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Erfurt. Acht Jahre nach dem letzten Triumph konnte RW Erfurt gestern endlich wieder den Landespokal gewinnen und sich so die Teilnahme an der ersten Hauptrunde im DFB Pokal sichern. Die Erleichterung bei den Verantwortlichen war nahezu grenzenlos.

Mit der gesicherten Qualifikation am DFB Pokal-Wettbewerb können wir Rot-Weißen, alleine für die erste Runde, mit einer Einnahme von ca. 250.000 Euro kalkulieren. Diese stolze Summe setzt sich zusammen aus TV,- Vermarktungs- und Zuschauererlösen. Ein Meilenstein im Kampf um die Zulassung für die 3. Liga. Denn bis zum 2. Juni um 15.30 Uhr muss der Verein dem DFB die komplette Erfüllung aller Auflagen und Bedingungen nachweisen.
Ein Kampf, der für die Führungscrew des Vereins vor Wochen nahezu aussichtslos begonnen hatte. Per erstem Bescheid des DFB vom 21.04.2017 erhielt der Verein die Aufforderung bis zum 2. Juni zusätzliche Liquidität in einer Gesamthöhe von 3.104.000 Euro nachzuweisen. Von da an wurden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Herkulesaufgabe zu bewältigen. Unter anderem wurde gegen die Höhe der Feststellungen seitens des DFB, fristgerecht zum 28. April, Widerspruch eingelegt. Dem Widerspruch wurde per DFB-Mitteilung vom 11. Mai in Teilen entsprochen und die Nachweisforderung um 136.000 Euro auf 2.968.000 Euro reduziert. Gegen diesen Bescheid hat der Verein abermals Beschwerde eingelegt. Über diesen erneuten Einspruch wurde dann im Rahmen einer mündlichen Verhandlung am 22. Mai vor dem DFB- Beschwerdeausschuss entschieden. Dort gelang es den Verantwortlichen zumindest Hilfsleistungen für die gestellten Bedingungen anerkannt zu bekommen. Dies änderte allerdings nichts an der Höhe der nachzuweisenden Liquidität.

Um die klaffende Liquiditätslücke zu schließen, wurden in den letzten Wochen zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehörten im Kern:

  • der Abschluss von Sponsorenverträgen,
  • die Stellung einer in bar hinterlegten, und privat erbrachten Liquiditätsreserve,
  • die Verlängerung eines bestehenden Kontokorrentkredites bei der Hausbank,
  • die Reduzierung der ursprünglich geplanten Personalkosten,
  • vertragliche Vereinbarungen von Freundschaftsspielen,
  • sowie Einnahmen aus der Kampagne „GEMEINSAM EINS“, die bisher ca. 150.000 Euro einbrachten.

Dies alles zusammen, mit der gestrigen Qualifikation für den DFB Pokal, hat dazu geführt, dass die jetzt noch vorhandene Liquiditätslücke auf 100.000 Euro zurückgeführt werden konnte.

Nun bleibt dem Verein noch genau eine Woche Zeit, um auch diese Lücke zu schließen. Natürlich hoffen wir, dass durch den gesicherten Klassenerhalt und die Teilnahme am DFB Pokal, im Rahmen der Kampagne „GEMEINSAM EINS“, auch diejenigen einen Beitrag leisten, die sich bisher aufgrund der sportlichen Unsicherheit verständlicherweise zurückgehalten haben. Wenn dem so sein sollte, wird der Verein am 2. Juni endgültig seine drei Hauptziele in dieser Saison erreicht haben. Diese waren neben dem sportlichen Klassenerhalt und dem Pokalsieg eben auch die wirtschaftliche Qualifikation für die neue Saison.

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Ein viertes Ziel konnte aber nicht realisiert werden. Die Erhöhung des Mannschaftsetats wird dem Verein leider nicht gelingen. Das war unmöglich! So steht dem Management für die neue Saison genau derselbe Personaletat zur Verfügung, wie in der gerade beendeten Spielzeit.
„Allerdings wird sich Rot-Weiß Erfurt zunehmend nicht mehr alleine in diesem Personalkostenrahmen bewegen. Viele Clubs der dritten Liga reduzieren ihre bisherigen Personalkosten, da sie sonst alle immer mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Somit erhöhen sich unsere Chancen zukünftig weiterhin konkurrenzfähig zu sein wieder“, sagte Vizepräsident Thomas Kalt. „Zur Historie der letzten Wochen möchte ich noch anmerken, dass wir immer wieder mit der Nachfrage konfrontiert wurden, wie hoch denn die zu schließende Liquiditätslücke beim DFB sei. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, diese Ursprungszahl nicht zu kommunizieren. Wir wussten ja welche Maßnahmen und Möglichkeiten wir ergreifen würden, um das Delta zu schließen. Mit der Nennung der ersten Summe von 3,1 Millionen Euro hätten wir das Umfeld nur erschreckt und eine unnötige und nicht hilfreiche Unruhe rund um den Verein bekommen. Dies hätte auch die Mannschaft in ihrer Konzentration gestört und so die sportlichen Ziele gefährdet“, fügte der Vizepräsident noch hinzu.

Präsident Rolf Rombach ist ebenfalls froh und erleichtert nun so nah vor dem Ziel zu stehen. “Die letzten Wochen waren die schwersten meiner seit 2005 währenden Amtszeit als RWE-Präsident. Wir konnten die sportlichen Ziele nur deshalb erreichen, weil die Führungscrew des Vereins, gemeinsam mit Trainer und Mannschaft, auch in kritischsten Zeiten immer solidarisch war. Wir haben uns untereinander vertraut und uns zu keinem Zeitpunkt gegenseitig in Frage gestellt. Das war die Basis für den Erfolg. Die wirtschaftlichen Herausforderungen haben mich zusätzliche schlaflose Nächte gekostet. Aber in dieser schwierigen Zeit haben wir uns wieder einmal auf unsere tollen Partner und Sponsoren verlassen können. Ihnen gehört mein größter Dank! Ein großes Dankeschön auch an die Geschäftsstelle und an die vielen Fans, die uns bisher bei der Kampagne „GEMEINSAM EINS!“ unterstützt haben. Die tolle Stimmung im Stadion hat mir gezeigt, dass sich das Kämpfen um diesen Verein lohnt. Man sieht, was hier entstehen kann. Mein Dank gilt allen Fans, die unsere Mannschaft zuhause oder auswärts so lautstark anfeuern. Gemeinsam werden wir jetzt auch die letzten Schritte bewältigen. Und dann freuen wir uns auf ein tolles Los für den DFB Pokal am 11. Juni.”

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