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Erfurt. Der frühere VS-Chef in Thüringen, Helmut Roewer, hat keine Hemmungen mehr, sich mit Holocaustleugnern und Neonazis gemein zu machen. So kündigt der neonazistische Verein „Gedächtnisstätte“ einen Vortrag von Roewer mit dem Titel „Der Verfassungsschutz und das Verschwinden des Rechtsstaates“ in seinem Rittergut in Guthmannshausen an. Schon zu seiner sechsjährigen Amtszeit als VS-Chef in Thüringen hatte Roewer die neonazistische Szene verharmlost, aus seiner rechtsoffenen Haltung kein Geheimnis gemacht und wurde dabei vom damaligen Innenminister Richard Dewes (SPD) protegiert.

Die Bundestagsabgeordnete der LINKEN und Sprecherin für antifaschistische Politik, Martina Renner, erklärt:

„Inzwischen ist Roewer offenbar selbst in der Neonazi-Szene angekommen, sein politisches Engagement unter Holocaustleugnern und Neonazis zeigt auch, in welchem Geiste er den Thüringer Verfassungsschutz führte“. Bereits im August 2016 hatte Roewer einen Vortrag bei der „Burschenschaft Normannia in Jena“ gehalten, die für ihre Neonazi-Verbindungen bekannt ist. Nun also dient er sich einem Verein an, der von der mehrfach verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck gegründet worden war, die im August in Gutmannshausen als Rednerin auftritt. Neben ihr wird auch der Gründer des Holocaustleugner-Dachverbands „Europäische Aktion“ (EA) als Referent angekündigt. Gegen Personen dieser Organisation in Thüringen wird momentan wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt, weil sie bewaffnete Trainingscamps in Südthüringen organisiert haben sollen. Die EA propagiert den „Volksaufstand“ mit angeblichem „Recht auf Notwehr und Selbstverteidigung“.