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Umweltstaatssekretär Möller: Gen-Analyse bestätigt Schafe im Jonastal fielen Wolf zum Opfer
Ministerium sichert Schafhalter schnelle Entschädigung zu

Erfurt. Eine Analyse des Genmaterials an den vor zehn Tagen gerissenen Schafen im Jonastal, Gemeinde Gossel, bestätigt den Wolf als Verursacher.
Die Untersuchungen der an den Bisswunden gewonnenen Speichelreste durch das Senckenberg-Institut Gelnhausen konnten vier Proben zweifelsfrei dem Wolf zuordnen. Zwei weitere Proben konnten nicht bestimmt werden.

„Das Umweltministerium hat den betroffenen Schafhalter über die Ergebnisse informiert. Die eindeutige Analyse ermöglicht es uns nun, ihn schnell und unkompliziert zu unterstützen. Nach geltender Richtlinie erhält er den Ersatz für den Schaden der getöteten Tiere, die Sachschäden, Tierarztkosten und Kosten für die Tierkörperbeseitigung. Die Voraussetzung zur Entschädigung liegt mit Installation anerkannter Schutzmaßnahmen vor“, so Umweltstaatssekretär Olaf Möller.

Die betroffene Weide liegt im Wolfsgebiet Ohrdruf. Ob der Angriff von der auf dem Truppenübungsplatz beheimateten Wölfin oder einem anderen Tier ausging, ist derzeit noch unklar.

Insgesamt starben bei der Bissattacke am vorvergangenen Sonntag elf Tiere, ein weiteres gilt noch immer als vermisst. Die restlichen 40 Schafe der Herde kamen mit dem Schrecken davon.


Hintergrund

Noch vor Sichtung des ersten Wolfs Ende 2013 in der Nähe von Jena hatte Thüringen einen Managementplan Wolf erarbeitet. Zum 01.06.2015 wurde das erste Wolfsgebiet in Thüringen ausgewiesen. Es umfasst einen Radius von 30 Kilometern rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf.

Im Wolfsgebiet können Schutz- und Präventionsmaßnahmen von Tierhaltern zu 75 Prozent gefördert werden. Förderfähig sind unter anderem Netzzäune mit Weidezaungeräten, ein Untergrabungsschutz bestehender Zäune, Breitbandlitzen an den Zäunen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden. Das Umweltministerium erließ für die Förderung von Präventionsmaßnahmen und für die Schadensregulierung eigens eine Richtlinie. Diese kann auf der Homepage des Umweltministeriums unter http://www.thueringen.de/th8/tmuen/naturschutz/wolf-luchs/index.aspx abgerufen werden.