Gera. Nach der gefeierten Premiere ist der neue zweiteilige Ballettabend von Silvana Schröder Eine infernalische Reise / Letzte Lieder an diesem Wochenende zum letzten Mal in diese Spielzeit zu sehen. In der kommenden Spielzeit wird die Altenburger Premiere am 25. März 2018 die nächste Vorstellung sein. Da heißt es jetzt für Ballett- und Musikfreunde nicht länger zögern und sich für die Vorstellung am Freitag um 19.30 Uhr oder Sonntag um 14.30 Uhr entscheiden.

Der klassische Ballettabend basiert musikalisch auf der Dante-Sinfonie von Franz Liszt und den Vier letzten Liedern von Richard Strauss und setzt sich mit den Elementen des irdischen Lebens und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod auseinander. Neben den Tänzerinnen und Tänzern des Staatsballetts sind das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Leitung von Generalmusikdirektor Laurent Wagner, die Damen des Opernchors in der Einstudierung von Chordirektor Holger Krause und die Sopranistin Anne Preuß an der Uraufführung beteiligt.

Franz Liszt diente Dante Alighieris Jahrhundertwerk Die göttliche Komödie als literarische Inspirationsquelle für seine 1857 in Dresden uraufgeführte Dante-Sinfonie. In dem Epos begibt sich Dante in Begleitung des antiken Dichters Vergil gedanklich auf eine weite Reise. Der Weg führt die beiden durch die Hölle und das Fegefeuer bis ins Paradies. Das Leben, so die Erkenntnis, endet nicht mit dem Tod. Das Wohlergehen der Menschen im Jenseits jedoch hängt von deren Verhalten im Diesseits ab. Silvana Schröder inszeniert den Weg vom Inferno über das Purgatorio bis hin zur Erlösungshoffnung des finalen Magnificat als eine infernalische Reise voller kraftvoller Gruppenchoreografien und poetischer Duette.

Tiefgreifende Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Endlichkeit allen Seins stellt auch Richard Strauss in den Vier letzten Liedern, die er 1948 in Erwartung seines baldigen Todes zu Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff komponierte. Als erstes deutsches Ballettensemble zeigt das Thüringer Staatsballett eine tänzerische Interpretation dieser vier so persönlichen wie virtuosen Lieder – „Frühling“, „September“, „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“, live interpretiert von der Sopranistin Anne Preuß.

Die Ausstattung für Bühne, Kostüme und Video hat Andreas Auerbach. Karten sind noch erhältlich. Jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn lädt Dr. Daniel Siekhaus zur Einführung im Konzertsaal ein.

Die Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera e. V. und die Vereinigung der Theaterfreunde für Altenburg und Umkreis e. V. küren auch am Ende dieser Spielzeit wieder gemeinsam in einer öffentlichen Veranstaltung ihre Publikumslieblinge. Diesmal wird am Samstag, 10. Juni, um 15.00 Uhr in die Bühne am Park Gera eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden nominierte Künstler auftreten und ein unterhaltsames Programm gestalten. Freuen Sie sich auf Akiho Tsujii und Claudia Müller aus dem Musiktheater, die Schauspieler Christiane Nothofer, Manuel Kressin und Manuel Struffolino, die Puppenspielerin Marcella von Jan, die Tänzer Alina Dogodina, Daria Suzi, Filip Kvacák und Kristian Matia. Am Klavier wechseln sich Generalmusikdirektor Laurent Wagner und Olav Kröger ab. Die Moderation übernimmt der designierte Schauspieldirektor Manuel Kressin.
Am Auswahlverfahren konnten sich nicht nur die Vereinsmitglieder beteiligen, sondern alle Theaterbesucher. Dazu stand in den Theaterkassen Gera und Altenburg eine Box bereit, die die Stimmzettel aufnahm, auf denen fast 400 Theaterbesucher und Vereinsmitglieder ihre Wahl trafen, wer den begehrten Preis in den drei Kategorien beliebteste Inszenierung, beliebtester Künstler und beliebteste Künstlerin erhält. Sieben Oskars werden insgesamt vergeben.

Karten zum Preis von 16 Euro sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105. Vereinsmitglieder zahlen nur 14,50 Euro.

Im Anschluss an die Veranstaltung feiern Geraer und Altenburger Theaterverein gemeinsam mit dem Verein der Orchesterfreunde Gera auf der Terrasse vor der Bühne am Park ihr Sommerfest. Neue Mitglieder sind stets herzlich willkommen. An einer Mitgliedschaft Interessierte erhalten gern vorab Auskunft bei Helga Klinger telefonisch unter 0365/22623780, theaterfreunde-gera@web.de oder bei Barbara Grubitzsch telefonisch unter 03447/509705, theaterfreunde-altenburg@t-online.de.

Zu Sommertheater open air lädt das Schauspielensemble am Freitag und Samstag jeweils 21 Uhr und Sonntag 20 Uhr ein. Gespielt wird auf dem Vorplatz der Bühne am Park Gera. Basierend auf dem Libretto für Mozarts Oper Così fan tutte entwickelten Manuel Kressin und Olav Kröger die spritzig heitere Komödie „So machen’s alle“ mit viel Musik, live gespielt von der Gelato Band mit Olav Kröger an den Tasten, Katharina Brien am Saxophon und Philipp Reinheimer am Schlagzeug.

Was für ein Glück Ferrando (Thorsten Dara) und Guglielmo (Manuel Struffolino) doch haben, mit so außerordentlich liebenswerten und treuen Frauen liiert zu sein! Die Schwestern Dorabella (Vanessa Rose) und Fiordiligi (Anne Diemer) sind wunderschön und haben doch ihr Herz nur ihnen allein geschenkt, so prahlen die beiden Männer. Das erheitert und reizt Don Alfonso (Ulrich Milde), hat er doch, der weltgewandte Philosoph, ganz andere Erfahrungen mit den Frauen gemacht. Er bietet den Herren ein Spiel, um die Wahrheit zu entdecken: Ferrando und Guglielmo sollen sich von ihren Geliebten unter dem Vorwand verabschieden, in den Krieg ziehen zu müssen, um wenig später verkleidet zurückzukehren und die Treue ihrer Frauen auf die Probe zu stellen …
Bei einem Glas Wein oder Bier können die Besucher den Wirrungen der Liebe beiwohnen und auch für einen kleinen Imbiss ist gesorgt.

Jeweils am Tag der Vorstellung wird bei ungewissem Wetter um 18 Uhr entschieden, ob open air auf dem Vorplatz der Bühne am Park gespielt werden kann oder ob die Aufführung in die Bühne am Park verlegt wird.
Karten für 16,- Euro auf jedem Platz sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105, online buchen unter <www.tpthueringen.de>

Gefördert durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie aus Mitteln des Evangelischen Entwicklungsdienstes Brot für die Welt wurde eine zusätzliche Theaterproduktion bei Theater&Philharmonie Thüringen ermöglicht: „Rafias Reise“ hatte im März im Lerchenberggymnasium Altenburg Premiere. Eine öffentliche Aufführung in Gera findet nun am Samstag, 10. Juni, um 19.30 Uhr im Puppentheater Gera statt. Der Eintritt ist frei!
Die Schauspielerin und Regisseurin Dorothea Arnold hat das Klassenzimmerstück über Mädchen auf der Flucht in Kooperation mit SAIDA International e.V. geschrieben und inszenierte auch die Uraufführung. Die türkische Schauspielerin Öykü Oktay aus dem Schauspielensemble von Theater&Philharmonie Thüringen spielt das Mädchen Zara. Für die Ausstattung ist Fabienne Müller verantwortlich. David Schönherr begleitet die Produktion als Dramaturg und Theaterpädagoge.

Zara versteht die Welt nicht mehr. Eigentlich hatte sie sich ihren ersten Tag an der Uni ganz anders vorgestellt. Mit dem Bus hinfahren, nette Leute treffen, eine neue Welt kennenlernen. Stattdessen verpasst sie den Bus, wird von Passanten als Terroristin abgestempelt und muss Hals über Kopf weglaufen und sich verstecken. Ihr Zufluchtsort entpuppt sich als Klassenzimmer – das voller Schüler ist. Alles nur wegen dieses blöden Rucksacks, den dieses seltsame Mädchen an der Bushaltestelle vergessen hat und den Zara ihr doch nur zurückbringen wollte. Ein Rucksack, der es in sich hat.

Das Klassenzimmerstück Rafias Reise bringt dem Zuschauer die Beweggründe und Hoffnungen von geflüchteten und verfolgten Menschen näher. Anhand zurückgelassener Gegenstände rekonstruiert die Erzählerin Zara eine Geschichte, die weit über die durch Nachrichten und Reportagen bekannt gewordenen Fluchtursachen hinausgeht. Rafias Reise ist nicht bloß die Geschichte eines einzelnen Menschen auf der Flucht, sondern die einer ganzen Generation von Mädchen und jungen Frauen, die aus ihrer Heimat oder sogar vor ihrer eigenen Familie fliehen müssen – aus dem einfachen Grund, weil sie weiblich sind.
Nach der ca. 40 Minuten dauernden Aufführung ist Gelegenheit dem Theaterpädagogen David Schönherr und der Projektleiterin Simone Schwarz zu sprechen.

Um 1780 wurde Wien von einer neuen musikalischen Mode überrollt: der Harmoniemusik. Plötzlich wuchs das höfische Interesse bis hin zum Kaiser an dieser Besetzung und führte zu einem regelrechten Ansturm. Bis heute hat die Harmoniemusik nichts von ihrem mitreißenden Schwung eingebüßt und erfreut ihre Zuhörer mit gleichzeitig sinfonischem wie unterhaltendem Charakter.
Die Thüringen Harmonie, das Bläserensemble des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera, lädt am Sonntag, 11. Juni, um 11:00 Uhr zum 252. Foyerkonzert in den Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera ein und stellt Wolfgang A. Mozart und Richard Strauss als Harmoniemusik-Komponisten vor.

Mozart wurde schon früh von der Mode ergriffen: „bis Sonntag acht tag muß meine opera auf die harmonie gesetzt seyn – sonst kommt mir einer bevor – und hat anstatt meiner den Profit davon“, schreibt er 1782 seinem Vater und setzt sich daran, auch mit zahlreichen Originalwerken wie der Serenade KV 388, die neue Gattung zu bereichern.
Richard Strauss verhalf der Harmoniemusik zu einem letzten Höhepunkt, indem er sie in Verehrung Mozarts und als stilisierte Erinnerung an vergangene Zeiten in seinen Serenaden wieder aufgriff.
Die „Thüringen Harmonie“ besteht aus Musikern des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera und pflegt seit 2000 die Tradition der Harmoniemusik mit einem Repertoire von Serenaden großer Komponisten und eigenen Bearbeitungen beliebter Orchesterwerke.

Altenburg

Die letzte Aufführung von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ in dieser Spielzeit in Altenburg ist am Samstag, 10. Juni, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Landestheaters. Für die Sopranistin Akiho Tsujii ist es zugleich die vorletzte Vorstellung in ihrem Festengagement am Haus. Am 14. Juni kann man sie nochmals als bezaubernde O Lia San in „Viktoria und ihr Husar“ sehen. Sie wechselt in der kommenden Saison ans Mainfranken Theater Würzburg. Aus dem Thüringer Opernstudio wurde die junge Sängerin aus Japan von Theater&Philharmonie Thüringen in der Spielzeit 2014/15 als Ensemblemitglied übernommen und sang und spielte sich in die Herzen der Zuschauer.

Zu den Partien, die sie überragend gestaltete, zählen neben der Gilda Ännchen (Der Freischütz), Norina (Don Pasquale), Martha in Flotows Komischer Oper, Sophie (Rosenkavalier) und Musetta (La Bohème). Im Operettenwettstreit nahm sie Kapellmeister Thomas Wicklein nicht nur den Taktstock ab, sondern hatte überhaupt alle Fäden in der Hand. Auch als Konzertsängerin hat sie sich bereits ein breites Repertoire erarbeitet.

Gastengagements führten sie an die Oper Leipzig, das Theater Erfurt, das Theater Dortmund, die Semperoper Dresden, die Deutsche Oper Berlin (Cover) und die Staatsoperette Dresden.

Seit der Uraufführung 1851 zählt „Rigoletto“ weltweit zu den meistgespielten Opern. Das Libretto der Oper basiert auf Victor Hugos Drama „Der König amüsiert sich“. Generalintendant Kay Kuntze inszenierte das Meisterwerk in der Ausstattung von Duncan Hayler. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. In der Titelpartie ist Johannes Beck zu erleben.
Um den Herzog von Mantua und dessen dekadente Hofgesellschaft zu unterhalten, kennt der bucklige Hofnarren Rigoletto keine Skrupel. So führt er ihm nur allzu bereitwillig die Töchter der vornehmen Gesellschaft zur Verführung zu. Seine vergötterte Tochter Gilda dagegen verbirgt er vor der bösen Welt, hält sie fast wie eine Gefangene im Versteck. Doch es kommt zur Begegnung Gildas mit dem Herzog von Mantua…. Die leichtsinnig-draufgängerische Canzone des Herzogs (»La donna è mobile«) wird zur Schicksalsmelodie für alle drei Protagonisten.

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter <www.tpthueringen.de>