Von Michael Sander - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7339870 - oberer Rand beschnitten

Weimar/Erfurt/Friedrichroda. Das Enteignungsverfahren für Schloss Reinhardsbrunn im Kreis Gotha ist einen Schritt weiter. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hat das Landesverwaltungsamt alle betroffenen Seiten angehört; darunter Energieversorger und auch private Gläubiger, deren Forderungen im Grundbuch eingetragen sind. Auf dem Schloss lasten Schulden von über neun Millionen Euro. Die Landesregierung geht davon aus, dass diese Schulden im Fall einer Enteignung nicht ans Land fallen.

Bei der nicht-öffentlichen Anhörung am 20. Juni erläuterten Vertreter der Staatskanzlei noch einmal, warum das Schloss den aktuellen Besitzern entzogen werden soll. Aus Sicht der Landesregierung haben die Eigner entgegen ihrer Pflichten nichts zum Erhalt des kulturhistorisch bedeutsamen Thüringer Denkmals getan. Dem widersprach der Anwalt der Besitzer und beantragte Einsicht in die vorliegenden Gutachten zum Verkehrswert von Schloss Reinhardsbrunn. Diese Expertisen sollen alle zu dem Schluss kommen, dass der Wert von Schloss und Grundstück gegen Null geht.

Bis Ende August haben nun Besitzer und Gläubiger Zeit, ihre Ansprüche oder Einwände gegen eine Enteignung schriftlich vorzubringen. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN will das Landesverwaltungsamt anschließend nach Aktenlage entscheiden, ob das Schloss enteignet wird. Für diesen Fall hat der Anwalt der aktuellen Besitzer bereits den Weg vor Gericht angekündigt. Widerspruch wird auch aus den Reihen von Gläubigern erwartet, die um ihre finanziellen Forderungen bangen.