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Am kommenden Dienstag nimmt der „TraffiStar S350“ in der Landeshauptstadt seinen Dienst auf. Hinter dem unscheinbaren Namen verbirgt sich Erfurts erste „semistationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage“.

Langer Bezeichnung, große Wirkung: Denn der „TraffiStar“ ist der erste Blitzer in Erfurt, der per Anhänger an seinen Arbeitsort gefahren wird. Und im Gegensatz zu den Radarpistolen der Polizei und den in Autos eingebauten Messsystemen der Stadtverwaltung kommt dieser Blitzer während seiner Dienstzeit ganz ohne Bedienungspersonal aus.

Der „TraffiStar“ ist ein Produkt der Firma „Jenoptik Robot“, das hellgraue Messgerät soll für acht Wochen probeweise in Erfurt eingesetzt werden. Und zwar genau dort, wo die Verkehrssituation eine längere Einsatzdauer erfordert, als das mit den bisherigen mobilen Geräten möglich war.
Der Vorteil gegenüber den bisherigen stationären und mobilen Systemen: Das Messgerät wird per Anhänger an die Einsatzstelle gefahren, dort einige Tage geparkt und kann so rund um die Uhr vollautomatisch seine Arbeit verrichten. Ist in dem überwachten Bereich eine deutliche Verkehrsberuhigung eingetreten, geht es weiter an den nächsten Einsatzort.

Bei der Standortwahl werden vor allem Straßen rund um Kitas, Schulen und Altenheimen ausgewählt, aber auch Straßenabschnitte, die bestimmte Gefahrenpunkte darstellen, werden mit dem „TraffiStar“ bestückt. Abgesehen von der Verbesserung der Verkehrssicherheit verspricht sich die Stadt Erfurt durch den Einsatz des Blitzers auch einen positiven Einfluss auf Umweltbelastungen wie Feinstaub und Stickoxide sowie Lärmimmissionen.

Der „TraffiStar“ besteht im Wesentlichen aus zwei Baugruppen. Oben ist das Messsystem eingebaut, im unteren Bereich befinden sich die Akkus, die Zubehörkomponenten und die Anhängertechnik. Zum Schutz ist übrigens die Anhängerdeichsel einklappbar und mit einem Schloss gesichert, die Station ist zusätzlich mit einer automatischen Feuerlöschanlage, Schlag- und GPS-Bewegungsmeldern und einem Mobilfunkmodem ausgerüstet.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein: „Die Sicherheit auf unseren Straßen, die Sicherheit vor Schulen, Kitas und Altenheimen ist eine enorm wichtige Aufgabe. Wir müssen alle Verkehrsteilnehmer dazu bringen, die Regeln einzuhalten – damit sie nicht das Leben anderer gefährden. Das hat nicht mit Abzockerei zu tun, wie manche behaupten – das ist unsere Pflicht.“

Erfahrungen würden zeigen, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen in Verbindung mit Überwachungen viel effektiver sind. Testmessungen hatten 2013 in Schmira ergeben, dass bei rund 7.800 Fahrzeugen pro Tag in beiden Fahrrichtungen fast jedes dritte Fahrzeug zu schnell fuhr. Mittlerweile werden dort täglich nur noch maximal zehn Überschreitungen festgestellt.

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