Erfurt. Eine kritische Bilanz des vor 10 Jahren begonnenen Bolognaprozesses zieht Peter Metz, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, anlässlich der heutigen Konferenz der europäischen Wissenschaftsminister in Wien. „Die Bologna-Ziele, allen Studierenden in Europa ein Studium mit vergleichbaren Abschlüssen, angemessener Zeitdauer und grenzüberschreitender Mobilität zu gewährleisten, teile ich ausdrücklich“, betont Metz. Allerdings seien diese Zielstellungen noch bei weitem nicht realisiert. „Oftmals ist es bei der Studienreform sogar zu noch höherer Arbeitsbelastung der Studierenden, zu einer Verschulung bei den Studieninhalten und zu neuen Hürden beim Hochschulwechsel gekommen“, sagt der Abgeordnete. Zudem würden die Studierenden an vielen Hochschulen nur unzureichend in die Umsetzung des Bolognaprozesses mit einbezogen.
Positiv bewertet Metz hingegen den Umgang der Thüringer Landesregierung mit studentischen Forderungen nach Nachbesserungen bei der Bolognastrategie des Freistaats. „Mit dem Hochschulgipfel im Februar hat das Bildungsministerium ein deutliches Signal gegeben, dass es einen breiten Dialog mit den Hochschulen, den Studierenden und den Lehrenden über Korrekturen bei der Studienreform will“, sagt Metz. Zudem habe das Land ein 3,7 Millionen Euro umfassendes Sofortprogramm für die Hochschulen aufgelegt, um rasche Verbesserungen bei den Studienbedingungen zu erreichen. Weitere Veränderungen müssten bei der geplanten Novellierung des Hochschulgesetzes erfolgen. Metz nennt dabei eine Flexibilisierung der Regelstudienzeiten für das Bachelor-Studium, eine Reduzierung der Prüfungsumfänge und eine Ausweitung der studentischen Mitbestimmung als wichtigste Ziele.
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