An den Rosensälen erinnern sechs neue Gedenktafeln an berühmte Musiker in Jena |

An den Rosensälen erinnern sechs neue Gedenktafeln an berühmte Musiker in Jena

Gedenktafeln berühmter Musiker

musikertafeln_kasperJena.  Zahlreiche gelehrte Geister wurden in Jena schon mit Gedenktafeln geehrt. Viele dieser Geistesgrößen lehrten an der Universität oder sie waren ehrbare Studenten, die sich später einen Namen machten. In den Reigen der Berühmtheiten wurden nun fünf Musiker und eine Musikerin aufgenommen, die in Jena ihre Spuren hinterlassen haben.
An den Rosensälen (Fürstengraben 27), einem weit über Jena hinaus bekannten Konzertsaal, erinnern sechs neue Gedenktafeln an die Pianistin Clara Schumann, geborene Wieck, ihren Mann Robert, den Komponisten Carl Stamitz sowie die Musiker und Komponisten Franz Liszt, Hans von Bülow und Max Reger.
Wie der Musikhistoriker und langjährige Musikkritiker Dr. Otto Löw aus Jena recherchiert hat, suchte der Frauenarzt, Anatom und Chirurg Prof. Dr. Justus Loder (1753-1832) kurz nach der Gründung der Akademischen Konzerte nach einem geeigneten Konzertsaal. Das alte Schloss wurde in Erwägung gezogen, es fiel aber durch, da im Winter nicht geheizt werden konnte. So rief Loder eine Aktiengesellschaft ins Leben, zu der zwölf Professoren je 50 Taler beisteuerten. Bald stand der Akademische Rosensaal für die Konzerte zur Verfügung. Clara Wieck, später Schumann, gastierte zwei Mal dort. Ihr Mann Robert Schumann promovierte in Jena. Der Komponist Carl Stamitz hoffte in Jena eine Anstellung als Akademischer Musiklehrer zu finden. Stamitz leitete die Akademischen Konzerte bis zu seinem Tod 1801. Wie Otto Löw herausgefunden hat, deuten eine kleine Bibliothek und ein Labor darauf hin, dass Stamitz zudem versuchte, Gold herzustellen. Hans von Bülow und Max Reger wurden in Jena zu Ehrendoktoren ernannt. Franz Liszt wiederum hatte die Akademischen Konzerte jahrzehntelang unterstützt und war zudem zum Ehrenbürger Jenas ernannt worden, weil er für die Kleinkinderbewahranstalt eine erhebliche Summe gespendet hatte.
Für die Hängung der Tafeln zeichnet das Archiv der Universität verantwortlich, finanziert wurde die Ehrung der sechs Musiker durch die Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland, die jenacon foundation und die Friedrich-Schiller-Universität.

Beitragsbild:
Kathleen Theil, Mitarbeiterin des Archivs der Universität Jena, zeigt die Gedenktafeln mit den Namen berühmter Musiker.
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

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FSU Jena
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist eine klar konturierte klassische Universität mit rund 19000 Studierenden, darunter über 2200 internationale Studierende.