Gera. Fast ein Jahr lang war die Ausstellung „bau1haus – die Moderne in der Welt“ im Henry van de Velde – Museum im Haus Schulenburg Gera zu sehen. Die 50 großformatigen Bilder des Fotografen Jean Molitor zeigten bis Ende März 2017 erstmals in dieser Auswahl die weltweite Verbreitung der Architekturmoderne. Gemeinsam mit dem Künstler hat Museumsdirektor Dr. Volker Kielstein die Ausstellung zu etwas Besonderem gemacht.

Zweite Station der Bilder-Sammlung ist nun Berlin. Volker Kielstein ist es gelungen, Mitarbeiter der Thüringer Landesregierung für das Thema zu begeistern. Am 24. Mai 2017 um 19 Uhr wird unter dem Titel „Das Bauhaus – Von Weimar in die Welt“ die Ausstellung mit eben diesen Fotografien in der Landesvertretung des Freistaates Thüringen in der Hauptstadt eröffnet.

Quelle: Haus Schulenburg Gera


Hintergrundinformationen:

Der Berliner Fotograf Jean Molitor entdeckte für sich das Thema „Moderne in der Architektur“ 2009 im Osten Afrikas. Mit Unterstützung der Botschaften Frankreichs und Deutschlands fotografierte er in Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi, moderne Architektur aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Tropisches Klima, Vernachlässigung und Mangel an Geld für Instandsetzung hatten diesen Häusern erheblich zugesetzt. Abriss drohte durch internationale Investoren. „Ich verstehe meine Arbeit als Wettlauf gegen die Zeit“, sagt Jean Molitor. Mit einer Ausstellung seiner Fotos 2009 zeigte er nicht nur die Schönheit der Gebäude in Burundi, sondern brachte sie wieder ins Bewusstsein der Bewohner und lokalen Entscheidungsträger.

Jean Molitor setzte seine Fotosuche nach „Bauten der Moderne“ in Deutschland, Russland, Spanien, in den USA, Kuba, Marokko, dem Nahen Osten und Asien fort. Sein Ziel ist, ein weltweites Archiv des „Modernen Bauens“ unter dem Label „bau1haus“ aufzubauen als Rettung vor dem Vergessen durch fotografische Dokumentation.

Die Fotos erhebt er in den Rang von Kunstwerken durch „Mess-Bildtechnik“, Nutzung der tageszeitlichen Lichtverhältnisse, Blickwinkel und eine Bildbearbeitung, die die Häuser in ihrer von unnötigem Beiwerk befreiten Nacktheit und Erhabenheit zeigen.

Quelle: Haus Schulenburg, Gera.