Von Birgit Seidel - Selbst fotografiert, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8856106
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Mit der Vertragsunterzeichnung zum Betrieb der Schachtbefahrungsanlage endet Großprojekt des Oberbergamtes im Altbergbau

Dresden/Freiberg. Nach gut 2,5 Jahren Bauzeit sind nunmehr die Arbeiten zur Sanierung des Drei-Brüder-Schachtes im Ortsteil Zug der Universitätsstadt Freiberg abgeschlossen. Ziel der bergbaulichen Sanierungsarbeiten war es, einen Zugang zum Rothschönberger Stolln herzustellen. Damit ist nun die Grundlage für die Kontrolle und weiterführende Sanierungsarbeiten am Stolln im Abschnitt zwischen dem Drei-Brüder-Schacht und dem Schacht Reiche Zeche gegeben.

Einen Vertrag über die Modalitäten der zukünftigen Nutzung des Schachtes werden die Stadt Freiberg, vertreten durch Oberbürgermeister Sven Krüger, der Förderverein Drei-Brüder-Schacht eV., vertreten durch den Vorstand Christian Tittel und der Freistaat Sachsen, vertreten durch Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer, unterzeichnen. Die feierliche Vertragsunterzeichnung zum Betrieb der Befahrungsanlage im Drei-Brüder-Schacht findet am 29. Mai 2017 auf dem Gelände des Drei Brüder-Schachtes in Freiberg, Ortsteil Zug, statt.

Die Vertragsunterzeichnung ist zugleich der symbolische Abschluss der vom Sächsischen Oberbergamt beauftragten Arbeiten am Drei-Brüder-Schacht. Mit der Errichtung der Befahrungsanlage ist es nunmehr möglich, den in etwa 280 Meter Tiefe befindlichen Rothschönberger Stolln im Bedarfsfall mit maschineller Hilfe zu erreichen und entsprechende Personen- und Materialtransporte für Kontroll- und Unterhaltungsarbeiten durchzuführen. Zuvor war es notwendig, den alten Schacht geotechnisch zu sichern und von
alten Ein-/Ausbauten zu beräumen. Neben der Befahrungsanlage wurde auf der gesamten Tiefe zwischen der Tagesoberfläche und dem Niveaus des Rothschönberger Stolln auch ein Fahrtentrum eingebaut, über welches die einzelnen Zwischensohlen kontrolliert werden können.

Die Sanierungsmaßnahmen am Rothschönberger Stolln zur Aufrechterhaltung seiner Funktionalität waren notwendig geworden,
nachdem durch die Hochwasser von August 2002 und Juni 2013 massive Schäden am Stolln entstanden waren.

Die vom Oberbergamt beauftragten Sanierungsarbeiten führte die TS Bau GmbH Niederlassung Jena, ein Unternehmen der Thyssen Schachtbaugruppe, aus. Bauüberwachung und begleitende Planung erfolgten durch die G.U.B. Ingenieur AG, Niederlassung Freiberg.

Die Kosten für dieses Sanierungsgroßprojekt belaufen sich auf rund 5,6 Millionen Euro.

Drei-Brüder-Schacht
Bereits 1791 wurde begonnen, den Drei-Brüder-Schacht im Freiberger Revier zu teufen. Nachdem der Bergbau eingestellt worden war, entstand hier 1914 in über 270 Metern Tiefe das erste Kavernenkraftwerk der Welt. Es war bis 1972 in Betrieb. Der Förderverein Drei-Brüder-Schacht e. V. bemüht sich seit den 1990er Jahren um die Reaktivierung dieses einmaligen Technik-Denkmals.

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