Erfurt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren hat sich in Thüringen seit 1991 mehr als halbiert. Darauf hat der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Soziales, Familie und Gesundheit, Christian Gumprecht, anlässlich des heutigen Kindertags hingewiesen. Familienpolitik müsse vor diesem Hintergrund immer auch auf ihre bevölkerungspolitischen Effekte hin überprüft werden. Gumprecht plädierte dafür, auf Vielfalt und Wahlfreiheit zu setzen und der Familienarbeit die gleiche Anerkennung zu zollen wie der Erwerbsarbeit. „Der Ausbau einer qualitativ hochwertigen Betreuungsinfrastruktur und die unmittelbare finanzielle Unterstützung von Familien ist die angemessene Antwort auf diese Herausforderung“, sagte der Familienpolitiker.
Während Ende 1991 in Thüringen noch 577 503 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren lebten, sind es nach aktuellen Angaben des Landesamtes für Statistik aktuell noch rund 271 000 und damit weniger als die Hälfte. Während zum 31. Dezember 1991 genau 176 791 Thüringer unter sechs Jahre alt waren, sind es gegenwärtig rund 101 000. „Der Geburteneinbruch Anfang der 90er Jahre spielt dabei genauso eine Rolle wie die Abwanderung junger Familien“, sagte Gumprecht. In diesen Zahlen sei die zukünftige demographische Entwicklung Thüringens weitgehend vorgezeichnet, denn dieser Einbruch lasse sich auch durch Zuzüge nicht ausgleichen.
Der Familien- und Sozialpolitiker sprach sich dafür aus, die Situation kinderreicher Familien genauer in den Blick zu nehmen. In Thüringen wachsen 107 000 Kinder gänzlich ohne Geschwister, 119 000 mit einer Schwester oder einem Bruder und lediglich 45 000 mit zwei oder mehr Geschwistern auf. Die Zahl der Familien mit zwei oder mehr Kindern ist seit 1991 überdurchschnittlich stark gesunken. „Für kinderreiche Familien stellt sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf anders dar als für Familien mit ein oder zwei Kindern. Hier können eventuell Programme für einen beruflichen Wiedereinstieg nach langen Familienphasen weiterhelfen“, so Gumprecht abschließend.




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