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Wahrzeichen von Crossen verschwindet

Zwickau. Nach 20 Jahren Dauereinsatz begann gestern das Bundesunternehmen Wismut GmbH offiziell mit dem Rückbau des fast 2 Kilometer langen geschlossenen Förderbandes in Crossen. Insgesamt 3,25 Millionen Kubikmeter radioaktives Bergematerial der Halde Crossen wurden damit sicher und umweltschonend auf die industrielle Absetzanlage Helmsdorf transportiert.

In den letzten Monaten wurde der Rückbau vorbereitet, Büsche und Bäume entlang der Trasse gerodet. Die Demontage des Förderbandes ist in mehrere Abschnitte unterteilt und wird bis Ende des Jahres dauern. Begonnen wird derzeit an den beiden Endpunkten des Förderbandes, einerseits an der sogenannten Aufgabestation auf der Crossener Halde sowie andererseits auf der industriellen Absetzanlage Helmsdorf. Nach und nach werden abschnittsweise schließlich die Teile des kompletten Bandes abgebaut.
Da das transportierte Material radioaktiv war, müssen die demontierten Teile nach Belastungen untersucht und wenn nötig gesäubert werden, bevor sie entsorgt werden. Bauteile, die nicht gereinigt werden können, werden auf der IAA Helmsdorf eingebaut.

Während des gesamten Rückbaus wird es drei wichtige Abschnitte geben. Der Pipe Conveyor quert auf seinem Verlauf sowohl eine Straße, die alte B93, die Zwickauer Mulde als auch Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG. Der Rückbau des Teilstückes über der Straße wird nach derzeitiger Planung Mitte Juli erfolgen. Dazu muss die ehemalige B93 vom 10. bis 21. Juli gesperrt werden. Da die Straße auch als Zufahrt vieler Mitarbeiter für das Volkswagen Werk Zwickau dient, wurde darauf geachtet, die Einschränkungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und die Sperrung in die Zeit der Werksferien gelegt.

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Für den Rückbau des Abschnittes über der Bahnstrecke Werdau-Dresden in Oberrothenbach muss auch die Bahnlinie zeitweise gesperrt werden. Um auch hier die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, wird die Demontage des Brückenteiles über den zwei Gleisen in der Nacht vom 15. zum 16. Juli erfolgen. Dabei wird das 50 Meter lange Brückenteil mit mehreren Kränen abgehoben. In der letzten Juliwoche wird schließlich auch das Teilstück über der Zwickauer Mulde demontiert.

Während des Rückbaus der Trasse werden außerdem parallel zum Förderband in der Erde liegende Rohrleitungen entfernt und die Flächen saniert. Über die Leitungen wurden während der Produktionszeit bis 1989 die radioaktiven Schlämme vom Aufbereitungsbetrieb Crossen zur industriellen Absetzanlage Helmsdorf gepumpt. Das dabei anfallende kontaminierte Material wird auf der IAA Helmsdorf eingelagert.

Im letzten Bauabschnitt werden die Flächen wieder begrünt bzw. aufgeforstet.

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