Ist die Bebauung des Engelplatzes wieder eine vertane Chance? |

Ist die Bebauung des Engelplatzes wieder eine vertane Chance?

Engelplatz Jena

Jena. Die Bebauung des Quartier am Engelplatz im Stadtzentrum neben dem Theatervorplatz scheint kurz vor ihrem Planungsende zu stehen. Die TLG Immobilien GmbH ist nach einem Flächentausch mit der Stadt Jena Eigentümer der Fläche und hat jetzt konkretere Pläne für das 3 175 Quadratmeter große Gebiet zwischen Neugasse, Engelplatz und Theater-Vorplatz vorgelegt.

Im Jenaer Stadtentwicklungsausschuss am 4. Oktober 2012 stellten Steffen Funk, Projektbetreuer der TLG, und Architekt Michael Barth das Projekt vor. Im Mai 2013 könnte die Bebauung starten. 81 neue Bewohner sollen in 39 Wohnungen – meist in Zwei-Raum-Wohnungen – ihr neues zu Hause finden. Neben diesem Anteil setzen die Projektplaner des Immobilienbesitzers auf Büros und Einzelhandel. Zum Theatervorplatz sind 725 Quadratmeter Bürofläche vorgesehen, Einzelhandel soll auf 500 Quadratmeter Fläche in den Erdgeschossen zweier Gebäude am Engelplatz und zur Neugasse entstehen. Ein Teil der Büroflächen soll als Verwaltungsfläche für den kommunalen Regiebetrieb KKJ (Kommunale Kindertagesstätten Jena) genutzt werden. Außerdem ist ein Kindergarten für 60 Kinder geplant (auch im Kitabedarfsplan aufgeführt) , der aber vor allem aus Gründen der Lautstärkeminimierung für die Zeit der Kulturarena angesiedelt werden soll. In den drei Etagen hohen Gebäuden sollen im Erdgeschoss und im ersten Geschoss die neue Kita angesiedelt sein. Das baufällige Haus in der Neugasse 33 könnte abgerissen werden und durch einen Neubau ersetzt werden. Fünf Geschosse mit Wohnungen sind am Engelplatz 1 geplant. Insgesamt werden für die 60 Kinder 600 Quadratmeter Spielfläche im Freien entstehen. Über eine „historische Wegführung“ sollen die Kinder am Engelplatz an den Mauerresten des Klosters über eine Gasse gelangen. Die Ruine müsste dabei zusätzlich abgesichert werden. Wer als Träger in Frage kommt, ist noch offen. Am Standort wird ebenso eine Tiefgarage mit einer Ebene entstehen, die Zufahrt soll über die Neugasse erfolgen. Hinter dem vom Eigenbetrieb KIJ betriebene Parkplatz steht ein Haus, das an den Theater-Vorplatz grenzt.

Als neuer Eigentümer ist der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ) für den Kita- und Bürobereich vorgesehen. Die Wohnungen wechseln wechseln zum Besitzer Jenawohnen. Mit der Stadtwerke-Tochter Jenawohnen würden die Verhandlungen bereits laufen, die die Wohnungen übernehmen wollen. Offen bleibt, weshalb der Jenaer Eigenbetrieb KIJ das Grundstück nicht bereits vor der Beplanung durch die TLG erworben hat. Damit hätte sicherlich eine sinnvollere Grundstückbebauung realisiert werden können, vielleicht sogar durch das Aufstellen eines B-Planes, wodurch dann auch Bürgerbeteiligung möglich geworden wäre. Auch durch den Erwerb der Wohnungen durch Jenawohnen bleibt die Frage, ob hier bezahlbarer Wohnraum unterhalb der 10 Euro Kaltmiete angeboten werden wird bzw. kann.

Ob im Vorfeld eine Bedarfsermittlung durch die Partner für die Notwendigkeit von 725 Quadratmeter Bürofläche und 500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche stattgefunden hat bleibt offen. Es drängt sich auch hier der Eindruck auf, das einmal wieder mehr die Chance vertan wird, hier ein qualitativ hochwertiges, fair bezahlbares Wohnquartier in Mitten der Stadt zu errichten. Vor allem aber steht wieder einmal fest: auch das Gebiet um den Engelplatz wird wieder B-Plan frei bebaut und selbst die architektonischen Eckpunkte werden nur wieder intern mit dem nichtöffentlichen Baukunstbeirat besprochen. Informationen über die Ergebnisse erhält der Bürger nicht, da selbst die Protokolle nicht öffentlich sind. Gerne verweise ich an dieser Stelle wieder auf unseren Beitrag: Ein Gestaltungsbeirat als Lösung für Jenaer Bausünden?

Noch eine Idee zum Schluss. Wäre die Fläche nicht hervorragend geeignet, das Wegfallen des Speichers am Markt zu kompensieren oder eben dort das schon lange versprochene Vereinshaus für die hunderte Jenaer Vereine zu schaffen? Auch das hätte in das Emissionsschutzkonzept hervorragend reingepasst. Vielleicht mehr als ein Kindergarten oder Büroräume für die Jenaer Verwaltung. Gerne bringe ich hier auch nochmal die Idee von einem „Unperfekthaus“ ins Spiel. Dieser ist nicht nur auf dem Eichplatz denkbar. Von den Brachen in Jena Süd reden wir noch gar nicht. Aber das kommt, ganz bestimmt!

Noch ist es nicht zu spät zu handeln. Die Flächen werden nebst Planung von der TLG Immobilien erworben. Über den Kaufvertrag ist alles weitere gegenüber der TLG abgegolten? Man könnte dort also völlig neu Planen und das schaffen, was dort wirklich nötig oder gewünscht wäre, unter Einbeziehung der Bürger oder Vereine oder….

Schauen wir abschließend noch einmal in den Bebauungsplan für den Engelplatz aus dem Jahre 2005 (hier verlinkt). Darin heisst es in der Vorbemerkung: „Festsetzung von Flächen für den Ausbau des Theaters sowie ein Kunsthaus“, „Auf den im Geltungsbereich ausgewiesenen Mischgebietsflächen wird das gewachsene, innerstädtische Wohnen mit Funktionsunterlagerung favorisiert“, „Die Flächen im Inneren des Gebietes sollen im wesentlichen mit zentralen Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens neu bebaut werden“, „Die Erhaltung der aktuellen kulturellen Nutzungen am Engelplatz ist erklärtes Ziel der Stadtentwicklung für die Jenaer Innenstadt.“, „Grund dafür ist die Zielstellung des Bebauungsplanes, die künftige Neubebauung möglichst stadtbildverträglich in den historischen und aktuellen Kontext einzuordnen. Dabei darf allerdings nicht unberücksichtigt bleiben, dass die im Kerngebiet und innerhalb der Gemeinbedarfsflächen neu zu errichtenden Baumassen nicht nur als Neubebauung erkennbar werden sollen, sondern dass sie gleichzeitig auch heutigen Nutzungsanforderungen genügen müssen“

Auch war bereits in den 90-er Jahren dort am Engelplatz das Kunsthaus konzipiert und geplant, wie es in der Koalitionsvereinbarung von SPD, CDU und den Grünen zu lesen ist: „In Erfüllung des Stadtratsbeschlusses zur Kunsthalle ist im Dezember 2009 ein Konzept betreffs Standort, Bauzeiten- und Finanzierungsplan, inhaltliches Betreibungskonzept und laufende Finanzierung vorzulegen. Von den untersuchten Varianten wird eine ausgewählt, die weiter bearbeitet und so profiliert wird, dass Ende 2010 eine abschließende Entscheidung gefasst werden kann. Der Baubeginn wird innerhalb der Legislaturperiode angestrebt.“ Und darauf wartet Jena immer noch.

Was wäre in Jena alles möglich, ja wenn…wenn…wenn, ja was denn? …Gerne in den Kommentaren ergänzen…

 

29 Kommentare zu "Ist die Bebauung des Engelplatzes wieder eine vertane Chance?"

  1. Und wieder plant Jenawohnen schicke 2-Raumwohnungen, die man vor allem schön teuer an Studenten vermieten kann. Auf dem Friedensberg wurde die Planung von Jenawohnen auch von 3-4 Raumwohnungen auf 2 Raumwohnungen geändert.

    Wann erfüllt Jenawohnen eigentlich einmal seine kommunale Aufgaben und baut auch einmal bezahlbare 3 und 4 Raumwohnungen für Familien mit 1 oder 2 Kindern?

    Eigentlich müßte man in Jena auch die Möglichkeit haben, mit 3 oder mehr Kindern eine Wohnung finden zu dürfen. An diese Möglichkeit wage ich erst gar nicht zu denken. Da fallen bei unseren Herren Generalsekretären ja gleich alle Jalousien.

    Ja und die Idee eines Kunsthauses am Engelplatz ? Lang, lang ist es her.

    Herr Dr. Schröter – Obergeneralsekretär – sprach im MDR letzens vom Problem der sozialen Entmischung. Ja warum wird hier denn nicht sozialer Wohnungsbau einmal betrieben in der Innenstadt. Neben der Kulturarena und mitten im Zentrum, noch dazu neben einem Kindergarten reden wir ja nicht mehr von 1a Wohnlagen für Doktoren und Professoren. Wir nehmen also unserer Elite keinen Wohnraum weg !

    Gibt es in Jena eigentlich auch noch gute Nachrichten ?


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  2. Ich las einmal einen Kommentar von einem Leser aus der Oberlauengasse, diese haben immer noch alte zugige Fenster in ihren Jenawohnnen-Wohnungen. Nun die Familien müssen jetzt sicher noch etwas warten, bevor wieder Geld nach diesem Neubau für eventuelle Modernisierungen da ist.

    Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass es in Jena immer noch 5 Geschosser gibt von Jenawohnen, die keinen Fahrstuhl haben und die Bevölkerung altert und wird irgendwann die Treppe weder runter noch hoch kommen. Das Problem ist, selbst wenn ältere Herrschaften sich verkleinern würden und aus ihren 3 – 4 Raumwohnungen ausziehen, finden sie keine barrierefreie 2 Raumwohnung in Jena, da diese ja lieber kurzzeitig an Studenten vermietet werden, dann kann man ja auch 10 € je m² verlangen, was nun unsere Rentner gar nicht zahlen könnten, wenn sie wollten.


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  3. schröter ist doch eh nur ein heuchler. soziale entmischung, dass ich nicht lache. laut stadtratsbeschluss aus 2008, der seit ende 2010 eigentlich ausgelaufen ist, zwingt jenarbeit hartz IV – empfänger max. mieten z.b. beim einpersonhaushalt von kalt von 229,50 euro auf. da bekommt man nur wohnungen in neuvermietung in lobeda oder winzerla und damit zwingt man die personen in bestimmte gebiete.

    wenn also schröter es so schlimm findet, dann soll er endlich einen aktuellen mietspiegel vorlegen, zu dem er gesetzlich verpflichtet ist.

    anmerkung zu allen neuen bescheiden zu hartz IV: jeder, der von der deckelung der höhe der miete betroffen ist, sollte auf alle fälle einspruch gegen den bescheid einlegen, weil er rechtswidrig ist. es fehlt die rechtsgrundlage zu dem alten stadtratsbeschluss als grundlage zur deckelung und es gilt da zwingend das wohngeldgesetz.

    notfalls eine klage vor dem sg altenburg.

    auf keinen fall das schriftstück unterschreiben, wo man vorgehalten bekommt, dass man eine zu teure wohnung gemietet hat. dies muss man nicht unterschreiben – nicht einschüchtern lassen!!!

    hier versagt die linke, die auch im aufsichtsgremium der jenarbeit sitzen.


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  4. ich erinnere an die aussagen der wohnungsgesellschaften, wo die zeitung fragte, warum die keine neubauten mit fördergeldern für sozialen wohnraum machen, wie es damals von der landesregierung bemängelt wurde, weil dort kaum noch gelder abgerufen würden.

    man gab dann an, die auflagen wären zu unangenehm. logisch, weil preisdeckel!


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  5. @ kuhnle

    Stimmt bei der LINKEN in Jena frage ich mich was die denn eigentlich so machen – erst regt sich niemand über den von Ihnen hier geschilderten gravierenden Verstoß gegen Recht und Gesetz auf – nichtmal die LINKE und noch besser die Linke stimmte auch nicht gegen die Übertragung sämtlicher Bildungspaket Fördermittel an die VHS, ohne Ausschreibungsverfahren natürlich – stattdessen fordert und keift ein barfüßiger Hardcorekommunist gegen alles und jeden Nonsens


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  6. ich glaube, dass momentan keine/keiner der stadträte eine wirkliche idee für diese stadt hat. wir werden halt regiert von philosophen, pfarrern und selbstdarstellern. wenn wir wirklich änderungen in dieser stadt zugunsten der menschen, die hier leben, wollen, können wir das wohl nur selber tun.


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  7. @W.Kuhnle @s.lingel
    Stellen sie sich mal gedanklich vor,all das,was in unserer Stadt geschieht,passiert nicht aus Unfähigkeit oder auf Grund eines „höheren“Willens.Sondern es ist beabsichtigt und von den Akteuren gewollt!
    Glauben sie,dass der Herr OB schon mal mit einem Arbeiter gesprochen hat?War er schon mal in Lobeda oder Winzerla ohne Medienrummel?
    Soziale Entmischung ist gewollt!Die Stadtverwaltung hat genug Möglichkeiten,um Gegenzusteuern.Sie tut es nicht,weil sie es nicht darf!


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  8. … „soziale Entmischung“, das ich nicht lache. Was soll das denn bedeuten: 1.) Der Versuch diskursive Hegemonie zu erlangen, also Themen zu besetzen und sie im Sinne eigener Ziele zu missbrauchen – damit gleichzeitig den Kritikern jeglichen Wind aus den Segeln zu nehmen … oder 2.) Meint es der allseits geliebt, gehasste OB es wirklich ernst – dann aber fehlt ihm das Bewusstsein und die Fähigkeit von seiner Einschätzung die notwendigen politischen Ziele abzuleiten. Ich will niemanden bösartige Absichten unterstellen, maybe sind hier Prozesse im Gange, die selbst ein Oberbürgermeister nicht mehr überblickt …


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  9. siegfried ferge
    „ver-wunderbar“!da wird wieder einmal die bekannte strategie fortgesetzt,nämlich still und leise die bürger ausschalten aus der mitbestimmung zumbauen in „ihrer“innenstadt.
    wir sollten uns gemeinsam wehren, denn demokratie benötigt handeln.


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  10. Leider sieht es selbst bei wohlwollender Betrachtung wirklich so aus wie Rose es schreibt. Nicht unfähig und chaotisch, sondern bewusst und gezielt.
    @snabelrook
    Man unterstellt ja wirklich ungern, aber in dem Fall bin ich mir ziemlich sicher dass der Oberpries- ähm -bürgermeister einen guten Überblick über die Prozesse hat.
    Naja maybe … dann wäre er aber echt neben der Spur.


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  11. immer im auge behalten, was für parteibücher die handelnden haben. wer glaubt, der ob versteht nicht, wie der wohnungsmarkt sich entwickelt, der blendet aus, dass sein parteikollege bis vor kurzem kij-chef war.

    und dann gibt es da noch die sozis in den wohnungsgenossenschaften, die als vorstände und entscheider den kpl. durchblick haben.

    sollte er also nicht den sachverstand aus seiner früheren tätigkeit mitbringen, dann haben spätestens diese leute ihm den markt erklärt.

    und damit handelt er und seine mannen bewusst und absichtlich.

    wobei da aber die sozis nicht unter sich sind. da mischen noch andere aus dem stadtregierungslager und teilen der opposition kräftig mit. entweder als angestellte oder als nutznießer im immosektor.

    fragt mal nach, wer von den hauptberuflichen parteigängern in der verwaltung und entscheidungsträgern in den immofirmen in lobeda oder winzerla wohnt.

    in jena hat sich der baumaffiafilz gebildet, den man aus städten wie ffm, köln und co. aus dem westen seit jahren kennt. ist ja logisch, weil ja von dort nach der wende bestimmte leute hierher gekommen sind. gelernt ist gelernt!


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  12. @Wolfgang Kuhnle: vollste Zustimmung.
    Es ist noch schlimmer, wie in Köln, da hier noch alte DDR-Kader mitmischen . Man erwartet ganz einfach Hörigkeit gegenüber der Stadtverwaltung, insbesondere beim Bauaumt. Hier weiß ich nur nicht ob absichtlich unser OB nicht doch unwissend gehalten wird.
    Unser Dr. Schröter hat es meiner Meinung auch nicht leicht mit seiner Verwaltung. Vielleicht hat er wirklich keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Es gab ja eine Stadtratanfrage der Linken am Mi. zum Baugebiet Isserstedt. Leider kam Fr. Lukin nicht mehr dran. Weil man sie auf Position 11 setzte. Dafür wurde die Anfrage von Herrn Peisker Stadtentwicklungsdezernent auf Platz 4 gesetzt. Der kam natürlich dran. Seine Anfrage wurde vorgelesen, wie ich hier las, und man höre und staune: Ging es um Stadtentwicklung? ging es um Nachhaltigkeit? ging es vielleicht um Grünflächen in Jena? nein es ging um Katzen.

    Na zur nächsten Sitzung wissen wir mehr.

    Die roten Daumen bei ihnen sind auch nachvollziehbar. Entweder liest gerade die Verwaltung mit oder aber es spiegelt den Kenntnisstand dieser Mißwirtschaft in der Bevölkerung wieder. 80 % ahnen höchstens, dass unser Wohnungsmangel nicht mit rechten Dingen zu gehen kann. Nur so weit wie sie und wir traut sich keiner zu denken, ist für einen vernünftigen Menschen auch undenkbar.


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  13. @Anne: Wolfgang Kuhnle hat einen dicken grünen Daumen von mir bekommen, du auch. Aber für einige schreibt ihr beide nicht immer stadtkonform. In Jena ist man halt noch gern staatshörig.
    Aber ein kleiner aufmüpfiger Haufen ist dagegen. Vielleicht werden wir ja auch mal ein bißchen mehr.


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  14. Sehr interessant Herr Peisker stellt Stadtratanfragen zu Katzen. Da hat er ja seine Probleme Stadtentwicklung-Nachhaltigkeit sehr schnell in den Griff bekommen, wenn ihm jetzt die Katzen wichtig sind. Nicht, dass es Herrn Peisker langweilig wird. Mal sehen , wie sieht es denn mit den Ratten in den alten Nordbaracken aus, wäre ja für die nächste Stadtratsitzung ein schönes Thema Herr Peisker.


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  15. @Anne: …“entweder liest gerade die Verwaltung..“
    Ich glaube nicht, dass alle Verwaltungsangestellten gutheißen, was in Jena passiert. Es gibt einige die sind über ihre Dienstherren traurig, wutig und vielleicht ist dies hier jeden morgen ihre erste Lektüre und sie lachen sich tot. Aber hundertprozent würden viele wie zu DDR zeiten diese Plattform am liebsten einfach abschalten.

    Ich verstehe nur nicht, dass man nicht die Augen aufmacht und einfach mit der Bürgerschaft spricht, das wäre doch so einfach.
    Dann gäbe es ja gar kein Grund für diese Kommentare.

    Dann wäre doch hier alles schön. Probleme kann man nur gemeinsam lösen !


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  16. dann soll peisker sich mal für zwangskastration bei allen katzen in jena einsetzen, damit man endlich mal herr der lage wird. die beiden tierhelfertruppen können ein lied davon singen.

    somit wäre es was an stadtentwicklung, wenn weniger wilde katzen in jena wären.

    wobei mein hund die gerne jagd.


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  17. Ich wußte gar nicht , dass Jena ein Problem mit Katzen hat. So viele sehe ich auf den Straßen gar nicht. Ist das wirklich ein Problem bei uns ?


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  18. @ Wolfgang Kuhnle
    „hier versagt die linke, die auch im aufsichtsgremium der jenarbeit sitzen.“

    Wir, besser Fr. Jonscher, haben mehrfach öffentlich und im Stadtrat dieses Thema und Problem angesprochen. Leider nützt das Sitzen zweier von zehn Menschen im WA jenarbeit nichts, da sie keine Mehrheit haben. Entsprechende Anfragen wurde abgewiegelt. Ofizieller Grund: Es läge nur ein Beschluß, kein Urteil vor oder aber die Begründung fehle noch oder: Es sei nur ein Einzelfall. Ignoranz bei der Verwaltung, aber der Vorwurf, wir täten nichts geht wirklich fehl.

    @Bruno:
    „noch besser die Linke stimmte auch nicht gegen die Übertragung sämtlicher Bildungspaket Fördermittel an die VHS“

    Das stimmt nicht. Es wurden _nicht_ sämtliche „FöMi“ aus dem Bildungspaket an die VHS gegeben, lediglich solche zur Lernförderung. Es wurde unsererseits auch der Verzicht auf eine Ausschreibung kritisiert, seitens der Verwaltung aber als rechtens bzw. nötig dargestellt.
    Scheinbar aber haben sie Kritik an der VHS und ihrer Lernförderung. Mögen sie die noch formulieren, so dass wir die direkt aufgreifen und ihr nachgehen können?

    Im Feb 12 berichtete der OB:
    „3. Wie ist der Stand im Bereich der Lernförderung?
    Im Bereich der Lernförderung hat die Stadt Jena ein besonderes Angebot entwickelt. Dabei wird die Lernförderung in der Regel in der Schule selbst angeboten. Sie wird realisiert durch Honorarkräfte der Volkshochschule – in der Regel pensionierte Lehrer oder Erzieher aus dem Hortbereich mit Lehrbefähigung. Durch das Angebot direkt in der Schule ist eine enge Abstimmung mit dem Fachlehrer möglich und es entfallen Fahrtkosten für das Kind. Anträge auf Lernförderung werden nach Eingang an die Volkshochschule (VHS) weitergeleitet. Diese versucht schnellstmöglich – nach Rücksprache mit Schule – eine ge-
    eignete Nachhilfe zu finden. In aller Regel beginnt diese ca. 3 – 4 Wochen nach Antragseingang bei der VHS. Bis jetzt liegen/lagen der VHS 44 Anträge vor, davon sind zwei Lernhilfen noch nicht angelaufen.“

    Dazu gibt es auch noch die Anfrage Fr. Jonschers zur SR-Sitzung vom 25.4.: http://egov1.kommunenonline.de/sessionnet/buergerinfo//to0040.php?__ksinr=4124&toselect=24685 Antwort Seite 5 des Protokolls.


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  19. @susi.töpfer
    Nordbaracken/Wohnheim Naumburger Straße: die werden wohl dieses Semester endgültig leergezogen und dann abgerissen und die Fläche zum Nutzen und Frommen vom Land für Einfamilienhäuser verkauft. Macht ein ordentliches Minus beim Wohnraum, auch für Studis. Vielleicht aber schafft der der StS das Verkaufsgeld für den Wohungsbau zu halten. Das minus aber bleibt, selbst wenn dort anderes, kleines Wohnen entsteht. Zu anderem, für Jena sinnvollem Handeln konnte sich die Landesregierung niemals durchringen, allen Interventionen, auch von Seiten der Studierenden und Bürger_innen zum Trotz.

    @Jensenserin:
    Es gibt das Problem, aber vor allem hat der Tierschutzverein ein Problem und muss bisher die Kosten aus eigener Tasche tragen. Wie dem Problemen der verwilderten Katzen begegnet werden kann, wird diskutiert. Ob es mit festen Futterstellen und gelegentlichem zufälligen Behandeln getan ist, kann mensch aber bezweifeln. Die Idee mit der Kastration kommt auch von Tierschützer_innen, andere können diesen Eingriff ins tierischen Leidensleben aus ethischen nicht billigen.


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  20. Mike: ihre Aussage „für Jena sinnvollem Handeln konnte sich die Landesregierung niemals durchringen“ …
    warum ist das eigentlich so, habe ich noch nie verstanden ?


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  21. Die Einführung des Bildungspaketes, speziell der Lernförderung, wurde durch die Bundesregierung seinerzeit als die Lösung aller Probleme der Chancengleichheit im schulischen Bereich über die Medien kommuniziert. Dabei war es Intension oder es wurde bewusst in Kauf genommen, das dies bei der Bevölkerung unreflektiert so ankommt. Seitdem ist schulische Chancengleichheit finanziell schwacher Schüler, ich sage ganz bewusst nicht sozial schwach, übrigens als Argument in jeglicher sozialen Argumentation verschossen. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung gibt es ja das Bildungspaket, welches erstmal zu 3/4 ein Teilhabepaket ist. Ihnen meinen Groll schon allein über diese begrifflichen Nebel zu erläutern geht hier zu weit und beantwortet ihre Frage nicht. Ich selbst bin Mitarbeiter in einer Bildungseinrichtung und wir hatten uns vom Bildungspaket echte Entlastung und konkrete , schnelle und effektive Hilfe für lernschwache Schüler versprochen. Wie das Bildungspaket nach dem 30.06. 2011 in Jena umgesetzt wurde, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen. Erinnern wir uns gemeinsam? Mit Übertragung der FÖ-MI Bereich Lernförderung an die VHS nahm das Übel in Jena seinen Lauf, den Anfang nahm es im Stadtrat, der wir Sie ja schon schrieben, immer mal die eine oder andere Erläuterung durch die Verwaltung bedarf. Warum die Verwaltung bei einem Volumen von 1,5 bis 2,0 Millionen Euro Gesamtvolumen zu der Erkenntnis gelangt, das dafür keine Ausschreibung nötig sei entzieht sich meiner Kenntnis ich möchte hier und jetzt auch keine Mutmaßungen mehr anstellen. Ich frage mich nur warum ein Stadtrat so etwas glaubt. Ich persönlich habe damals und auch heute noch öffentlich im Jahr 2011 schon die sehr langsame Einführung/Umsetzung des Lernförderungspaketes in Jena kritisiert. Eine Fraktionskollegin von Ihnen, Herr Niederstrasser, sagte damals zu mir, ich solle nicht zu sehr meckern, die Stadtverwaltung könne auch anders. Wie und Wieso ließ die Dame offen. Nun ja.

    Aber zurück zum Thema:

    Der Beschluss von Bundestag und Rat wurde lange und sehr öffentlichkeitswirksam für eine bestimmte Ministerin angekündigt und im Januar 2011 Gesetz. Anfragen waren somit ab Januar von den Betroffenen auch in Jena garantiert. In der Licht- und Bildungsstadt Jena jedoch erhielt man bis zum Juni 2011 vage Antworten. Zum Antragsverfahren, zur Umsetzung, wer machts usw. auch teils widersprüchliche Auskünfte von Sozialamt oder sogar einzelnen Sachbearbeitern. Summa Summa summarum ein heilloses Chaos, normaler Ämterwahnsinn. Von der Art und Weise der Antragsformulare mal abgesehen – da hätte manch Verwaltungsangestellter nochmal vom Bildungspaket in Form von Rechtschreib-Nachhilfe profitieren müssen. Nachdem die ersten Eltern einfach überall einen Antrag stellten, sollte man sich schon mal einen Anbieter suchen und beginnen, es würde dann im Nachgang alles geregelt.

    Dann kam der Hammer:

    Bis 30.06.2011 konnten übrigens alle Eltern den Träger für Lernförderung frei wählen. Dabei machten viele die erfahrung, dass in den behördlichen Trägern, und das ist in Jena wieder einmal JenArbeit- die hier unrühmlich agierte mit extremen Bearbeitungszeiträumen von bis zu 1/2 Jahr von sich reden. Ich habe mehrere Klienten, die noch heute auf eine Antragsentscheidung ihres Antrages von vor dem 30.06.2011 warten!!! Und nun? Mit Wirkung zum 30.06.2011 durften die Kontingente für Lernförderung mit Beschluss des Stadtrates nur noch dirket an die VHS abgegeben werden. Von Wahlfreiheit keine Rede mehr. Warum? Herr Schneker argumentiert mit wenig Kosten für die Betroffenen, da die VHS Honorarkräfte an die Schulen kommen usw. Klingt gut und plausibel. Die Interessante Fragen hierbei sind: Werden die Honorarkräfte angemessen bezahlt? Von Wem? Wieviele sind denn im Einsatz vor Ort? Wie groß sind die Lerngruppen uswusf. Herr Schenker beantwortet alle diese fragen frank und frei mit der Antwort 500.000€ Wem`s reicht? Ich kritisiere nach einem jahr Einführung und der Umsetzung in Jena dass die Mittel nicht ausreichend ausgeschöpft werden: Immer noch warten Eltern im Schnitt 3-4 Monate auf eine Rückmeldung, geschweige denn auf eine Förderung. Es kommt auch nicht generell jemand in die Schule. Einem Schüler der 6. Klasse wurde am Telefon von der VHS geraten abends von 17:30 Uhr an im Mathematikkurs im christlichen Gymnasiums teilzunehmen, der durch die VHS durchgeführt wird. Von individuell und gezielt kann doch hier keine Rede sein. Noch besser eine Mutter berichtete mir, das ihr Sohn mit der Lernförderung, die sehr sporadisch durchgeführt wurde, einen seinen Leistungen im Förderfach sogar schlechter geworden ist. Ich persönlich könnte hier noch 20 bis 25 Beispiele bringen, meine Kollegen genauso und schon sind wir im signifikanten Bereich bei insgesamt 3.500 Betroffenen. Interessant ist auch, das die Stadt Jena aus dem Gesetzestext „lernschwach“ in ihrer kommunalen Richtlinie oder wie es auch immer heißen mag „akut versetzungsgefährdet“ gemacht hat – den Eltern quasi suggeriert wird – Dein Kind ist doch noch zu klug – und wenn die Förderung endlich mal durch einen kommunal angestellten Leistungssachbearbeiter i.d.R. der, der Eltern, da ja Bedarfsgemeinschaft bewilligt ist – dann, ja nur nur bis zum Status „keiner akuten Versetzungsgefährdung mehr“, gefördert werden kann. In einem amtlichen Schreiben wird dafür schon mal ein Arbeitsschutzgesetz aus dem SGB zitiert – es kriegt ja keiner mit…

    Ich renne mit diesem Problem seit einem Jahr von Fraktion zu Fraktion – auch zu der Ihrigen. Und wenn ich eine kleine Anfrage von Ihnen vergessen habe – so tut`s mir leid. Politisches Handeln sieht für mich anders aus und Interesse und Engagement erst recht. Vielleicht habe ich ja nun das Ihrige geweckt. Und für alle die es sich nicht vorstellen können, so läuft`s echt und für diejenigen, die jemanden kennen wo es funktioniert freut euch Glück gehabt. Für mich sieht es nach willkommenen Mitteln aus dem Bundestopf aus – mit dem die Jenaer-VHS und Herr Schenker machen können, was sie wollen. Kurse gibts in der VHS genug, dort kommts bestimmt gut und richtig an blablabla und Stadtrats-Anfragen von Oppositionsparteien, sorry Mike, kann man mit Nebelkerzen saturieren.


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  22. o.g. Kommentar ist die Antwort auf die Frage von Mike am:
    12. Oktober 2012 um 21:48 Uhr


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  23. Bruno ist ja wahnsinn was hier los ist. ich wünsche viel kraft und ausdauer und vor allem Erfolg.


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  24. Jena, die Stadt der Gassen, der dichtesten Bebauung und einem freien Platz: dem alten Markt sogar mit Brunnen und 2 Bänken.
    Holzmarkt und Abbeplatz will doch keiner ernsthaft als gemütliche Freifläche/Grünfläche bezeichnen.

    Hallo Herr Schieck, wie wäre es wieder mit ein bißchen Grün auch im Zentrum unserer Stadt, ist auch ein gutes Mittel gegen Feinstaubbelastung.


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  25. Dieser Artikel macht mich zornig. Wieder ohne B-Plan, wir sehen was dabei raus kommt (Westbahnhofstr. z.B.), wieder absolut undemokratisch – Leute das zieht sich schleichend durch so viele Teile der Politik und unserer Gesellschaft: die einst errungenen Rechte geben wir aus Bequemlichkeit und Stress auf.

    Die Entscheidungsträger dieser Stadt haben keinen differenzierten Blick, kein sachliches sondern koalitionäres Denken und kein Gespür für die Menschen dieser Stadt und was sie brauchen.

    Engelplatz mit so viel Gewerbe und Büro-Raum. Direkt neben dem Theater??? Und neben viel zu vielen Gewerbe- und Büroflächen in der Innenstadt, die noch entstehen werden. Was soll denn das für ein Zentrum sein? Im Zentrum einer Stadt trifft sich ihr Leben? Ja besteht denn das nur aus arbeiten, Geld ausgeben, schlafen und scheißen? Mann, das kann doch nicht sein. Für manche ist die Kotzgrenze irgendwann erreicht, die verlassen die Stadt. Die Bleibenden werden nostalgisch, still wütend oder sie werden sich anpassen, nicht mehr darüber nachdenken und sagen „das ist halt so“.

    Und die paar Planer, Verwalter und „Politiker“ denken, sie machen einfach ihre Arbeit. Doch ich sage Ihnen was, ohne Menschen persönlich aber in der Sache angreifen zu wollen: Sie machen ihre Arbeit gar nicht oder höchstens verdammt schlecht. Sie sind Gewählte nicht um so nen Quatsch zu machen, sie sind Bedienstete der Bürger_innen dieser Stadt und nehmen sich eine Macht und eine unbelehrbare Besserwisserei heraus. Sie schrecken vor den unsinnigsten Kommunikationsstrategien nicht zurück, die jeglicher Moral widersprechen, und die man Kindern versucht gar nicht erst beizubringen. Sie lügen, sie winden ihre Argumentationen zurecht, sie folgen ihren Wortführern, sie stellen Anerkennung in ihren Kreisen über das Wohl der Menschen, sie schweigen und fragen zu wenig, sie vergessen ihre eigenen Ideale, sie vergessen ihre Intuition zu fragen und reflektieren (eigene) Paradigmen und ideologische Momente nicht, sie vergessen worum es im Leben eigentlich geht. Und denken dann noch, sie würden so viel und richtig machen für die Stadt.


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  26. dies wäre doch der perfekte Standort für ein unperfekthaus gewesen, schade.
    Kirsten, sie haben die richtigen Worte gefunden. Ich pflichte ihnen zu 100 % bei.


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  27. kirsten ich stimme ihnen bei. ihr artikel macht mich traurig. „.. mann kann in Jena`s Zentrum nur noch arbeiten und geld ausgeben“, allerdings können aus kostengründen (mietpreise) nur noch die besserverdienenden hier ..“schlafen und scheißen“.


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  28. dies wäre wirklich ideal einmal sozialen Wohnungsbau von Jenawohnen einzufordern. Sonst haben wir bei Mietwohnungen wirklich eine soziale Entmischung, dann haben wir Wohngebiete, die man klassifiziert nach Ober- und Unterschicht.


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