Bürgerbeteiligung sollte der Motor Jenas sein |

Bürgerbeteiligung sollte der Motor Jenas sein

Bürgerbeteiligung

Jena (07.10.12). Stop! Nicht gleich wieder weiter klicken. Einfach mal lesen und drüber nachdenken oder besser gleich noch mit kommentieren oder gleich aktiv werden. Naja, das wäre wohl für den Anfang zuviel des Guten.

Und wieder saß ich da und habe mir Gedanken über Jenapolis und natürlich in diesem Zusammenhang auch über Bürgerbeteiligung (ich mag das Wort eigentlich ja gar nicht: Demokratie find ich besser) gemacht. Und ja, Jenapolis ist nicht einfach ein Nachrichtenportal, sollte es auch nie sein. Auch weil ich glaube das Jena im Moment, wie viele andere Kommunen und Städte am Scheideweg stehen, noch den Sprung in die Zukunft zu schaffen, noch! Und in diesem Zusammenhang habe ich mir wieder einmal Gedanken über Bürgerbeteiligung in Jena gemacht, die ich hier nun einfach aufgeschrieben habe. Dabei geht es mir um eine nüchterne Betrachtung der Situation, nicht um Vorwürfe oder Anfeindungen, einfach nur um Gedanken wie ein Jena mit mehr Bürgerbeteiligung funktionieren könnte und was es dafür bräuchte.

Grundsätzlich kann man sagen, das belegen mittlerweile viele praktische Beispiele, wird Politik durch mehr Bürgerbeteiligung hinsichtlich der Inhalte einfach besser. Dafür braucht es aber klare und verbindliche Regeln, die wir derzeit in Jena nicht haben.Derzeit scheint hier jeder Ausschuss oder Eigenbetrieb seine eigene Definition von Bürgerbeteiligung definieren zu wollen und dies, ja leider auch zu können.

Es braucht in Jena Politiker, die Beteiligung auch wirklich wollen, eine Verwaltung, die Beteiligung auch nach ihren Kompetenzen und Ressourcen kann. Dies setzt aber eine neue innere Haltung voraus, dass Beteiligung auch ehrlich und gewollt sein will. Es braucht natürlich auch Bürger/innen, die sich beteiligen wollen. Es braucht Fachleute innerhalb und außerhalb der Verwaltung, eine Politik und Verwaltung, die die Bürger bei Entscheidungen zur Bürgerbeteiligung ernst nehmen und selbstverständlich auch rechtliche, organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen. Es geht um Ressourcen und Infrastruktur, damit die vielfältigen Ideen und guten Methoden auch effektiv umgesetzt werden können. Wir brauchen in Jena einen offenen, dialogischen Prozess. Nur wenn die Offenheit da ist, kann man zu Lösungen kommen, die tragfähig sind und von allen verinnerlicht und damit akzeptiert werden.

Es geht um das Gefühl sich wirklich beteiligt zu fühlen. Wenn ich mich als Teil der Gesellschaft fühle, lasse ich mich auch zur Beteiligung motivieren. Erst dann werde ich Teil der Gesellschaft. Es geht um ein Grundverständnis bei Politik, Verwaltung und den Bürger/innen, dass Partizipation ein zentrales Element der Demokratie ist.

Die Chancen, die damit einhergehen liegen auf der Hand. Bürgerbeteiligung schafft neue Sichtweisen für einen Lebensstil- und Kulturwandel, für gesellschaftliche Veränderungen und Visionen … Es geht um die Identifikation der Menschen mit dem eigenen Lebensraum in den Städten und auch auf dem Land.

Was fehlt uns derzeit in Jena. Vor allem eine Diskurs- und Debattenkultur, denn vor allem auch die kritische Auseinandersetzung bringt uns zusammen und weiter, schafft langfristig wieder das Vertrauen, was wir dringender nicht brauchen können. Denn, so denke ich, haben wir keine Bürgerbeteiligungsproblem, sondern ein Demokratieproblem und dem sollten wir uns schleunigst zuwenden.

Dazu braucht es

… Menschen mit Visionen
… professionelle Begleitung
… Kümmerer in Politik und Verwaltung
… neue Strukturen in der Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und Bürger/innen

Bürgerbeteiligung ist keine Gefahr, sondern eine Chance. Die Gefahr sind die Menschen und Strukturen, die ewig immer nur am Alten festhalten und Angst vor diesem neuen Weg haben. Und, liebe Politik und Verwaltung. Holt euch nicht immer die Leute für „eure Art von Bürgerbeteiligung“ irgendwo aus Deutschland. Wir sind alle hier in Jena und sind jederzeit bereit gerne mit zu machen. NOCH! Bürgerbeteiligung kann nicht von „oben“ verordnet werden, sie muss von „unten“ wachsen!

Und noch was, dazu aber dann später noch mehr, Jena ist eine Bildungsstadt. Aber was völlig fehlt, ist eine aktive Auseinandersetzung, welche Rolle (kleine) Kinder und Jugendliche in diesem Prozess spielen dürfen bzw. sollen. Wir müssen über ein „Schulfach“ Bürgerbeteiligung oder Demokratie nachdenken, wir müssen Bildung neu denken. Es kann nicht sein, dass mein Sohn (15 Jahre) zu mir sagt, was kann ich eigentlich tun, wenn ich mich einbringen will.

Dort sitzt die eigentliche Schere in unserer Gesellschaft. Bevor wir das nicht lösen, wird die Schere zwischen arm und reich, dem dazu gehören oder nicht dazu gehören immer weiter aufgehen.

Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken eigentlich ganz laut läuten. Und wo kann man am Schnellsten was verändern? Natürlich im Lokalen, natürlich hier in Jena, natürlich hier und jetzt! Ich bin ja auch für den Leuchtturm Jena, aber eben für ein anderes Leuchten und ich werde nicht aufhören dafür zu werben und auch zu kämpfen. Denn auch der Kampf, die Kritik, gehört genauso dazu, wie auch das sich freuen und stolz sein auf das Erreichte!

Vielleicht kommen meine Worte etwas sehr pathetisch rüber, aber es ist mir wichtig dies zu sagen. Das ist auch genau das, wie ich die Polis in Jenapolis verstanden wissen möchte. Die Kooperation sollte in Zukunft das Stilmittel sein und immer unter dem Motto stehen, „es ist ja unser aller Jena“ um das es hier geht. Das sollten wir dabei nie vergessen!

53 Kommentare zu "Bürgerbeteiligung sollte der Motor Jenas sein"

  1. Danke Arne,
    schöne,ehrliche und klare Worte.


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  2. Am denkwürdigen 7.Oktober 2012 unterschreibe ich das ebenso!
    Jenapolis ist das einzig noch zugelassene kritische Medium zu dieser Zeit, in dieser Stadt. Macht es nicht kaputt!


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  3. Dazu passt Ingo Schulzes Dresdner Rede über Unsere schönen neuen Kleider. Darin beschreibt er die ständig voranschreitende Schwächung der Demokratie: „Beispiele für die neuen Kleider unseres Gemeinwesens ließen sich fast auf jedem Gebiet finden. Es gibt kaum einen Bereich, der vor der Privatisierung und damit vor der Kommerzialisierung, also vor Gewinnstreben, geschützt wäre.“ Ein wenig Hoffnung sieht Schulze im Bürgerbegehren zur Rekommunalisierung der Wasserbetriebe in Berlin: „Trotz des politischen Gegenwindes und einem erschreckenden Desinteresse der Medien, gelang das Wunder: Es kam über etliche Zwischenetappen zu dem Volksentscheid und der wurde gewonnen, obwohl das Budget der Aktivisten bei etwa 25000 Euro lag. Das Niederschmetternde daran ist allerdings, dass diese Initiative von einem Dutzend wacher Demokraten, sich gegen den gesamten demokratischen Apparat durchklagen musste, und dass es darum ging, Beschlüsse von demokratisch gewählten Vertretern rückgängig zu machen.“

    http://www.ingoschulze.com/rede_dresden.html

    Der Kaiser hat nichts an. Jena bildet da keine Ausnahme.


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  4. Ja, der Artikel ist sehr schön. Nur irgendwie funktioniert Bürgerbeteiligung in Jena nicht so richtig. Wir haben doch schon so viel ausprobiert.

    Begonnen wurde doch mit der Gründung der Partei Bürger für Jena. Sollten diese nicht unsere Interessen vertreten ?
    Dann gibt es die BI Eichplatz, die BI Kleingartenverein, die BI weiß nicht noch was.

    Wenn es zu Bürgerbegehren kommen soll, werden diese doch von unserem liebenswürdigen OB einfach nicht zugelassen. Läuft eigentlich noch die Klage der BI Eichplatz ?

    Wenn jeder nur sein kleines Wohnzimmer vertreten lassen möchte, wird dies sehr schwierig.

    Und das schlimmste ist, der Masse der Jenaer ist doch vieles egal, die merken erst was los ist, wenn sie nicht wissen, wo sie ihr Auto parken sollen oder wenn eine Schule mal geschlossen werden soll, wie die Grete Unrein.

    Es bricht eine kleine Flamme auf, die kurz darauf verglüht.

    Für Jena wäre die Idee sehr wünschenswert, aber es fehlt eine Plattform, wo sich alle Interessierten aus allen Ecken treffen und austauschen können. Es müßte ein Instrument erst dafür geschaffen werden. Nicht nur im Internet.

    Und vor allem müßte der Kleingärtner über seinen Gartenzaun schauen und die Lehrer dürften nicht nur für Bildung streiten.

    Ich weiß nicht , wie ich es sagen soll. Die Idee ist wünschenswert umgesetzt zu werden und man darf nicht vergessen, die große Mehrheit wird immer nur Zuschauer bleiben. Das sind Mieter, Angestellte, Rentner, Gebührenzahler also brave Bürger, die es allen Recht machen möchten, die keine eigenen Ideen überhaupt erzeugen werden.

    Die , die mitmachen werden immer eine Minderheit bleiben, das sollte uns aber nicht abschrecken.

    Unsere Politiker werden auch nur von Minderheiten gewählt, bei Wahlbeteiligungen unter 50 %.

    Die Frage ist, wie reißt man 2 oder 3 Leute mehr aus ihrem Sessel und sagt, mach mit, bring dich ein, baue unser Jena mit auf.

    Machen wir unser Jena lebens- und liebenswert, andere machen dies nicht für uns.
    Ich hänge selbst noch ein wenig im Sessel fest. Man möchte etwas bewegen, doch die schweigende Masse schreckt einen zurück.


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  5. Ich habe das Gefühl, man sichert der Masse der Bürger ein Existenzminimum zu , damit einige Wenige das große Rad für sich drehen können, wie in unserer Konzernstadt Jena.
    Dann gibt es noch die Unternehmer, die kämpfen für sich allein am Überleben, jeden Monat die Gehälter und andere Fixkosten aufzubringen ist nicht einfach, diese könnten sich einbringen, haben aber gar keine Zeit dazu. Ja und da gibt es noch diejenigen, die nur tageintagaus dem runden € hinterherrennen.

    Fazit: ich habe die Hoffnung, dass man trotzdem damit beginnt, auch wenn es Wenige bleiben werden.

    Wir sollten nicht in den Fehler verfallen, zu begründen, warum etwas nicht geht, wie so oft in Deutschland.


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  6. Das Beste was ich seit langen auf jenapolis gelesen habe, auch wegen der Ausgewogenheit des Textes.


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  7. Hallo Stadtentwicklung Jena,

    schön sie wieder einmal bei uns zu haben.

    Machen wir mal einen großen dicken Strich und fangen zusammen von vorne an.

    Für ein liebenswertes Jena haben Sie unsere vollste Unterstützung.


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  8. Andreas Mehlich | 7. Oktober 2012 um 14:34 | Antworten

    @Jeneserin
    Die Klage zum Eichplatz bzw. die Klage auf Zulassung des Antrages für ein Bürgerbegehren (Der Eichplatz bleibt in kommunaler Hand) läuft noch. Ich wollte schon lange darüber informieren, doch leider zieht sich dieser Prozess aufgrund der Aktenlage in die Länge. Sobald es konkret wird, berichte ich darüber.

    Zum Thema Bürgerbeteiligung:
    Hierbei handelt es sich um den zweiten abgelehnten Antrag auf ein Bürgerbegehren. Zur Erinnerung: Das eigentliche Thema der Bürgerinitiative „Mein Eichplatz – unser Jena“ war und ist Bürgerbeteiligung im großen Stil, hier der erste Antrag auf die Zulassung eines Bürgerbegehrens: Was begehrt die Bürgerinitiative „Mein Eichplatz“?


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  9. @Denis Peisker:

    Prima, hier können sie ganz konkret zu mehr Bürgerbeteiligung beitragen:

    http://meineichplatz.jenapolis.de/spenden


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  10. Anne hat Recht, es ist Zeit für einen großen Neuanfang vor allem in Sachen Kommunikation zwischen Stadtrat, Stadtverwaltung und der Bürgerschaft.

    Laßt uns bei Null beginnen.

    @Jenenserin: ja das alles ist sehr kompliziert, vor allem in der Umsetzung. Der erste Schritt ist aber
    Information, Information und noch einmal Information.

    Wir machen nun einmal einen Riesenschritt von der Industriegesellschaft in eine Informationsgesellschaft.


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  11. @ Denis Peisker:

    Wenn es für Sie das Beste ist, was Sie seit langeM auf jenapolis gelesen haben, waren Sie einen langen Zeitraum nicht hier gewesen. Die eigenen Artikel und die meisten inhaltlichen Kommentare sind allesamt besser als der Senf, den Sie im Stadtrat dauernd von sich geben.
    Wenn Sie sich mit dem Artikel so gut identifizieren können, wieso handeln Sie nicht danach? Als Anhänger von Bürgerbeteiligung sind Sie nun nicht gerade aufgefallen, eher das ganze Gegenteil.
    Dann fangen Sie mal beim Eichplatz endlich an!


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  12. Vielen Dank Arne, für den neuerlichen Anstoß zu mehr Demokratie!

    Nachdem ich mich bis 1987 nur sehr sporadisch politisch einmischt habe (war nie in einer Partei), weil danach meist ein Bumerang kam, habe ich 1988/89 als Teil von 19 Kirchen und Glaubensgemeinschaften der DDR gemeinsam mit formuliert, was sich in unserem Land (damals DDR, heute zum 7.10. zur Erinnerung) ändern muss, und – als Konsequenz – habe ich 1990-1994 als Abgeordneter in die Kommunalpolitik als Parteiloser im Stadtrat (hieß damals noch Stadtverordnetenversammlung) mitgemischt, was ich höchst interessant fand (wünschte diese Erfahrung jeder und jedem!!!), praktiziere ich seit 1994 in vielfältiger Weise Bürgerbeteiligung weiterhin als Parteiloser: Diakonieverein Jena e.V. seit 1994, Bürger für Sonnenenergie e.V. bis 2011, Lokale Agenda 21 Jena seit 1999, Asylverein bald nach 1990, AG Fahrradverkehr (deren Sprecher ich seit vielen Jahren bin, s. http://www.jena.de/fahrradverkehr – hier kann jede und jeder mitmischen – Rederecht auch für Gäste), BürgerEnergie Jena eG (deren Aufsichtsratvorsitzender ich seit der Gründung 2011 bin) mit den öffentlichen regelmäßigen BürgerEnergieTreffs, Kirchgemeinde am Albert-Schweitzer-Gemeindezentrum in Jena-Ost, Kantorei St. Michael (heute Abend wird in der Stadtkirche ein schönes Konzert gegeben), … Also, ich muss sagen, dass ich viele Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung sehe und wahrnehme. Sicher, man könnte noch mehr machen, aber ich selber habe nicht mehr Zeit, habe ja vor allem auch Beruf (leite eine Arbeitsgruppe) und Familie. Also Möglichkeiten gibt es aus meiner Perspektive zuhauf. Aber ich sehe auch Probleme:

    Ich habe in meinem jahrelangen öffentlichen Engamement immer wieder erleben müssen, dass viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter in öffentlichen, gemeinnützigen Dingen nicht die Geduld haben, bis dann nach einigen (z.B. 10) Jahren endlich ein gesetztes Ziel erreicht ist. Ich habe dafür bei jungen Menschen heute auch gewisses Verständnis, weil sie vielfach nur wenige Jahre in Jena weilen, z.B. während der Schulzeit, Lehre, des Studiums, der Promotion, immer häufig nur befristete Anstellungen im Beruf. Wie kann man da sozial Wurzeln schlagen, Mitstreiter finden und die i.d.R. längere Zeit zwischen „Saat“ und „Ernte“ seines eigenen öffentlichen gemeinnützigen Engagements überstehen? Andere sind ohne bezahlte Beschäftigung (um nicht „arbeitslos“ zu sagen) – ein Skandal der Gesellschaft, wie wir alle wissen – und von daher sind sie nicht motiviert unentgeltlich sich an irgendetwas zu beteiligen (wofür andere evtl. sogar noch bezahlt werden…). Das sind aus meiner Sicht die Hemmklötze eines demokratischen Miteinanders und gemeinnützigen Engagements.
    Im Übrigen beteilige ich mich nur wenig an den Diskussionen auf Jenapolis, weil ich den Stil der Kommentare zu den Kommentaren mit den Daumen nicht mag – obwohl ich schon mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass die Daumen nichts zu sagen haben. Aber trotzdem stören sie mich. Außerdem stört mich die Annonymität vieler Kommentatoren. Ich schreibe mit Klarnamen und mag es nicht, wenn ich aus dem Hinterhalt annonym angegriffen werde. Das ist für mich keine Streitkultur – weil Arne diese in seinem Artikel angemahnt hatte (Artikel sind auf Jenapolis häufig gut). Ich bin ja aber hier schon mal belehrt worden, dass die Möglichkeit einer Annonymität laut Gesetz gewährt werden muss. Aber keiner wird ja gezwungen, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Es wird aber auf der Plattform Jenapolis vielfach von der Annonymität Gebrauch gemacht – aus meiner Sicht ein Mangel an Streitkultur. Ich muss bedauernd feststellen, dass sich manche scheuen, ihren Klarnamen zu schreiben – aus sozialen oder beruflichen Gründen. Leider. Auch das behindert m.E. Demokratie.


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  13. „Und noch was, dazu aber dann später noch mehr, Jena ist eine Bildungsstadt. Aber was völlig fehlt, ist eine aktive Auseinandersetzung, welche Rolle (kleine) Kinder und Jugendliche in diesem Prozess spielen dürfen bzw. sollen. Wir müssen über ein „Schulfach“ Bürgerbeteiligung oder Demokratie nachdenken, wir müssen Bildung neu denken. Es kann nicht sein, dass mein Sohn (15 Jahre) zu mir sagt, was kann ich eigentlich tun, wenn ich mich einbringen will.“

    Und jetzt wundere ich mich ein wenig: ist der Sohn nicht in einer Schule, welche genau dieses EINBRINGEN als Unterrichtsfach anbietet. Und so gesehen kann ich nur sagen, dass „man“ doch auch mal schauen kann, was es alles schon in Jena so geht!
    In diesem Sinne bin ich gespannt, was ab nächste Woche beim Abendbrot vom neuen Unterrichtsfach erzählt wird!


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  14. @Uwe Ja, mein Sohn geht auf die Jenaplanschule und ja wir sind sehr zufrieden mit den Einbringungsmöglichkeiten. Trotzdem ist und bleibt es eine Schule und in einer Schule wird zuallererst gelehrt. Die Praxis kommt auch dort zu kurz, was ich den Lehrern bzw. der Schule gar nicht anlasten werde. Und nein, es werden keine Debatten zu aktuell politische Themen geführt (vor allem nicht lokal), die gerade bewegen. Aber auch darauf sollte und muss Schule vorbereiten. Dies macht man nicht einfach so nebenbei, dafür sollte es schon nach Plan vorgehen. Praktische Elemente wie direkte Demokratie sind gar nicht so neu, spielen aber in der Lebenswelt meines Kindes keine Rolle. Auch bleibt die Frage: Die Schule existiert im aktuellen System und wie selbstverantwortlich darf Schule aber eigenverantworlich politisch Stellung beziehen?

    Und noch was, im Bereich der Medienpädagogik ist dies ebenso der Fall. Der Umgang mit Technik ist nicht mehr das Problem für die heutige Jugend, eher Themen wie Netzpolitik, Datenschutz, Kommunikation in sozialen Netzwerken etc. Aber diesen Sack will ich nicht auch noch aufmachen. Dazu demnächst an dieser Stelle mehr. Ein Beitrag ist bereits in Arbeit!


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  15. @Reinhardt Guthke: Ich bewundere ihre Ausdauer , sie lassen sich nicht unterkriegen. Ich finde aber die Daumen gerade spannend und mit der Annonymität habe ich auch kein Problem. Wie heißt es so schön Namen sind wie Schall und Rauch. Die Inhalte, sind das auf die es ankommt. Und vielleicht schreibt ja ein Insider, der nicht erkannt werden möchte, hier eher seine ehrliche Meinung. Man muß so keine Kompromisse machen. Auch geht der Kommentar einen schneller von der Hand. Man schreibt kurz was man denkt, ohne Rücksicht auf die Gesellschaft oder dem Nachbarn, dies finde ich spannend.
    Sie müssen bedenken, dass nicht jeder nach aussen so stark ist wie sie.


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  16. Noch ein positiver Aspekt der Bürgerbeteiligung: Die Masse der Bürger ist immer schlauer wie ein einzelner Abgeordneter, welcher Gutachten für jede Kleinigkeit in Auftrag geben muß. Die Krönung ist , dass die Planungsphasen so lang sind, dass die Ergebnisse oft überholt sind. So wie das Einzelhandelsgutachten für Jena ! Wie hoch ist z.Z. der wirkliche Bedarf von Einzelhandelsflächen in Jena? Sind das wirklich noch 16.000 m² oder vielleicht nur 5 000 m² ? Ich habe gelesen am Engelplatz entstehen weitere 500 m² Handelsfläche.
    Würde da auf dem Eichplatz auch nicht 1 Geschoß für den Handel reichen und wir bauen darüber lieber Wohnungen?
    Oder ist nicht ein Bedarf für ein Gymnasium im Zentrum da ?
    Vielleicht will man aber auch eine grüne Insel im Zentrum und man muß nicht alles bebauen, sondern nur die Hälfte, ich las auch den Wunsch von einigen Kommentatoren lieber in die Höhe als in die Breite zu bauen. Warum darf neben einem großen runden Turm in einer Großstadt nicht auch ein 10 geschosser stehen ?

    Ich denke der Aufschrei gegen die jetzige Eichplatzbebauung sollte endlich von unserer Regierung ernst genommen werdén.
    Hier ist die Bürgerschaft auch viel schlauer und aktueller wie jedes Gutachten von nur einer Person.


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  17. Wir leben in einem System voller Illusionen.

    Die Ansprüche des Volkes an die geistige Entwicklung ist relativ gering. Wie einige hier schon bemerken, ist es sehr schwer Massen zu bewegen.

    Das Problem liegt in unserem Politik-Geld-Warensystem.
    Das Geld ist doch weder goldgedeckt noch ist es in Münzen bzw. Scheinen im Umlauf. Das gefährliche ist doch, dass die Gesellschaft von Banken beherrscht wird und damit die Politik. Wissen Sie, dass nur noch 2 % des Geldes bar gehandelt wird, der Rest über onlinesysteme, insbesondere im Investmenthandel. Ganz gefährlich ist der Börsenturbohandel. In sek. werden Aktien gekauft und wieder verkauft und damit schon Märkte bewegt. Es ist sinnlos heute einen herkömmlichen Fonds zu kaufen, er wird immer der Verlierer sein, da der Handel sich von der Realwirtschaft gelöst hat und manipulierbare Computer den Handel übernommen haben.
    Hat sich einmal jemand überlegt, warum umbedingt die Banken gerettet werden von der Politik und in Griechenland wieder gehungert wird und die Menschen um ihre Medikamente betteln müssen ? Das System wird gestützt, die Menschen sterben.

    Ich finde es nur erschütternd, dass alle in Europa so weiter machen wie bisher, obwohl das gesamte System am zusammenbrechen ist.

    Es geht hier doch schon lange nicht mehr nur um die Schulden von Griechenland.

    Es geht um die Machterhaltung einiger weniger auf Kosten der Bürger.
    Hier wird versucht regional sich von Ketten zu lösen, dies ist aber ohne die globalen Probleme zu erkennen nicht möglich.

    Sie schauen Fernsehen ? Dann ist hier die größte Manipulationmaschine auch bei ihnen in Arbeit , die es gibt.

    Wie sagte schon Henry Ford: Denken ist die schwerste Arbeit, deswegen tuen es so wenig.


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  18. So wie das System im kleinen krankt, so krankt es auch im großen. Ich wünsche trotzdem allen Geduld und Kraft, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und wünsche ihrem Unternehmen viel Erfolg.


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  19. Holger Herrmann | 8. Oktober 2012 um 09:19 | Antworten

    @Anne Gutachten sind oft nicht unabhängig und die Zielrichtung des Ergebnisses ist vorgegeben.


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  20. Holger Herrmann | 8. Oktober 2012 um 09:47 | Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren von Jenapolis,
    ich kann der allgemeinen Lobhudelei für Jenapolis nicht zustimmen.
    Mir wurde vor längerer Zeit der generelle Zugang zu Jenapolis ohne jegliche Begründung verwehrt.
    Beiträge wurden oft gelöscht bzw. nicht veröffentlicht.

    Unter Demokratie verstehe ich, dass so eine Vorgehensweise bei jedem einzelnen Vorgang mir gegenüber begründet wird.

    Dieses Verhalten ist genau nicht besser als das Schweigen und Dauerlächeln unseres OB
    und die Pseudobürgerbeteiligung von KIJ.


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  21. Ich muß Holger Herrmann zustimmen. Solange keine Schimpfworte fallen wie Idioten usw. kann man sogar einen Herrn Z. stehen lassen. Allerdings gab es auch schon persönliche Angriffe, ich glaube da ging es um den Boykott jüdischer Produkte vom Doktorchen. Und da wurde auch Jenapolis mit Anwalt gedroht, falls der Kommentar nicht gelöscht wird. Man muß auch immer 2 Seiten sehen Holger Herrmann.


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  22. Insgesamt bin ich froh, dass es Jenapolis gibt. Ich habe jetzt ein ganz anderes Bewußtsein, da ich viele Informationen auch durch die Kommentare bekommen habe, die ich sonst nicht hätte.

    Und ja, wenn jemand ein Gutachten erstellt, wird auch oft nach dem Ziel gefragt. Zum Beispiel kann es ein Unterschied sein ob eine Immobilie wegen eines Verkaufes oder einer Erbauszahlung erstellt wird. Da gibt es schon unterschiedlichste Ergebnisse.


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  23. Holger Herrmann | 8. Oktober 2012 um 10:20 | Antworten

    @susi.töpfer Es geht um meine eigenen Kommentare und deren Löschung bzw. Nichtveröffentlichung.
    Ein eingereichter Beitrag zur „Nichtbewerbung der Eichplätzchen Ausstellung“ wurde wegen Geringfügigkeit nicht veröffentlicht.
    Die Beiträge von Herrn Kemmrich wurden dafür in unabsehbarer Flut veröffentlicht.
    Ich war mir nie bewusst, dass ich gegen die Kommentarrichtlinien verstoßen habe. Es gab aber auch nie eine Erklärung dazu seitens Jenapolis.

    Jenapolois hat ein Problem mit sich selbst. Das Problem zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

    „Jenapolis schafft mit seiner Plattform eine lokale Architektur für Informationen, Ideen und Meinungen. Dadurch eröffnet sie jedem Interessierten die Möglichkeit, die Themen, die ihn bewegen, auf die öffentliche Agenda zu setzen.“
    „Die Redaktion kontrolliert und steuert das Einhalten der Standards der Plattform.“


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  24. @Holger Herrmann Ein ausgewogene Berichterstattung ist nicht immer eine leicht Sache. Diesem Anspruch fühlt sich Jenapolis verpflichtet. Der Beitrag „Ein eingereichter Beitrag zur “Nichtbewerbung der Eichplätzchen Ausstellung” wurde wegen Geringfügigkeit nicht veröffentlicht.“ ist mir nicht eingängig.
    Und ja, wir behalten uns vor Kommentare auch mal nicht zu veröffentlichen. Vor allem, wenn an einem Tage ´zig Kommentare mit teilweise einem Satz gepostet werden. Das passiert auch mal ohne Begründung. Aber wir sind ja Menschen und auch telefonisch erreichbar. Manches lässt sich auf diesem Wege schnell klären. Aber bitte keine pauschalen Verurteilungen. Vielen Dank!


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  25. Holger Herrmann | 8. Oktober 2012 um 10:48 | Antworten

    Ich möchte mein ungebührliches Verhalten entschuldigen und stimme den roten Daumendrücker uneineschränkt zu.


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  26. Ja wer soll eine Stadt gestalten, wenn nicht die Bürger. Die „demokratisch“ gewählten Parteien können dies nicht. Da ja Leute an die Macht kommen, welche von Minderheiten gewählt werden.

    Die ganze Politik in Jena , die unsere Funktionäre hier abliefern ist mir suspekt. Ich verstehe vieles nicht, obwohl ich glaube immer noch zum großen Teil logisch denken zu können.

    Realist hat nicht ganz unrecht. Wir drehen hier an einem kleinen Rädchen in einem Riesengetriebe.

    Die Geschichte beweist aber auch, dass schon einzelne Personen, schon sehr viel Einfluss auf eine Gesellschaft ausüben können , je die Entwicklung entscheidend beeinflusten.

    Selbst aus Jena kamen schon Impulse . Ich muß hierbei immer an unsere Farben schwarz,rot,gold denken. Selbst zu DDR-Zeiten waren die Gruppen Schwerter zu Pflugscharen sehr aktiv, einige wurden ja ausgewiesen. Die Jenaer waren für die bestehende Macht immer etwas anstrengend.
    Vielleicht muß aus Jena wieder eine neue Entwicklung angestoßen werden.


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  27. Richtig Martin, bewegen wir wieder mal unseren Allerwertesten.
    Mal sehen mit welchen Aktionen wir hier überrascht werden. Vergessen wir nicht, alles muß erst reifen.


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  28. @Anne Am 8.Oktober 2012 um 01:11 Uhr:..Oder ist nicht ein Bedarf für ein Gymnasium im Zentrum da ?
    Klaro, bis Herr Schulmeister Schenker das Angergymnasium gegen den berechtigten Protest sehr vieler Jenaer Mitbürger u.Betroffener trotzdem als Verwaltungsfertigteilhaus beschlagnahmte. Wie es ausschaut, rückt er das auch nicht wieder freiwilig heraus!


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  29. Jenaer und Jenenser freuen sich | 8. Oktober 2012 um 11:33 | Antworten

    Wenn die Hoffnung schwindet, hat man verloren. Solche Meldungen deprimieren oder erhöhen den Kampfgeist:
    „Jena präsentiert sich auf der EXPO REAL“

    Dagegen hat diese Aktion:
    „Wir lassen uns aus Jena nicht vertreiben!“ infolge der grossen spontanen Bereitschaft Mut und Hoffnung ausgeloöst.

    Die Menschen müssen begreifen, das fast alle Bürgerprobleme, jeden indirekt betreffen, wenn auch nicht der eigenen Ego direkt angegriffen wurde!

    „Realist hat nicht ganz unrecht. Wir drehen hier an einem kleinen Rädchen in einem Riesengetriebe.“

    Man muß in der Kommune anfangen und sich aber auch beteiligen. Nicht nur die Macher alleine lassen. Ausreden sind fehl am Platze. Die Gesamtheit des Räderwerkes ist ideologisch in Betracht zu ziehen.
    Vernetzung in der Welt ist der grösste Erfolg dieser Epoche. Lerneffekt und Aufklärung sind erstmalig in diesem Maße möglich.
    Alles hat im kleinen begonnen.
    Aufklärung der Wandlung im Rückwärtsgang unserer derzeitigen Politik und auch die positiven Erfolge sind der Motor die Menschen mitzureisen.


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  30. Warum nicht, die Stadt hat doch ein neues schönes Verwaltungsgebäude. Da sie ihre Aufgaben ja ausgründet, z.B. Tiefbauamt, Kultur bzw. KIJ, können die Verwaltungsangestellten doch ein wenig zusammenrücken. Und wenn man den Papierkrieg noch beendet und eine papierlose Verwaltung aufbaut, wie in anderen Unternehmen schon heute praktiziert, braucht man auch weniger Aktenschränke. Es müßte also genug Platz da sein.


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  31. Jenaer und Jenenser freuen sich | 8. Oktober 2012 um 11:43 | Antworten

    Das wäre ja schon einmal der richtige Weg ein Hoffnungssignal für die Bürger:

    Denis Peisker Am 7. Oktober 2012 um 13:46 Uhr
    Das Beste was ich seit langen auf jenapolis gelesen habe, auch wegen der Ausgewogenheit des Textes.

    Aber hoffen wir das es nicht so geht wie der Beitritt vom OB in die BI.
    Das war sehr kontraproduktiv! (heuchlerisch ist der richtigere Ausdruck), Da ja das Gegenteil hinter den Kulissen im Geheimen abläuft.


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  32. Realist: ich habe einen Beitrag über Griechenland gesehen, die Bürger helfen sich gegenseitig, von Essen bis kostenlose Arztbehandlung. Aber der clou ist. Es schießen neue Plattformen zum Warentausch aus den Boden. Haare schneiden gegen Englisch-unterricht . Was machen wohl die Banken wenn wir unsere eigene Währung aufmachen oder ganz ohne Geld Dienstleistungen tauschen. Wenn wir keine Leistung sondern Zeit tauschen, dann brauchen wir gar kein Geld mehr. Übrigens gibt es schon eine Bank (soziale Bank) da kann man Zeitkonten sammeln. Auch gibt es in Deutschland schon regionale Währungen. ist zwar sicher kompliziert, aber besser als am langen Arm zu verhungern.
    Was machen denn die Banken, wenn wir einfach den Euro gar nicht mehr benutzen ? Die sollen lieber mal aufpassen, dass sie ihren Geschäftszweig nicht verlieren, sonst verkaufen sie demnächst Briefmarken. Und die Banken jammern doch auch jetzt schon, weil keiner mehr die schönen Fonds und Zertifikate kauft. Die armen, wollen wir ein bißchen für die Banken spenden ?


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  33. Wir sollten nicht zu schwarz sehen. Wie sagte schon Marx und Darwin: die größten Widersprüche erwirken die größten Entwicklungsschritte in der Evolution. In Jena sind die Widersprüche auch nicht übersehbar. Bin mal gespannt ob die Linke mit ihren Antrag Bonus für Wohngeldempfänger erhöhrt wird. Wäre ja schön.


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  34. Nicht abschweifen | 8. Oktober 2012 um 13:18 | Antworten

    Bei obigem Artikel geht es um Bürgerbeteiligung in Jena. Wenn ich dann einen Kommentar über das weltweite Bankensystem lese kann ich das Nichtfreigeben von Kommentaren gut nachvollziehen.


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  35. Jenaer und Jenenser freuen sich | 8. Oktober 2012 um 15:41 | Antworten

    susi.töpfer

    Britische Metropole führt Regionalwährung ein

    Die erste Stadt hat es am 19 September dieses Jahr getan:

    https://www.radio-utopie.de/2012/09/24/bristol-britische-metropole-fuhrt-regionalwahrung-ein/


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  36. Siegfried Ferge | 8. Oktober 2012 um 22:41 | Antworten

    lieber arne,das ist von dir toll gemacht!
    ich stimme prof.guthke zu und will auch weiter mitmachen.aus eigener erfahrung weiss ich um die schwierigkeiten und vergeblichen hoffnungen.aber ich sehe auch die notwendigkeit,die bürger zu überzeugen.dazu gibt es in allen ortsteilen beste chancen.wollen wir das feld den parteien freiwillig für einen unbürgerlichen wahlkampf überlassen?
    lasst uns gemeinsam den bürgerwillen vertreten.jeder sollte frei entscheiden,wo seine ideen am besten einzubringen sind.


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  37. Leider habe ich wiederholt ähnliche Erfahrungen wie Herr Herrmann machen müssen. Natürlich hat die Redaktion im Sinne eines „Hausrechts“ die Möglichkeit Leserbeiträge jederzeit kommentarlos zu löschen und muss davon auch Gebrauch machen, wenn es rechtswidrige oder beleidigende Aussagen bzw. dergleichen sind. Werden jedoch die selbst gewählten Kommentarrichtlinien nicht verletzt, sondern lediglich kritische Fragen gestellt, ist eine Löschung ein Armutszeugnis und kein Beweis einer streitbaren Diskussionskultur.


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  38. Matthias.große | 9. Oktober 2012 um 03:40 | Antworten

    Bürgerbeteiligung muß man lernen. Und das fängt meiner Meinung nach in der Schule an. Ich war mehrere Jahre Klassensprecher und mußte oft feststellen, dass vielen die Zeit oder die Lust zum Zuhören fehlt. Auch gehört dazu eine gewisse Streitkultur.

    Das Engagement von Herrn Guthke finde ich toll. Nur wenn man neu in einer Stadt ist, gibt es zu den vielen Arbeits- und Interessengemeinschaften oder auch Bürgerinitiativen gar keine Übersicht. Schon eine Aufstellung aller Vereine, die es in einer Stadt gibt, da sucht man vergebens.

    Vielleicht ist dies mir nur noch nicht bekannt, wenn man sich aber eingringen möchte, muss man erst einmal wissen, was für Interessengruppen wo zu finden sind. Es gibt vielleicht sogar zwei davon, ohne dass diese voneinander wissen.

    Wie schon über mir gesagt, mit Information fängt alles an.


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  39. Moin allerseits. Jetzt muß ich gleich einmal meine Gedanken und Gefühle loslassen, weil ich einen weiteren Beweis im Fernsehen gerade sah, warum eine Bürgerbeteiligung so wichtig ist.

    Also ich konnte nicht mehr schlafen und stellte den Fernseher vor einer halben Stunden an, das ist für mich wie Schlaftablette, da ich bei den Gedudele meist einschlafe. Aber diesmal war es zu spannend. Es kam eine Dokumentation über eine der größten STeuergeldverschwendungen in diesem Fall in Baden Würtenberg. Der Stefan Markus, jetzt darf ich einmal ausnamsweise sagen : vor einem Jahr Ministerpräsident und I d i o t kaufte doch überteuert ein Aktionpaket von den Franzosen zurück , den Energieversorger EnBW. Es gab dazu auch einen Untersuchungsausschuß und was ist jetzt meine Erkenntnis? Dieser gute Mann wurde beraten von einen Herrn einer Bank , einem angeblichen Experten man könnte ja auch sagen Gutacher. Ha,ha,ha. Es wurde der ganze Ablauf und vor allem Beginn der Verhandlung gezeigt. Es geht da zu, wie wenn ein Berater einer großen deutschen Vermögensberatung (clever was?) uns eine Versicherung oder Fonds aufschwatzt. Die Herren Unternehmensberater und Finanzberater sind einfach gut geschult und jetzt kommts, haben den Vorsatz für sich einen guten Deal zu machen oder haben selber keine Ahnung von dem was sie verkaufen. Was soll ich sagen unser Ministerpräsidentchen wurde hofiert, mit emails beglückwunscht für das Geschäft seines Lebens von sogenannten größten Experten der Branche. Es ging hier wahrscheinlich (weiß auch nicht sicher) gar nicht um Korruption, sondern um die Eitelkeit unserer Männer. Man hat ihn ja geliebkost, gelobt, auf die Schulter geklopft, ach was für ein toller Mann er doch ist.

    Leute , unsere Politiker sind eitel. Das ist das Problem. Oh Gott warum kommt bei Krisen immer eine Frau ? Unsere Kanzlerin kam ja auch nur durch Krisen an die Macht, man kann nun nicht sagen das sie eitel ist, eher clever und pragmatisch, sie sitzt Probleme auch gern aus. Viele schimpfen auf sie, aber kann es z.Z. von uns jemand besser ?

    Also großes Fazit meines Morgenfernsehens, treffen wir Entscheidungen zusammen, dann wird sie auf keinen Fall aus Eitelkeit oder durch einen cleveren Berater mit verkaufspsychologischer Ausbildung getroffen.

    Mir fällt gerade auf, dass man ja unsere einzige Frau, Frau Schwarz auch gekündigt hat. Jetzt sind die Männer in Jena wieder unter sich. Sehr gefährlich. Diese sind ja alle auch ein klitzkleines bißchen eitel.

    Wenn wir solche Kapriolen unterlassen hätten, könnten wir mit den eingesparten Steuergeldern z.Z. Griechenland 2x retten:
    Schönefeld,
    gleich 2 Autorennbahnen in Deutschland gebaut,
    EnBW,
    Hamburger Sinfonie,
    Binnenafen an der Saale in Halle,
    in Jena wäre dies wahrscheinlich eine MUFU, usw und so fort.

    Wer zum Teufel hat eigentlich unsere damalige Regierung beraten, als es um den Verkauf u n s e r e r Wohnungen an die Stadtwerke ging ?

    Katastropen über Katastrophen. Mit einer reinen Bürgerbeteiligung wird es uns auf keinen Fall schlechter gehen, ob besser müßten wir noch beweisen.

    Nun wünsch ich allen einen schönen Tag, vor allem unseren Herren der Schöpfung.


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  40. mein 2.Fazit: Subventionen weg und Steuern runter !


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  41. @Matthias.große: Völlig richtig: „Mit Information fängt alles an!“
    Wir haben deshalb vor einigen Jahren als Lokale Agenda 21 Jena auf der Jena-Seite http://www.jena.de eine Sammlung von „Steckbriefen“ Jenaer Akteure für Nachhaltige Entwicklung etabliert:
    http://www.jena.de/sixcms/detail.php?id=96801&_nav_id1=121195&_lang=de
    Leider ist es innerhalb der Stadtverwaltung bisher nicht gelungen diese Seite gut auffindbar auf http://www.jena.de zu platzieren. Es war ein Umweg über „Leben in Jena“ >> „Nachhaltige Entwicklung“. Nach der Neugestaltung der Homepage ist offenbar (wie ich jetzt feststellen muss) selbst dieser Umweg entfallen und ersetzt worden durch einen um die Ecke:
    http://www.jena.de >> „Jena handelt fair“ (Button unten) >> „Bürgerschaftliches Engagement“
    Da sind dann 27 Initiativen zu finden. Weitere können eingetragen werden, wofür Frau Hirschleber (Nachhaltigkeitsbeauftrage der Stadtverwaltung) zuständig ist (bitte dorthin wenden):
    Stadtverwaltung Jena
    Dezernat Stadtentwicklung
    Fachbereich Stadtentwicklung/ Stadtplanung
    Fachdienst Stadtentwicklung
    Sabine Hirschleber
    Tel.: + 49 3641 49-5206
    Fax: + 49 3641 49-5205
    E-Mail:
    sabine.hirschleber@jena.de

    Dieser Weg über die Stadtverwaltung ist leider etwas schwerfällig oder umständlich (aber er funktioniert). Deshalb war ich froh, als
    http://www.jena-im-wandel.de/wiki/
    etabliert wurde, wo jede Initiative ihre Infos eintragen konnte und so selber für Aktualität sorgen. Ich habe das eine Weile lang gemacht (für „meine“ Gruppen). Jetzt finde ich dort meine eigenen Einträge nicht mehr wieder. Funktioniert wohl nicht mehr (?). Wenig motivierend für mich, da weiterzumachen und meine knappe Zeit zu investieren. Mir scheint da der „Lange Atem“ bei „Jena im Wandel“ zu fehlen. Schade. Ein gut gehendes, d.h. leicht aktualisierbares (wiki) und über Jahre verlässliches Portal für „Bürgerbeteiligung“ wäre nötig.


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  42. Holger Herrmann | 9. Oktober 2012 um 08:49 | Antworten

    @susi.töpfer Ihre männerfeindlichen Äußerungen halte ich für nicht sinnführend. Sie bedienen damit Vorurteile gegen 50% unserer Bevölkerung
    Worin besteht das große Verdienst von Frau Dr. Schwarz in Ihrem Wirken für die Stadtentwicklung der Stadt Jena?
    Aus meiner Sicht hat sie den „Bunker“ am Magdelstieg und den B-Plan Eichplatz an führender Stelle mitzuverantworten.

    Ich habe gestern den Beitrag gesehen und mir kamen ungute Gefühle bei dem Gedanken an unsere kommunalen Politstars.
    Das ganze Vorgehen dieses Politikers war schockierend.
    Es war aber auch verwunderlich wie viel, treugläubige Anhänger er immer noch hat.
    Erstaunt war ich, dass Angela Merkel offenbar selbst in hochrangigen CDU Kreisen als Mutti bezeichnet wird.

    Die Story im Ersten: Macht und Marionette
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/12028852_macht-und-marionette-wie-ein-banker-einen


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  43. @Reinhard Guthke Das hört sich immer alles so schön und leichtfüßig an. Aber so ist es eben in der Realität nicht. Jenapolis steht sogar in der Kulturkonzeption der Stadt Jena. Geld, um das Bürgerportal weiter zu entwickeln, gab es seitens der Politik bisher nicht. Aber auch wir müssen von irgendwas leben. Also bleibt uns hier nur noch die Werbung. Dem Verein „Jena im Wandel“ geht es nicht anders, wobei dort ganz viele Menschen ehrenamtlich arbeiten. Und da kann einem schonmal die Luft ausgehen. So lange die Stadtoberen Bürgerbeteiligung nicht ernsthaft wollen, brauchen wir uns über eine qualifizierte Bürgerbeteiligung in Jena auch nicht weiter unterhalten. Wir haben in Jena kein technisches Problem auch kein inhaltliches, sondern ganz klar ein politisches.

    Und bitte bleiben Sie auch Realist. Die vielen Initiativen unter der Adresse http://www.jena.de/sixcms/detail.php?id=96801&_nav_id1=121195&_lang=de lesen sich gut, bestehen aber zum Teil jeweils nur aus wenigen oder auch denselben Personen, was ich zwar sehr hoch schätze, aber natürlich auch die Problematik aufzeigt.

    P.S. Ein WIKI füllt sich übrigens auch nicht von alleine :-)


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  44. Holger Herrmann, Verzeihung, ich habe vielleicht ein bißchen heute morgen übertrieben.

    Mir ist aber schon ein gewisser Typus von Mann , welche heute Berufspolitiker sind dabei aufgefallen. Sind diese Männer vielleicht nicht doch etwas eitel, sonst wären sie nicht in den Machtpositiionen wo sie heute sind. Ich möchte auch noch einmal hinweisen, dass ich schrieb „unsere Politiker sind eitel“. Es ist halt hier ein gewisser Charakter zu sehen, andere würden die Karriereleiter nicht erklimmen können, hierzu braucht man auch Ellenbogen.

    Ich wollte damit also die Männer nicht über einen Kamm scheren, sondern meinte damit eher unsere männlichen Politiker. Hier schaffen es nun auch wirklich nicht viele Frauen nach oben. Aus diesem Grunde bewundere ich auch etwas Frau Merkel. Ich könnte so etwas nicht. Sie muß ja nicht nur den € retten, gleichzeitig muß man auch die Intrigenwirtschaft überwachen.

    Die Bürger würden auch bei der Eurorettung anders entscheiden. Ich finde wir hätten die Schulden mal stehenlassen können, aber die Zinsen mal für 3 Jahre auf Null gestellt. Jeder weiß doch , dass man mit dem Geld was jetzt wieder rübergeschickt wird nichts zu retten ist. Wir hätten die Rüstungsverträge sofort aufgekündigt, Zinsen auf Null und Griechenland hätte sich in Ruhe reformieren können. Wir im Osten sind ja nach 20 Jahren noch nicht fertig. Man wirft uns doch auch vor, dass wir noch nicht die Produktivität des Westens haben, was ich bei den modernen Industrieanlagen gar nicht verstehen kann. Hier werden wir doch auch verschaukelt.


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  45. Ortsteilkarlheinz | 9. Oktober 2012 um 22:36 | Antworten

    @Arne Petrich: Genau, ein Wiki füllt sich nicht von allein, wer wüßte das besser als die Macher dieser Plattform! Und ist das ernst gemeint, dass Sie erwarten von der Stadt dafür bezahlt zu werden was hier passiert? Man stelle sich vor, OB und sein neuer Chefstadtentwickler bezahlen dafür hier regelmäßig anonym fertig gemacht zu werden ;)


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  46. Wie wäre es damit: Wenigstens ab und zu können OB und sein Trupp hier lesen, dass der Kaiser nackt ist?
    Irgendwie erinnert mich das alles an das Ende der DDR: „Unsere Menschen“ sind einfach zu dumm, um endlich dankbar zu sein. Und die Führungsriege ignoriert es. Je heftiger das Volk murrt, umso heftiger wird ignoriert …


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  47. Simon Sachse, so habe ich dies noch nicht gesehen, sie haben aber recht. Ich schrieb ja schon, in Jena haben wir von Sozialismus und Martwirtschaft ein Mischmasch.
    Sozialismus: Eigenbetriebe und
    Kapitalismus: unregulierter Immobilienmarkt mit der Macht des stärkeren .
    Nur leider haben unsere Volks- und Betriebswirte uns dafür noch keine Bezeichnung genannt. Soziale Marktwirtschaft ist dies auf keinen Fall: wir hätten keinen Wohnungsmangel und keine soziale Entmischung.


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  48. Jenenserin, sie suchen einen Namen zu diesen Schlamasel? Ganz einfach eine Diktatur, wer hier an der Spitze steht weiß auch jeder. Jede Diktatur verhindert Bürgerbeteiligung. Wie kommt es sonst, dass die BI Eichplatz erst über Gericht ihre Rechte eines Bürgerbegehrens einklagen muß.

    Ich muß hier auch vielen Kommentatoren beipflichten, dies ist der beste Beitrag, den ich hier je gelesen haben.

    Simon Sachse, ihr Kommentar sagt alles. Es stimmt. Auch ich erinnere mich mit Schrecken an DDR-Zeiten:
    Nur aufgesetzte Bürgerinitiativen werden hier gestattet.
    Ich meine hiermit die sogenannte Bürgerumfrage Eichplatz. Selbst die Fragen waren doch ein Witz, wie kann man danach glauben, die Bürger möchten so eine Bebauung ???

    Und vor allem Jenawohnen, die wurden eindeutig abgewählt und jetzt liest man in unserer schönen WAZ-Presse (SPD-Presse?),
    dass man vorhat mit OFB zu bauen. Wozu dann bitte eine Bürgerbefragung, wenn schon feststeht, dass auch der letzte bauen kann.Für das Geld hätte man auch etwas sinnvolles unternehmen können. Eine Dame sprach zum Beispiel mal von einem fehlenden Schulgarten. Das ist doch alles hier ein Irrenladen.


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  49. Guten Morgen, ich finde hier die Frage nach dem Namen unseres demokratisch gewählten Gesellschaftsystemes sehr spannend. Diese Frage betrifft Jena, genauso wie Europa:

    In was leben wir jetzt ?

    In den letzten 100 Jahren gab es den
    Neokapitalismus
    Sozialismus
    Diktaturen
    soziale Marktwirtschaft

    Gibt es hier nicht einige Volkswirte, die diese Frage beantworten können ?


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  50. Bürgerbeteiligungsbürger | 11. Oktober 2012 um 15:21 | Antworten

    @Ortsteilkarlheinz aka Chefstadtentwickler:
    Genau! Geld sollte es nur noch für Projekte geben, die gott-… OB-gefällig linientreu sind. Ist DAS ihr Ernst?
    Leider doch: Bürgerbeteiligung ja, aber nur wenn sie nicht kritisch ist!!!
    Würden sie nicht so eine verlogene Politik machen, würde hier auch keiner meckern!!


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  51. @Ortsteilkarlheinz: In einer Kulturkonzeption geht es nicht um das private Geld vom OB und seinem Chefstadtentwickler, sondern um öffentliche Mittel. Genau hier liegt der Unterschied zwischen Partikularinteresse und Gemeinwohl ;)


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  52. Liebe Bürger Jenas, nachdem nun unsere Obrigkeit erst jetzt mit Workshops angefangen hat um die Belange der Bürger zu erkunden in einer Stadt, die wächst und wir sicher noch Jahre warten müssen, dass diese tollen Erkenntnisse daraus auch umgesetzt werden können, gibt es nur einen Weg:

    auf zur Bürgerkommune, Super hat recht: a b w ä h l e n !!!


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  53. och….dabei bemüht sich die Stadt doch so….man schaue doch nur auf die Mittel, die bei Orbit für irgendwelchen Umfragen ausgegeben werden…und dann doch in der Schublade verstauben…….na, noch mehr Transparenz geht doch gar nicht mehr……


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