Foto: Steffen Weiß, Stadtverwaltung Gera
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Größte umfassende Werkschau des sächsischen Ausnahmekünstlers Karl-Heinz Adler in Gera
Ausstellung Karl-Heinz Adler. ZEITSCHICHTEN. Werke 1957 – 2017 vom 19. Mai bis 13. August im Museum für Angewandte Kunst Gera

Gera. Das Museum für Angewandte Kunst Gera widmet sich vom 19. Mai bis 3. August dem Œuvre des sächsischen Ausnahmekünstlers Karl Heinz Adler, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. Unter dem Titel Karl-Heinz Adler. ZEITSCHICHTEN. Werke 1957 – 2017 zeigt die umfassende Retrospektive alle Werkgruppen seines gesamten konkreten Schaffens: von den ersten Collagen ab 1957, den Objekt- und Folienschichtungen über die Seriellen Lineaturen, die großformatigen Gemälde bis zu den Unendlichen Strukturen aus den letzten Jahren. Mit über 50 teilweise großformatigen Werken von insgesamt zehn Leihgebern aus ganz Deutschland ist sie die größte Werkschau Adlers überhaupt, die jemals zu sehen war. Sie ist der Auftakt der Ausstellungsreihe „Abstrakte Kunst in der DDR“, die sich mit Positionen herausragender ungegenständlicher – d.h. abstrakter und konstruktiv-konkreter – Kunst der DDR beschäftigen wird.

Adler zählt zu den wichtigsten Vertretern der Konkreten Kunst in Europa. Obwohl seine Kunst in der DDR bestenfalls geduldet war, gelang es ihm aus tiefer künstlerischer Überzeugung heraus eine autonome und internationale Bildsprache zu entwickeln, die der systematischen Auseinandersetzung mit Form, Raum und Zeit entspringt. Karl-Heinz Adler steht in der Traditionslinie des Bauhauses nach dem Zweiten Weltkrieg und verwirklichte konsequent gegenstandslose Kunst abseits und völlig unberührt vom Dogma des Sozialistischen Realismus. Damit hat er über die künstlerische Leistung hinaus auch eine große persönliche Stärke und Autonomie bewiesen, die ihn zu einem in seiner Bedeutung noch nicht voll erkannten Künstler macht. Im Gegenwind sozialistischer Propaganda arbeitend und dennoch beruflich aufgrund seiner bauplastischen Arbeit in das Kunstsystem der DDR eingebunden, wurde Adlers Werk in der offiziellen Lesart der architekturbezogenen Plastik zugerechnet. Sein bedeutendes künstlerisches Œuvre ist bis heute nur Kennern vertraut. Mit dieser Schau soll sich dies ändern und sein Werk einem großen Publikum vorgestellt werden.

Die Ausstellung offenbart nicht nur die hohe Qualität der Arbeiten, sondern spiegelt auf exemplarische Weise die Eigenständigkeit nicht gegenständlicher Kunstproduktion in der DDR wider. Sie würdigt das künstlerische Schaffen eines außergewöhnlichen Künstlers, der trotz der ihm fehlenden Anerkennung in der DDR und isoliert vom Westen, seinen künstlerischen Weg unbeirrt weiterging und einen außerordentlich geschlossenen Werkkorpus schuf, der zeitgleich zu Tendenzen nicht-gegenständlicher Kunst in der internationalen Kunstszene entstand.

Vor allem in den letzten Jahren hat das Werk Adlers neben zahlreichen Galerieausstellungen verstärkt museale Aufmerksamkeit erfahren; so wurden seine Werke in den Dresdner Kunstsammlungen, dem Josef-Albers- Museum Bottrop sowie in den Kunstsammlungen Chemnitz ausgestellt. Im Jahr seines 90. Geburtstages widmen ihm neben dem Museum für Angewandte Kunst in Gera drei weitere internationale Institutionen – das Albertinum in Dresden sowie das Kassák Múzeum und Kiscelli Múzeum in Budapest – eigene Werkschauen.

Die Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Gera, Greizer Straße 37, 07545 Gera, ist Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

ZEITSCHICHTEN

Karl-Heinz Adler
Werke 1957 – 2017
Ausstellung: 19. Mai bis 13. August 2017
Vernissage: 18. Mai 2017, 19 Uhr

Kuratiert von: Dr. Claudia Tittel und Sabine Tauscher
Museum für Angewandte Kunst
Greizer Straße 37
07545 Gera


Veranstaltungen:

Museumsnacht Gera 20. Mai

Führungen um 20.00 Uhr, 20.30 Uhr, 21.30 Uhr und 22.30 Uhr
„Waves and Lines“

Konzertevents mit Matthias von Hintzenstern, Burkhard Schlothauer und Alan Torres
21.00 Uhr, 22.00 Uhr und 23.00 Uhr

Führungen:

Sonntag, den 18. Juni um 14.00 Uhr
Sonntag, den 16. Juli um 14.00 Uhr
Sonntag, den 13. AUgust um 14.00 Uhr

Und auf Anfrage unter Tel.: +49 (0) 365/83 81 430 oder E-Mail: musak@gera.de

Konzert mit dem Wandelweiser-Komponistenensemble
Mittwoch, den 22. Juni um 20.00 Uhr

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