Dresden. Sachsens Rettungshubschrauber drohen flügellahm zu werden. Zum Jahresende laufen die meisten Verträge des sächsischen Innenministeriums mit den Betreibern der Luftrettungsstationen aus. Kommen neue Vereinbarungen nicht rechtzeitig zustande, bleiben nach Einschätzung des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) die Hubschrauber am Boden.

„Ohne Zahlungsgrundlage können die Krankenkassen die Einsätze nicht weiter finanzieren“, beschreibt die Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen, Silke Heinke, die Situation. Der Betrieb für die Stationen muss nach sieben Jahren Laufzeit neu ausgeschrieben werden. Diese Ausschreibung durch die verantwortliche Landesdirektion lässt auf sich warten.

„Die Krankenkassen haben auf ihr mehrmaliges Drängen bislang keine Zusage erhalten, dass es in der Sache vorangeht“, erklärt die sächsische vdek-Chefin. „Die Ausschreibung muss jetzt kommen. Die Landesverwaltung gefährdet durch einen fehlenden Fahrplan höchst dringende und zeitkritische Rettungseinsätze.“

Der Ersatzkassenverband kalkuliert für das gesamte Vergabeverfahren die Dauer von etwa einem Jahr. Die Anforderungen an Technik und Personal müssten formuliert werden, dann folge die Bewerbungs- und Auswahlphase. Haben die ausgewählten Luftrettungsunternehmen den Zuschlag erhalten, benötigten diese selber noch einige Monate für Vorbereitungen.

Mehrere Lösungen sind denkbar, den Flugbetrieb über den 31.12.2017 hinaus provisorisch aufrechtzuerhalten, so Heinke. „Aber auch hier gilt das Wettbewerbsrecht. Die verschiedenen Anbieter der Flugrettung beobachten das Marktgeschehen sehr genau. Das Problem einfach auszusitzen, wird nicht funktionieren.“

Rettungshubschrauber starten in Sachsen von Stationen in Bautzen, Dresden, Leipzig und Zwickau. 2016 flogen die Luftretter insgesamt 5.600 Einsätze.

Autor: Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen