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Fr | 14.08. | 11:04 Uhr

Unwirsche Replik Jauchs unangemessen

Autor: FDP Jena Goldstar

Jena. “Dezernent Jauch liegt doppelt falsch mit seiner Replik auf Stadtrat Alexis Taeger”, sagt der FDP-Kreisvorsitzende Thomas Nitzsche für die Fraktion der Liberalen. Zum einen, wenn er die Kritik an seinem Testballon Kongresszentrum zur Einzelmeinung zu stempeln versuche, zum anderen inhaltlich. Die FDP will seit jeher eine möglichst freie Ausschreibung zur Inselplatzbebauung, wohl aber im Rahmen der klaren städtebaulichen Vorgaben, die der Stadtrat jetzt beschlossen hat.

Dem gegenüber weiter aufgeweichte Ausschreibungen würden vielleicht mehr Bewerbungen bringen, ganz sicher aber keine besseren. Denn kein guter Investor wird durch klare Ansagen verprellt, wohl aber, wenn er nicht weiß, worauf er sich einlässt. Das ist allerdings zunehmend zu befürchten bei den Alleingängen, die sich die Verwaltung derzeit leistet.

Eines ist zwar richtig: Ausschließlich auf großkubische Bebauung spezialisierte Investoren werden sich bei einer Ausschreibung, die ausdrücklich kleinteilige Bebauung vorsieht, wohl zurückhalten. Und ein solcher Investor wäre freilich für die Verwaltung bequemer, die über die Fläche dann ja nur einmal verhandeln müsste. Der Stadtrat hat aber “kleinteilig” gesagt und gemeint – und dann ist (Herr Jauch sei daran erinnert) die Verwaltung zur Umsetzung dessen dienstverpflichtet.

Aber nicht nur formal ist das aktuelle Sommertheater ein Unding. Wir sehen doch seit Jahren und entgegen wiederholter Ankündigungen, dass sich der EINE Investor eben nicht findet. Schon allein deswegen wäre eine kleinere Parzellierung dem Klotz-Modell vorzuziehen. Ganz abgesehen davon – es muss scheinbar immer wieder gesagt werden – wird eine kleinteilige Quartierbebauung die Jenaer Innenstadt wirkungsvoll beleben und erweitern, während ein Kongresszentrum abseits der Veranstaltungen als tote Hülle stünde.

Mit einem neuen Stadtviertel auf diesem Filetstück städtischer Fläche lässt sich endlich das Angebot an innerstädtischer Wohnfläche wirksam erhöhen. Das ist Standortpolitik von wirklich hohem “weichem” Nutzen – orientiert an einem Bedarf, der sehr konkret zu spüren und zu beziffern ist und nicht in immer neuen Anläufen herbeigeflunkert werden muss.

Nicht zuletzt wären mit einem Kongresszentrum mal eben in Größenordnungen städtische Zuschüsse vorgedacht, denn in Deutschland gibt es davon kein einziges, das kostendeckend betrieben werden kann. Und einen Investor, der für den Betrieb noch jährlich eigenes Geld nachschießt, wird Herr Jauch wohl auch nicht an der Hand haben.

Um eines klar zu sagen, weil hier immer wieder Dinge mutwillig vermengt werden, damit am Ende gar nichts passiert: Die FDP hat volles Verständnis für die Diskussion um eine Stadthalle, nicht aber für ein Kongresszentrum, und gleich gar nicht an diesem Standort.

    
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Kategorie: Politik

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