Diskussion in der Andreasstraße: »Rückkehr des sozialistischen Wandbildes? Reden über Renau in Erfurt«

Erfurt. Ist das Kunst oder kann das weg? Die Verbindung von Kunst und Propaganda war allgegenwärtig in der DDR. Ideologisch aufgeladene Werke schmückten Häuser und öffentliche Plätze. An den sozialistischen Wandbildern schieden sich die Geister. Unübersehbar dienten sie der weltanschaulichen und ästhetischen Erziehung der Bevölkerung. Berühmte Werke wie Willi Sittes »Kampf und Sieg der Arbeiterklasse« (1977) in Suhl oder Josep Renaus Mosaik »Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik« (1984) in Erfurt sind heute noch umstritten. Anlass zur Diskussion bietet uns die Rückkehr von Renaus Bild nach Erfurt, das ab Herbst 2017 wieder den Moskauer Platz zieren wird.

Die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße lädt am Freitag, den 19. Mai 2017, zur Langen Nacht der Museen um 18:30 Uhr zum Podiumsgespräch über Josep Renaus Erfurter Wandbild ein. Um 21:00 Uhr wird es mit Marta Hofmann, der ehemaligen engen Mitarbeiterin von Renau, ein persönliches Interview auf dem Podium geben. Die Moderation an diesem Abend über- nimmt Dr. Jochen Voit, Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit Freiheit e.V. und den Kunstmuseen der Stadt Erfurt.

Ist das Propaganda oder schützenswerte Kunst? Wie gehen wir heute mit diesem Erbe um? Wir sprechen mit Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier (Bauhaus-Universität Weimar), Marta Hofmann (Sekretärin Renaus), Dr. Philip Kurz (Stiftung Wüstenroth) und Prof. Dr. Bernd Lindner (Leipzig) über das Erzählen von Geschichte(n) mit Hilfe von Bildern und über Bauwerke und ihre politischen Konnotationen. Paul Kaiser (Dresdner Institut für Kulturstudien) wird einen Impuls-
vortrag zu Renaus Werken halten.

Dazu gibt es Livemusik vom Gitarristen Christoph Bernewitz und ein Kinderprogramm. Um 19:00, 20:00, 21:00, 22:00 und 23:00 Uhr finden Führungen statt und Gespräche mit Zeitzeugen.