Elektromobilität in Thüringen wird weiter ausgebaut |

Elektromobilität in Thüringen wird weiter ausgebaut

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Thüringer Wirtschaftsministerium unterstützt sieben Unternehmen aus „Förderprogramm Elektromobilität“ / 32 Fahrzeuge, 29 Ladepunkte und 3 Pufferspeicher für Solarstrom werden mit rund 600.000 Euro gefördert

Aus dem Förderprogramm Elektromobilität unterstützt das Thüringer Wirtschaftsministerium in diesem Jahr sieben Unternehmen bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen und Ladestationen. Im Rahmen eines Wettbewerbes wurden diese sieben aus neun Wettbewerbsbeiträgen aufgrund ihrer besonders überzeugenden Mobilitätskonzepte ausgewählt.

 „Das Thema Elektromobilität ist leider noch nicht in der Breite der deutschen Automobilindustrie angekommen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute in Erfurt. „Aber: Weltweit bleibt die Wachstumsrate beim Ausbau der Elektromobilität nach Branchenschätzungen sehr hoch. Mit dem Förderprogramm Elektromobilität und dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität unterstützen wir gezielt diese Entwicklung im Freistaat.“ Insgesamt werden 32 Elektrofahrzeuge und 29 Ladestationen mit einer Fördersumme von rund 600.000 Euro gefördert. Die Projektausgaben betragen zusammen rund 1 Millionen Euro.

Zu den sieben Unternehmen, die sich in dem Wettbewerb durchgesetzt haben, zählen die Lebenshilfe Erfurt Service gGmbH, die AWO AJS gGmbH aus Erfurt, Ilmenau und Altenburg, die BORN Senf & Feinkost GmbH aus Erfurt, die Volkssolidarität Thüringen gGmbH, die DAKO Systemtechnik und Service GmbH & Co. KG aus Jena, die Sushifreunde Erfurt GmbH & Co. KG aus Erfurt und Jena sowie die FCT Ingenieurkeramik GmbH aus Frankenblick und Sonneberg.

Die Einreicher der Projektskizzen werden sich aktiv am vom Bund geförderten Netzwerk eMobilityCity beteiligen und gleichzeitig unterschiedliche Forschungs- und Entwicklungs-Projekte flankieren, zum Beispiel SmartCityLogistik und sMobility:COM.

Die Konzepte der beiden bestplatzierten Unternehmen – der Lebenshilfe Erfurt und der AWO AJS aus Erfurt, Altenburg und Ilmenau – sind besonders innovativ: Die Lebenshilfe wird in Zukunft ihre ambulanten Dienstleistungen mit Hilfe von Elektrofahrzeugen durchführen. Geplant ist auch die Vermietung der Fahrzeuge an Gäste und Einwohner des Stadtteils Brühl. Ein Kühlmitteltransporter soll zum Lebensmitteltransport für ein Cateringsystem der verschiedenen Küchenstandorte genutzt werden. Die Lebenshilfe hat bereits vier Elektrofahrzeuge im Fuhrparkbestand. Die zu 100 Prozent mit Ökostrom geladenen Elektroautos können ihre Stärken in der Innenstadt voll ausspielen: geringe Verbrauchskosten, schnelle Beschleunigung, keine Emissionen.

Die AWO AJS gGmbH aus Erfurt, Altenburg und Ilmenau will sechs E-Fahrzeuge für die häusliche Pflege anschaffen. Ein Fahrzeug soll als Kurierfahrzeug zwischen den Standorten genutzt werden. Je zwei Ladesäulen sollen in Altenburg, Ilmenau und Erfurt entstehen. In Altenburg ist zudem eine Solaranlage mit Pufferspeicher geplant.

Von den sieben geförderten Projekten profitiert auch das Thüringer Forschungskonsortium sMobiliTy:COM. Die Forscher und Entwickler des Konsortiums werden mit Hilfe der geförderten Elektrofahrzeuge neu entwickelte Applikationen in den Bereichen intelligentes Laden und intelligente Verkehrssteuerung testen und weiterentwickeln. So leistet das Wirtschaftsministerium mit Hilfe des Förderprogramms einen Beitrag zu Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität.

Hintergrund:

Das Wirtschaftsministerium unterstützt Forschungen und Aktivitäten auf dem Gebiet der Elektromobilität seit 2013 mit einem eigenen Förderprogramm. Gefördert werden innovative und nachhaltige Konzepte zur Einführung oder Erprobung elektromobiler Lö­sungen in Thüringen. In den ausgewählten Projekten bezuschusst das Land dann die Anschaffung der notwendigen Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Seit dem Start des Programms im Jahr 2013 ist – die aktuell ausgewählten Projekte noch nicht eingerechnet – mit Fördermitteln in Höhe von insge­samt 1,26 Millionen Euro die Anschaffung von insgesamt 64 Elektrofahrzeu­gen (46 Pkw, 18 leichte Nutzfahrzeuge) sowie 49 Ladepunkten (19 davon öffentlich zugänglich) unterstützt worden. Dabei konnten Entwick­lungsvorha­ben von drei Thüringer Forschungskonsortien auf dem Gebiet der Elektromobilität – sMobiliTy, E-MOTIF und SmartCity­Logistik – flankiert werden.

Zur Unterstützung der Thüringer Automobilbranche hat das Land zudem bereits im April 2011 an der TU Ilmenau das „Thüringer Innovationszentrum Mobilität“ (ThIMo) eingerichtet. Insgesamt 29 Millionen Euro wurden dafür investiert, erst im letzten Jahr war das neue Hauptgebäude fertiggestellt worden. Auf­gabe des ThIMO ist u.a. die Entwicklung von neuen, effizienteren Antriebs­technologien, gearbeitet wird aber auch an Projekten zur Digitalisierung im Fahrzeug. So geht es unter dem Begriff der „virtuellen Straße“ (VISTA) um eine engere Vernetzung von Fahrzeugen und Verkehrsinfrastrukturen.

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