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Stück über jüdische Familien Cohn, Bucky, Levy
Theater liefert großen Beitrag zur Erinnerungskultur

Altenburg. Die Stadt hatte vor der Premiere des Stücks „Cohn, Bucky, Levy – der Verlust“ die in Altenburg weilenden Nachfahren der Familien, Angehörige des Theaters und Vertreter der geldgebenden Stiftungen zu einem Empfang geladen.

Damit sollte am vergangenen Sonnabend im Vorfeld der viel beachteten Inszenierung ein Zeichen der Verständigung gesetzt werden.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf sprach angesichts der Verbrechen, die den Juden während der NS-Zeit in Deutschland und auch in Altenburg angetan wurden, von der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der Deutschen und insbesondere der Altenburger Bevölkerung. „So wie Deutschland einerseits immer das Land der Dichter und Denker sein wird, so wird es andererseits auch immer die Schuld gegenüber den jüdischen Opfern des NS Regimes tragen. Wir alle, Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt und dieses Landes, haben die Verantwortung, alles Erdenkliche dafür zu tun, dass sich die schrecklichen Ereignisse von damals nicht wiederholen. Gerade die jüngere Generation muss heutzutage Möglichkeiten haben, von dieser Vergangenheit zu erfahren“, so das Stadtoberhaupt.

Die Nachfahren der Familien Cohn, Bucky und Levy, die unter anderem aus Kanada, den USA und Südafrika angereist waren, bedankten sich für den herzlichen Empfang und die freundliche Aufnahme in Altenburg. Der Oberbürgermeister äußerte seine Freude über das Zustandekommen des Besuchs und zollte den Nachfahren Respekt. Es brauche auch Mut, um in die Stadt zu kommen, in der den Vorfahren nach 1933 Schreckliches angetan wurde. An die Nachfahren gerichtet sagte der Oberbürgermeister: „Im Namen der Stadt bitte ich Sie um Entschuldigung.“

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Lobende Worte fand der Oberbürgermeister für die „beeindruckende künstlerische Leistung“ des Landestheaters. Er sagte: „Wir können stolz auf das Theater sein.“ Mit der Inszenierung habe das Theater auch seinen Bildungsauftrag in beeindruckender Weise umgesetzt. Dass das Stück an authentischen Orte gespielt werde, mache das historische Geschehen besonders anschaulich. „Mein Dank geht an das internationale Ensemble, den Schauspieldirektor Bernhard Stengele und den Heimatforscher Christian Repkewitz.“

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass für die Finanzierung der Theater-Produktion Drittmittel organisiert werden konnten. So dankt der Oberbürgermeister auch der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ für die finanzielle Unterstützung.

Die Kulturstiftung des Bundes begründete ihre Förderung mit dem „innovativen Charakter des Projekts im internationalen Kontext“. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ möchte die „pädagogische Arbeit mit Zeitzeugnissen von NS-Opfern“ fördern.

Eine besondere Würdigung sollte nach Auffassung des Oberbürgermeisters auch das unermüdliche Engagement der Mitglieder der Mitspieler-Akademie erfahren. Die Laiendarsteller trugen in überzeugender Weise zum Gelingen der Inszenierung bei. Ebenfalls beeindruckend: die fruchtbare Zusammenarbeit von israelischen und palästinensischen Künstlern, denn das Stück ist eine Koproduktion von TPT (Theater und Philharmonie Thüringen) mit dem Jaffa Theatre und dem Qara House for Music (Tel Aviv).

Das Fazit des Oberbürgermeisters nach der Premiere: „Die Stadt kann stolz sein auf eine solche kulturelle Leistung. Das Stück ist ein großartiger Beitrag zur Völkerverständigung und leistet politische Aufklärungsarbeit. Es ist überdies ein klares Signal gegen Rassismus und für ein weltoffenes Altenburg.“

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