Erfurt. Der Hamburger Volksentscheid gegen eine sechsjährige Grundschulzeit hat nach Ansicht von Uwe Höhn, dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, keine Auswirkungen auf Thüringen. „Die Ablehnung des längeren gemeinsamen Lernens durch breite bürgerliche Schichten ist eine spezifische Problematik der Hamburger Eliten“, sagt Höhn.
In Thüringen dagegen belege eine Reihe repräsentativer Umfragen, dass die Einführung eines integrativen Schulsystems von der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung befürwortet werde. Anders als in Hamburg könne im Freistaat auch nicht der Eindruck entstehen, den Bürgern werde eine neue Schulart von oben herab aufgezwängt. „Die SPD hat von Anfang an großen Wert darauf gelegt, dass die Thüringer Gemeinschaftsschule vor Ort von Eltern und Schulträgern gewollt wird“, betont Höhn. Gegen den Willen der Bevölkerung lasse sich keine erfolgreiche Bildungspolitik machen.
Der Fraktionsvorsitzende hält zudem das vom Hamburger Senat präferierte Modell einer sechsjährigen Grundschule für „nicht sonderlich glücklich“. Das bildungspolitische Ziel längeren gemeinsamen Lernens werde damit nur unzureichend realisiert. „Internationale Studien zeigen, dass sich Entscheidungen über den weiteren Bildungsgang eines Schülers erst nach der achten Klasse mit ausreichender Sicherheit treffen lassen“, sagt Höhn. Dem werde die Thüringer Gemeinschaftsschule ebenfalls gerecht. Der Fraktionsvorsitzende ist daher überzeugt, dass die im August beginnende Einführung längeren gemeinsamen Lernens im Freistaat ein voller Erfolg wird.



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