Arne Petrich: Schwimmende Häuser entlang der Saale in Jena – warum denn nicht? |

Arne Petrich: Schwimmende Häuser entlang der Saale in Jena – warum denn nicht?

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Um die Wohnungsprobleme auf der Welt langfristig lösen zu können, finden sich mittlerweile immer öfter Debatten zu Bebauungsprojekten auf dem Wasser. Ja sogar ganze Städte könnten dann auf dem Wasser entstehen. So große Brötchen bräuchten wir in Jena gar nicht backen, aber alleine die Idee mit schwimmenden Häusern entlang der Saale, (die ja wirklich lang genug durch Jena läuft), zusätzliche Areale für Wohnbeschaffung zu realisieren, sollte vielleicht auch als eine weitere Möglichkeit im Rahmen der Stadtentwicklung diskutiert werden.

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Wichtig bei solchen Ideen für die Zukunft erscheint mir persönlich, diese nicht unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Aufwertung der Stadt zu betrachten, sondern coole Ideen für das Jena von Morgen in die Diskussion zu schicken, mit denen wir in Jena auch in die Lage versetzt werden eine gewisse Einmaligkeit unserer schönen Stadt an Hand von innovativen Projekten zum einen darstellen zu können und zum anderen aber vor allem auch, praktische Lösungen für wirkliche Probleme Jenas zu schaffen.

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Wir haben alle Partner, die wir für die Umsetzung solcher Projekte brauchen. Bürger, Investoren, Unternehmen, eine Uni in der Nachbarstadt Weimar, die solche Idee in der Umsetzung mit planen könnte. Natürlich gäbe es noch viele zu diskutieren, immerhin sollten diese schwimmende Häuser energieautark funktionieren. Beispiele dafür entstehen gerade an vielen Orten in Deutschland. Warum nicht auch in Jena.

Der Erholungsort „Volkspark Saale“ würde eine ungeheure kreative Aufwertung erwarten lassen. Völlig neue Orte der Kommunikation mitten auf dem Wasser würden entstehen. Wichtig erscheint mir vor allem jetzt in Jena wieder zu einer Debatte zu kommen, was wir eigentlich wollen und wie wir unsere Stadt weiterentwickeln wollen. Dies ist nur ein Idee, die aber sicherlich eine ungeheure Anziehungskraft zu vielen weitere Ideen in Jena motivieren kann.

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Der Saalearm muss nicht nur ein Naturschutzgebiet sein, er kann uns ganz praktisch beim Lösen von Problemen helfen und das einfach nur, weil er da ist! Natur darf nicht einfach nur zum Angucken sein, sondern vor allem zum Erleben ohne gleich wieder zum Paradigma werden zu müssen!

Berlin hat die Spree, Düsseldorf den Rhein, Frankfurt den Main, Hamburg die Elbe und Jena eben die Saale.

13 Kommentare zu "Arne Petrich: Schwimmende Häuser entlang der Saale in Jena – warum denn nicht?"

  1. Ich würde sofort in so ein tolles Haus ziehen wollen! Allerdings trau ich soviel Kreativität um dies umzusetzen unserer Stadtverwaltung nicht zu!!


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  2. Warum auf Kreativität und Umsetzung der Stadtverwaltung setzen. Ihr Auftrag ist und kann nur die Ausweisung neuer Flächen sein sowie die Rahmenbedingungen zu schaffen bzw. zu definieren. Alles andere regelt die Privatwirtschaft. Und da spreche ich nicht von teuren Mieten, sondern Wettbewerb. Sehr gute Idee, die man unbedingt diskutieren sollte – Natur zum Anfassen sozusagen.


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  3. Eine großartige Idee! Könnte glatt von mir sein.

    Fast täglich bin ich im Gebiet entland der Saale unterwegs, etwa am Bootssteg, beim USV u.s.w. Haben wir uns nicht alle schon einmal über all die Hundebsitzer geärgert, die dort spazieren gehen? Oder die Kleinfamilien, die Papierboote in der Saale herumschippern ließen? Oder die ganzen Jugendlichen, die dort abends Bier trinken und bestimmt auch illegal Tabak konsumieren? Oder die ganzen Leute aus den umliegenden Seniorenheimen, die dort herumgefahren werden? Oder die Angler aus dem Anglerverein!

    Mit einer Wohnsiedlung entlang der Saale wäre es damit endlich vorbei.
    Über Geld reden sollte man dabei selbstverständlich nicht, weil dann klar wäre: Es ist ein Steuersparparadies und mit einer möglichen Vermietung zusätzlich interessant. Klar, dass beim aller zwei bis drei Jahre fälligen Schlepp in eine Werft zur Inspektion die Wohnfläche anderweitig ersetzt werden muss. Zwei Wochen im Hotel? Für Leute mit eigenem Boot und ohne lästige Grundsteuer vermutlich kein Problem. Der Bootsführerschein vermutlich auch nicht (>400 Euro), den man fürs Aufdemwasserwohnen braucht, aber wer von den Leuten, für die die Stadt doch angeblich auch da sein soll, kann sich solches leisten?

    Ich bin schon gespannt, wie die Wohngeldstelle auf Werftkosten und Bootsführerschein SFB Binnen Motor reagiert… Sicher kann man auch Jenarbeit irgendwie davon überzeugen, dass nur aller drei Jahre anfallende Hotelkosten „Kosten der Unterkunft“ sind. Vermutlich darf man dort auch seine Kinder bis zum 18. Lebensjahr nicht mehr allein lassen, Stichwort Aufsichtspflicht, weil die Gefahren dort größer sind. Die Wohnung/ das Haus für eine Jugendweihefeier den Kids überlassen? Sollte man dann besser zum wohlgehüteten Geheimnis machen.

    Ganz tolles Konzept. Wir folgen der Strategie, bei mangelndem Wohnraum wird nicht über erweiterten ÖPNV, nicht über die Erschließung freier Flächen gesprochen, nicht über den Bau von sozialem Wohnraum. Nein, da gehts zuallererst an die Privatisierung von öffentlichen Gütern, von Flächen, die derzeit von allen nutzbar sind, von Flächen, die ruhige Biotope sind.

    Das bringt mich auf den anderen von mir kommentierten Beitrag: Es ist wirklich eine Frechheit, Sie nicht zu einer AfD-Kundgebung zu lassen! Auch die Polizei sollte doch wissen: Auf den Inhalt kommt es an.


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  4. Michail Sergejewitsch | 13. März 2016 um 18:42 | Antworten

    Die Sache wird für die Saale-Bewohner wahrscheinlich finanziell strapaziös. Wenn man in anderen Städten nachfragt, die das Wohnen auf Flüssen und Gewässern traditionell schon länger zulassen, hört man von extremen Genehmigungs- und insb. Liegegebühren (*), die laufend anfallen, wogegen Grundsteuern wirklich nur Peanuts sind. Diese Gebühren steigen auch viel scheller und ungeregelter als Mieten, da es keine Sozialverträglichkeitsaspekte gibt. ( * … und Jena ist was Gebühren betrifft immer Spitze … vgl. z.B. die bekannt ex-orbitanten Jenaer Müllgebühren ! )

    Jeder, der in der Lage ist sich das Wohnen auf dem Wasser überhaupt zu leisten, der könnte bei vergleichbaren Finanzaufwand auch eine höherwertige / größere Wohnung (auch in Hamburg) bewohnen.

    Das gesamte Investment liegt mit Sicherheit weit über dem des Luxus-Wohnungsmarktes und bringt auch höhere Instandhaltungs- und Betriebskosten mit sich.

    Allerdings könnte es ganz nett sein und es gibt zumindest theoretisch immerhin noch innenstadtnahe Ankerplätze… – PS: Eine Alternative gäb es ggf. auf stehenden Privatgewässern (bei Erfüllung der Umweltauflagen). Also: Wer kauft den Schleichersee, Porstendorf etc.?


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  5. Wohin soll die Kloake geleitet werden? Und wie soll der Naturschutz gewahrt werden? – Sehr schöne Wohnidee. Doch auf Kosten der Natur :( – Und wenn man die Hochwassersituation alle paar Jahre bedenkt, ne Schnapsidee. Klar, Boote schwimmen. Doch in reißendem Hochwasser sind selbst stromlinienförmige, echte Boote gefährdet. Erst recht solche Wohn-Kästen …


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  6. Holger Herrmann | 13. März 2016 um 20:03 | Antworten

    Vielleicht sollte man ernsthaft darüber nachdenken das ehemalige Militärgelände auf dem Jägerberg zu bebauen das wäre die ideale Siedlung für die Schönen und Reichen von Jena. Ein Elektroauto könnte man zur Bedingung machen, damit der Umweltschutz berücksichtigt wird.


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    • Nicht auf dem Jägerberg, sondern auf dem Jenzig. Da könnten Sie zugucken, wie dorthin eine Straße, oder noch besser, der vielfach diskutierte Aufzug gebaut würde. Denn für unsere Uniprofessoren machen WIR alles.


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      • Neid ist echt keine schöne Charaktereigenschaft… hätten sie sich mal ein wenig mehr ins Zeug gelegt dann müssten sie jetzt auch nicht jammern, dass sie gefühlt zu kurz gekommen sind.


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  7. Oh . Herr Wagner mit neoliberalem Neusprech? Die “ Versager ” sind selbst schuld ? Die von der Politik forcierte Lücke zwischen vermögend und arm als Mensch zu sein wird nun den Benachteiligten zugerechnet ?
    Ich vermisse den Solidaritätsgedanken der sonst immer so wohlfeil mitschwingt wenn es um Zugereiste geht.


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  8. Also grundlegend finde ich die Möglichkeit, Wohnraum auf das Wasser zu ermöglichen, verlockend. Finde aber, dass es nur Wenigen möglich sein wird, sich das finanziell zu leisten. Abgesehen davon möchte ich nicht in der Nähe von Gewässern wohnen, gerade hier in Jena. Neben Hoch- und Niedrigwasser sind auch die Plagegeister in Feuchtgebieten für mich keine Optionen. Und die Stadt wird sich die Erschliessungskosten sehr gut bezahlen lassen. Ich kenne die Möglichkeit von anderen Großstädten, aber das sind alles größere Gewässer.


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  9. Wasser finde ich gut, aber der Luftraum böte weit mehr Möglichkeiten ! Zeppeline über Jena und dies in mehreren Etagen, welch großartiger Anblick! Und zum Einkaufen benötigte man nicht mal e-Mobile.
    Jena zeigt wie´s geht!


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    • Murkswirtschaft | 9. April 2016 um 10:56 | Antworten

      Na klar… Jena zeigt wie´s geht …wie immer – ob zivilisierter Wohnungs- oder Verkehrsbau, Eichplatz etc.: LUFTNUMMERn


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  10. Hier eine andere Variante wie man die geologischen Gegebenheiten rund um Jena auch noch nutzen kann. Die Steilhänge um Jena sind bestens geeignet Superluxuswohnungen zu errichten. Hier ein Beispiel aus dem Raum Jena:

    http://realty.tut.by/news/offtop-realty/455155.html


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