Erfurt. Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft veröffentlicht heute die Ergebnisse zweier fachlicher Expertisen, die als Beitrag für eine sachliche Diskussion im Rahmen der Verwaltungs-, Funktional- und Gebietsreform dienen sollen. „Die als Fachbeitrag des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft und Infrastruktur für die Diskussionsprozesse innerhalb der Landesregierung zur Kreisgebietsreform konzipierten Analysen dürften auch für die Öffentlichkeit von Interesse sein“ sagte der Staatssekretär Dr. Klaus Sühl im Rahmen der heutigen 23. Sitzung des Landesplanungsbeirats.

Mit der Untersuchung „Mögliche Gebietszuschnitte einer Thüringer Kreisreform, Fachbeitrag aus raumordnerischer Sicht“ wurde Herr Professor Dr. Gather von der Fachhochschule Erfurt, Fachgebiet Verkehrspolitik und Raumplanung beauftragt. Ziel der Untersuchung war es, einen fachlichen Beitrag für Kreisgebiete aus raumwissenschaftlicher Sicht zu erarbeiten. Auf der Basis der Verflechtungsbereiche Thüringer Mittelzentren nach dem Landesentwicklungsprogramm 2025 (LEP 2025) und eines Indikatorensets (Zugehörigkeit zu Planungsregionen, Erreichbarkeit, Pendlerverflechtungen) wurden zunächst Orientierungen auf die aus raumwissenschaftlicher Sicht als Zielpunkte geeigneten Oberzentren und großen Mittelzentren (Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums) identifiziert und anschließend Varianten möglicher Kreiszuschnitte entwickelt.

Die durch das Institut Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt erarbeitete „Erreichbarkeitsanalyse Thüringer Kreisstädte zur Kreisgebietsreform“ enthält einen Vergleich der verkehrlichen Erreichbarkeit möglicher Kreissitze aus dem potenziellen Kreisgebiet entsprechend der bisherigen Reformvarianten. Ziel war es, für jeden potenziellen neuen Landkreis die Kreisstadt mit der besten Erreichbarkeit zu ermitteln. Die Besonderheit bei der gewählten Vorgehensweise ist, dass mit der durchschnittlichen Reisezeit je Einwohner eine Gewichtung der tatsächlichen Einwohner vorgenommen wurde.

„Die Untersuchungen stellen weder eine endgültige und allumfassende Ideallösung noch eine lokalpolitisch motivierte Auftragsarbeit dar, sondern leisten einen sachorientierten und objektiven Beitrag des Planungsministeriums zu den Diskussionen“ führte Dr. Sühl abschließend aus.


Hintergrund Landesplanungsbeirat
Herr Prof. Dr. Gather hat die von ihm im Auftrag erarbeiteten Untersuchungen in der heutigen Sitzung des Landesplanungsbeirats vorgestellt.

Der Landesplanungsbeirat bei der obersten Landesplanungsbehörde wirkt gemäß § 16 Thüringer Landesplanungsgesetz bei der Aufstellung des Landesentwicklungsprogramms sowie bei Grundsatzfragen der Landesplanung beratend mit. Dem Landesplanungsbeirat gehören insbesondere Vertreter der Kammern und Verbände, der Kirchen, der Hochschulen, der anerkannten Naturschutzverbände sowie der kommunalen Spitzenverbände an.

Auf der Tagesordnung der 23. Sitzung des Landesplanungsbeirats am 16. Juni 2017 standen neben der Kreisgebietsreform die Neuberufung der Mitglieder für die sechste Amtsperiode sowie der Ausbau der Stromübertragungsnetze, insbesondere das Erdkabelprojekt SuedLink.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.thueringen.de/th9/tmil/landesentwicklung/rolp/lb