesen.
    Irgendwo müssen aber die vielen neuen Arbeitskräfte hin, die man in Göschwitz ansiedeln möchte. Man kann natürlich auch weiter die Mieten erhöhen, so dass das Rentner- und Minijobvolk sich einen anderen Zufluchtsort sucht, Stadtroda, Dorndorf oder gleich nach Apolda.


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  5. Ich höre in Jena immer wieder das Wort Verdichtung. Also sollte einmal in Jena das Unwort des Jahres gewählt werden. Hier mein Vorschlag: Verdichten


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  6. *Studentenwerk, nicht Studierendenwerk.


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