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„Die Jesuiten in Erfurt“
Vortrag über die „Societas Jesu“ und das Erfurter Jesuitenkolleg in der Forschungsbibliothek Gotha

Erfurt/Gotha. Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. laden sehr herzlich alle Interessierten zum Vortrag „Die Jesuiten in Erfurt“ von Dr. Sebastian Holzbrecher (Erfurt) am 28. Juni, um 18:15 Uhr, ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Im Kampf um die Seelen – Glauben im Thüringen der Frühen Neuzeit“ statt, die noch bis zum 9. Juli im Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein zu besichtigen ist.

Die Gesellschaft Jesu gilt bis heute als einer der umstrittensten Orden der katholischen Kirche. Die 1537 von Ignatius von Loyola und einigen Freunden begründete und bereits 1540 vom Papst offiziell als Orden anerkannte Vereinigung wurde zum wichtigsten Verteidiger der päpstlichen Kurie und war wesentlich an der Durchführung der Gegenreformation beteiligt. Ausgerichtet zwischen Armenseelsorge und breiten Bildungsangeboten im Rahmen der Neugründung zahlreicher Schulen und Kollegien auf der einen Seite und elitärer Wissenschaft auf der anderen Seite, zwischen politischer Beratung und weltweiter missionarischer Tätigkeit, zwischen Kunst und Theater durchdrang der Orden alle Bereiche des Lebens. Die Geschichte des Jesuitenordens eröffnet daher weit über die Ordensgeschichte hinaus Einblicke in die Stadt-, Konfessions-, Bildungs-, Kultur- und Politikgeschichte. Das 1611 begründete Erfurter Jesuitenkolleg stand an einer solchen Schnittstelle. An seinem Beispiel können die verschiedenen Themenfelder miteinander vernetzt wahrgenommen und dargestellt werden. Der Vortrag geht der Frage nach, wie die Jesuiten in Erfurt Fuß fassen konnten und in welche konfessionellen und politischen Konflikte und Netzwerke sie eingebunden waren. Kann man das Wirken der „Societas Jesu“ mit der Metapher „Kampf um die Seelen“ beschreiben und wie ist ihr Wirken in Erfurt bis 1664 historisch einzuordnen?

Sebastian Holzbrecher studierte Katholische Theologie an der Universität Erfurt. Von 2009 bis 2013 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Erfurt. In dieser Zeit entstand seine Dissertation zum Aktionskreis Halle, einer umstrittenen kirchlichen Reformbewegung in der DDR. Anschließend war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie an der Universität Regensburg, ehe er von 2014 bis 2016 als Habilitand am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz arbeitete. Hier begann er sein aktuelles Forschungsprojekt zur Geschichte und theologischen Entwicklung des Erfurter Jesuitenkollegs. Seit 2015 ist er außerdem Mitglied im Theologischen Forschungskolleg der Universität Erfurt.
Vor dem Vortrag im Herzog-Ernst-Kabinett findet um 17 Uhr eine Sonderführung durch die Ausstellung „Im Kampf um die Seelen“ mit dem Kurator Dr. Sascha Salatowsky statt. Der Eintritt ist frei; um eine Spende für den Freundeskreis wird jedoch gebeten.

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