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Förderung für die Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf, Schleswig-Holstein, Dresden und die Universitätsmedizin Greifswald

Greifswald. In der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden Universitätskliniken gefördert, die standortübergreifend Daten aus der Patientenversorgung für die Optimierung von Diagnostik und Therapie und die medizinische Forschung nutzbar machen wollen. 28 von 33 Universitätskliniken arbeiten seit August 2016 in sieben Konsortien zusammen.

Anlässlich einer Pressekonferenz am 10. Juli in Berlin lobte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die außerordentlich gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und den deutschlandweiten Charakter der Initiative.

Nach einer internationalen Begutachtung werden alle Konsortien für die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase ab Anfang 2018 mit insgesamt 150 Millionen Euro gefördert. Die Partner im Konsortium share-it! (Synergistic Health Data Access for Research and CarE – Innovation and Translation) bestehend aus den Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf, Schleswig-Holstein, Dresden und der Universitätsmedizin Greifswald erhalten insgesamt 10 Millionen Euro.

„Die Medizininformatik unterstützt die konsequente Digitalisierung unseres Universitätsklinikums im Interesse unserer Patienten. Sie schafft damit die Grundlage für eine bessere Diagnostik und Therapie und eine innovative Versorgungsforschung mit realen Behandlungsdaten. Die Universitätsmedizin Greifswald richtet derzeit eine neue Professur für Medizininformatik ein. Diese Förderung belegt das erhebliche Potenzial für den Standort“, so Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald.

Die share-it! Partner engagieren sich besonders für die angemessene Information und informierte Einwilligung der Patienten und den optimalen Schutz aller personenbezogenen Daten in unabhängigen Treuhandstellen. Weitere Schwerpunkte der Partner sind die Digitalisierung klinischer Prozesse, die technische und semantische Interoperabilität sowie die Integration von Biobanken und Abrechnungsdaten der Krankenkassen.
An den einzelnen Standorten sollen Datenintegrationszentren aufgebaut werden, die effektiv die Datennutzung am eigenen Standort und über Standortgrenzen hinweg ermöglichen. Versorgungsnahe Anwendungen (sogenannte Use Cases) im Bereich der Antibiotikatherapie und der Früherkennung von Komplikationen in der Intensivmedizin sollen den konkreten Nutzen für Patienten und Forscher zeigen.
In den kommenden Monaten wird in Abstimmung mit allen geförderten Konsortien der Arbeits- und Zeitplan für die deutschlandweite Umsetzung der Ziele der Medizininformatik-Initiative des BMBF erstellt.

Digitalisierung in der Medizin

Im Zuge der Digitalisierung werden mehr und mehr Versorgungs- und Forschungsdaten in digitaler Form verfügbar und bieten ein großes Potenzial zur Verbesserung von Patientenversorgung und Forschungsmöglichkeiten. Universitätskliniken haben hier eine besondere Verantwortung, denn sie behandeln eine Vielzahl von Patienten mit komplexen Erkrankungen. Diese erfordern zunehmend individuell auf den Patienten zugeschnittene Diagnostiken und Behandlungen auf der Grundlage innovativer Forschung. Eine konsequente Digitalisierung der Universitätskliniken macht die vorhandenen großen Datenmengen nutzbar und schafft so die Voraussetzung für wirksamere Therapien und Spitzenforschung.

Dieses Potenzial wird derzeit jedoch nicht ausgeschöpft, da die Daten in einer Vielzahl von häufig nicht standardisierten klinischen Prozessen erhoben werden und dadurch in heterogenen nicht kompatiblen Datenformaten vorliegen. Daneben werden ethische und rechtliche Fragen zur Zusammenführung und Nutzung der Daten für Patientenversorgung und Forschung aktuell intensiv diskutiert.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.bmbf.de/de/bessere-therapien-dank-medizininformatik-4473.html

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