Grabungen an der Georgsgasse erfolgreich abgeschlossen

Erfurt. Bevor das gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) aus Frankfurt am Main die letzte große Brachfläche im Erfurter Andreasviertel bebauen kann, mussten zunächst umfangreiche archäologische Grabungen an der Georgsgasse in der Erfurter Altstadt durchgeführt werden. Der bei den Grabungen freigelegte romanische Keller wurde als Bodendenkmal unter Schutz gestellt und musste gemäß den Anforderungen des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie erhalten und in das Freiflächenkonzept integriert werden. Die ursprüngliche Zielstellung, Wohnungen in einem für Neubauten preiswerten Mietsegment anzubieten, musste deshalb aus wirtschaftlichen Gründen vom Vorhabenträger aufgegeben werden. Geplant sind nunmehr Eigentumswohnungen im gehobenen Marktsegment mit je einem Tiefgaragenstellplatz.

Im Rahmen der Grabungen wurde zunächst der Kellerkomplex inklusive eines sehr alten und gut erhaltenden romanischen Kellers aus dem 12./13. Jahrhundert gefunden. Darüber hinaus wurden aber auch noch viele andere wertvolle archäologische Schätze aus verschiedenen Zeitebenen entdeckt. Die Dichte an Funden hat alles übertroffen, was bislang in der Stadt geborgen wurde. Jetzt wurden die Grabungen in der Georgsgasse abgeschlossen und das Grundstück für den Investor freigegeben.

Das archäologische Team des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie wird sich noch intensiv mit der Ausarbeitung der insgesamt 1.641 Befunde beschäftigen. Darunter befindet sich auch eine Kreuzfibel aus dem siebten bis neunten Jahrhundert, eine Bronzefibel aus dem zweiten und eine bronzene Gewandspange aus dem fünften Jahrhundert.

Dr. Urs Warweg, SPD-Stadtrat und Mitglied im Ausschuss für Bau und Verkehr, freut sich über die großartigen archäologischen Funde in der Georgsgasse:

„Wenngleich dadurch die Baukosten gestiegen sind und nun Eigentumswohnungen entstehen, ist es dennoch erfreulich, dass die Brachfläche in der Altstadt bebaut werden kann und vor allem, dass hier so viele und wertvolle Funde aus ganz verschiedenen Zeiten geborgen wurden und für unsere Stadtgeschichte dokumentiert, bewahrt und erhalten werden können. Die Grabungen sind ein großer Gewinn für unsere geschichtsträchtige Stadt Erfurt.“

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