Jena/Erfurt. Anja Siegesmund, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag, warnt vor einem weiteren Stillstand beim Thema Studentisches Wohnen, mit seinen gerade für Jena negativen Folgen. „Der schwarzen Lähmung folgt nun offenbar schwarz-rote Schläfrigkeit“, so Siegesmund weiter. Sie hat gerade eine Antwort des Kultusministers Christoph Matschie (SPD) auf eine kleine Anfrage zur Finanzierung von Wohnraum für Studierende erhalten, die sie am 11. November 2009 gestellt hatte.
„Es ist absurd, dass der Minister nach drei Monaten nur ganze fünf Sätze zum Thema zusammen bringt“, sagt Siegesmund. Dabei liegt seit Wochen ein umfangreiches Gutachten der Universität Jena zur misslichen Wohnsituation in Jena vor. Die Fachhochschule Jena spricht selbst von mindestens 35 Personen, die zum aktuellen Semester ihren Studienplatz aufgrund mangelnden Wohnraums nicht angenommen haben. Das Studentenwerk Thüringen hat bereits Vorschläge für weitere Unterkunftsmöglichkeiten gemacht. „Aber Fehlanzeige. Im Kultusministerium klopft man sich seit Wochen wegen der Abschaffung der Verwaltungsgebühr auf die Schultern. Dass Studierende auch Wohnraum beanspruchen und nicht in Zelten schlafen, Wohnwagen kampieren oder kilometerweit pendeln wollen, müsste sich eigentlich bis ins Kultusministerium in Erfurt herum gesprochen haben. Schließlich kommen sowohl Minister Christoph Matschie wie auch seine beiden Staatssekretäre Dr. Roland Merten und Dr. Thomas Deufel aus Jena“, bemängelt Siegesmund. Sie hat deshalb eine mündliche Anfrage zum Thema angeschlossen und hofft, dass die Antwort darauf ausführlicher ausfallen wird.
„Wenn die Regierung weiterhin so lange braucht, um zu derart spärlichen Ergebnissen zu kommen, ist kein neuer Schwung für den Freistaat zu erwarten. Im Gegenteil, der Campus Thüringen schrumpft dann schneller, als es Demografen vorhersagen. So etwas nennt man auch eine sich selbst erfüllende Prophezeiung“, sagt Siegesmund. Dieser Zustand müsse schnellstmöglich überwunden werden. Gerade Matschie stehe da in der Pflicht, da er in den vergangenen Jahren die Verzögerungstaktik der CDU häufig kritisiert hatte. „Es ist enttäuschend wie schnell der Nimbus des Ministers dazu führt, dass Matschie die Sorgen der Studierenden ausblendet“, schließt Siegesmund.




…wurde von der SPD etwas anderes erwartet???????
Schade dass die Jusos offensichtlich keinen “Durchgriff” innerhalb ihrer eignen Partei haben.
Hauptsache “schöne Reden” über die Gleichberechtigung und irgendwelche Straßennamen schwingen!