Stuttgart. Wie können innenstadtnahe Parkräume effektiv und nachhaltig genutzt werden? Im Verbundprojekt »Park_up« arbeitet das Fraunhofer IAO gemeinsam mit Projektpartnern an Lösungsstrategien. Dabei sollen digitale Nutzungskonzepte entwickelt werden, die urbane Verkehrs- und Logistikflüsse verbessern und damit Bürger und Umwelt entlasten.

Ausreichend Parkraum bieten und diesen sinnvoll nutzen – für Städte eine ständige Herausforderung. Das Verbundprojekt »Park_up« entwickelt neue, digitale Nutzungskonzepte für Stellflächen in Parkhäusern zu Zeiten mit schwacher Auslastung. Sowohl für Autofahrer als auch Logistikunternehmen sollen freie Stellplätze in Parkhäusern an Attraktivität gewinnen und effizienter genutzt werden. Neben der Logistik ist das Ziel, ein parkhausübergreifendes Mobilitätsmanagement zu gestalten.

»Die Art und Weise, wie innenstadtnahe Parkierungsflächen bereitgestellt und genutzt werden, wird sich in den kommenden Jahren fundamental verändern. Denn der Wert der Parkierungsflächen orientiert sich künftig viel stärker am Nutzungsverhalten und an den jeweiligen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel dem Verkehrsaufkommen. Im Projekt »Park_up« werden solche alternativen Nutzungskonzepte schon heute pilothaft entwickelt und umgesetzt«, erklärt Dr. Bernd Bienzeisler, Projektleiter am Fraunhofer IAO. Zum Beispiel soll eine Park-App, die vom Projektpartner evopark entwickelt wird, dafür sorgen, dass die Preisgestaltung von Parkhausbetrieben flexibler und kundenfreundlicher wird. Bei freien Stellplätzen kann dem Autofahrer so ein vergünstigter Parkplatz angeboten werden, den er bargeldlos bezahlen kann.

Parkhäuser sollen zudem nicht allein dem Abstellen von Fahrzeugen dienen, sondern in Zeiten schwacher Auslastung, wie zum Beispiel nachts, für eine alternative Nutzung geöffnet werden. Freie Flächen sind insbesondere für Logistikunternehmen wertvoll. Parkflächen können als flexible »Logistik-Hubs« genutzt werden, auf denen Ware zwischengelagert wird, die dann über ökologisch nachhaltige Zustellpfade, etwa durch elektrisch betriebene Lastenräder, an den Endkunden zugestellt wird.

Zunächst werden die Nutzungskonzepte in einem Pilotprojekt am Standort Stuttgart umgesetzt. Künftig sollen Städte deutschlandweit von den Forschungsergebnissen profitieren. Das Fraunhofer IAO begleitet das Projekt von wissenschaftlicher Seite und wird vor allem die methodischen und konzeptionellen Grundlagen für die Projektumsetzung erarbeiten, etwa in Form einer systematischen Analyse von stadträumlichen Anforderungen.

Zum Verbundkonsortium gehören neben dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO die Start-ups evopark GmbH und veloCARRIER GmbH. Projektträger ist der TÜV Rheinland, die Projektleitung übernimmt evopark. Das Projekt ist auf 30 Monate im Zeitraum Juli 2017 bis Dezember 2019 festgesetzt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat eine Fördersumme in Höhe von 2,02 Millionen Euro für das Verbundprojekt »Park_up« bewilligt.

Autorin: Juliane Segedi, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart.

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