Gotha. Der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG) stehen bis Mitte des Jahres noch Landesgelder in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro zu. Das bestätigte das Landesverwaltungsamt MDR THÜRINGEN. Es handelt sich dabei um Ausgleichszahlungen für den Schüler -und Behindertenverkehr. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN sind diese Gelder im Ende März gestellten Insolvenzantrag der Gesellschaft nicht berücksichtigt. Das Geld soll nun ausgezahlt werden.

Im Einzelnen stehen laut Landesverwaltungsamt rund 580.000 Euro für Leistungen aus dem Jahr 2016 bereit. Das Geld wurde erst am 11. Mai, drei Tage nach dem Vermittlungsgespräch mit Minister Wolfgang Tiefensee, beantragt. Ebenso wie eine weitere Vorauszahlung in Höhe von 900.000 Euro, die im Juli fällig wird. Beide Forderungen fehlen im Insolvenzgutachten von Rolf Rombach.

Insolvenzverwalter Rolf Rombach teilte MDR THÜRINGEN mit, dass erst am 10. Mai alle „notwendigen nachweisführenden Unterlagen“ vorgelegen hätten, um die Gelder zu beantragen. Im Einzelnen müssten etwa für die Abschlussrechnung des Vorjahres Daten über die exakte Zahl der gekauften Schülerkarten vorhanden sein. Auch in den Vorjahren seien die Gelder erst im Mai durch die RVG beantragt worden. Rombach verweist außerdem darauf, dass Zahlungsunfähigkeit dann vorliegt, wenn am Tag der Insolvenzentscheidung durch das zuständige Gericht die vorliegenden liquiden Mittel nicht ausreichen, um mindestens 90 Prozent der Verbindlichkeiten zu bedienen.

Die Insolvenz wurde am 24. April festgestellt. Die Verbindlichkeiten betrugen laut Gutachten etwa 1,4 Millionen Euro bei einer Masse von rund 550.000 Euro.
Das Insolvenzgericht Erfurt wollte aus Gründen der Nichtöffentlichkeit des Verfahrens keine Stellung zu dem Fall nehmen.