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Jena. Mit 0:1 unterliegt der FC Carl Zeiss Jena beim SV Wehen Wiesbaden und kehrt somit zum Saisonauftakt der 3. Liga ohne Punkte zurück.

Exakt 1904 Tage nach dem letzten Drittligaspiel des FC Carl Zeiss Jena bekam es die Zeiss-Elf beim SV Wehen Wiesbaden mit einem der Liga-Urgesteine zu tun. Für die Hessen steht die nunmehr neunte Saison in der dritthöchsten Spielklasse an, während unser FCC nach fünf langen Jahren der Profifußballabstinenz sich erst einmal wieder an die 3. Liga gewöhnen muss, um sich letztlich in ihr zu etablieren.

Die Voraussetzungen dafür waren in Wiesbaden nicht ideal. Schließlich fehlten mit Manfred Starke, Sören Eismann und Niclas Erlbeck gleich drei Säulen des Jenaer Spiels der Vorsaison. Immerhin konnte sich Firat Sucsuz wieder zurückmelden und die Reise nach Wiesbaden antreten. Und tatsächlich sollten die 2.753 Zuschauer in der BRITA-Arena zunächst ein Spiel auf Augenhöhe sehen – sehr zur Freude der etwa 1.000 sangesfreudigen Jenaer Schlachtenbummler, die in Wiesbaden mehr als nur Drittligatauglichkeit bewiesen.

Auf dem Feld, das kurz vor Anpfiff noch eine kräftige Regendusche abbekam, standen sich in den ersten dreißig Minuten zwei Teams gegenüber, die sich weitestgehend neutralisierten. Jena hatte sogar mehr Ballbesitz. Was jedoch ausblieb, waren Torchancen – auf beiden Seiten. Doch dann legten die Hessen ihre anfänglich abwartende Haltung ab und nahmen das Heft des Handelns mehr und mehr in die Hand. Inmitten dieser Phase dann zwei Möglichkeiten für den FCC. Doch einmal war Maximilian Wolfram nach toller Vorarbeit von Timmy Thiele zu unentschlossen (33.), und kurz darauf war es Wiesbadens Schlussmann Kolke, der einen Schlenzer Wolframs nach einem Jenaer Eckball aus dem Eck fischte (34.). Nun ging es hin und her. Wiesbadens Urgestein Mintzel – wohl der auffälligste Akteur dieses Spiels – passte scharf in Jenas Strafraum, wo Kühne nur knapp mit dem Kopf verpasste (35.). Kurz vor Ende der Halbzeit wieder eine Schrecksekunde für die Jenaer, als nach einer wiederholt scharfen Hereingabe von links in den Jenaer Sechzehner gleich zwei Wiesbadener am langen Pfosten die Vorlage verpassten (45.). Doch noch immer warteten die Zeiss-Fans vergeblich auf den Halbzeitpfiff. Es gab nochmals Freistoß für die Hausherren, den Mintzel aus etwa 40 Metern Torentfernung hinter die Jenaer Abwehrkette schlug, wo Sören Reddemann völlig freistehend aus etwa fünf Metern Torentfernung keine Mühe hatte und zur zwar aufgrund des Zeitpunkts glücklichen aber unterm Strich verdienten 1:0 Führung für Wehen Wiesbaden volley einnetzte (45.).

Der Treffer sollte über die Halbzeitpause hinaus Wirkung zeigen. Die Wiesbadener kamen deutlich besser aus den Katakomben und kamen gleich zu guten, ja hochkarätigen Möglichkeiten.Wieder war es Mintzel, der sich bis zur Grundlinie durchsetzte und mustergültig den Ball in den Rückraum legte – doch sein Mitspieler Müller verfehlte Jenas Kasten (49.). Zwei Minuten hatte wieder Müller das 2:0 für sein team auf dem Fuß – doch wieder verzog er knapp. (51.). Der SV Wehen Wiesbaden war deutlich torgefährlicher – weil unkomplizierter und direkter – als der FCC, dem im Spiel nach vorn ohne Durchschlagskraft blieb.

FCC-Trainer Mark Zimmermann reagierte und stellte nach einer knappen Stunde auf ein 4-4-2 um und brachte Florian Dietz (er kam für Sucsuz) als Unterstützung für Timmy Thiele ins Spiel. Am Bild des Spiels sollte dies jedoch zunächst nichts ändern. Wieder war es Mintzel, der Raphael Koczor, nachdem er die Jenaer Hintermannschaft düpiert hat, mit einem Schuss aus etwa 11 Metern Entfernung prüfte (65.). Wiesbadesn Führung war längst hochverdient und hätte durchaus höher ausfallen könne – wenn nicht sogar müssen.

In der Schlussviertelstunde wurde der FCC mutiger – nicht zuletzt durch die Hereinnahme von Davud Tuma, der auf der linken Seite für Belebung sorgte. Ihm bot sich nach schöner Einzelaktion auch die Chance für einen der wenigen Jenaer Abschlüsse. Statt des Zuspiels auf den mitgelaufenen Cros, entschied sich Tuma selbst abzuschließen. Doch sein Schuss ging deutlich über den Wiesbadener Kasten (87.). In der Nachspielzeit dann nochmals Aufregung als Wiesbadens Dams den Ball auf der Strafraumgrenze klar mit der Hand spielte – aber Schiedsrichter Marco Fritz entschied auf Freistoß für die Gastgeber. Am Ende blieb es beim zwar knappen aber unter dem Strich – auch wegen des Mehrs an Chancen für die Hausherren – verdienten Sieg des SV Wehen Wiesbaden. Das sahen auch die beiden Trainer so.

Trainerstimmen

Mark Zimmermann (FC Carl Zeiss Jena): „Das ist die 3. Liga. Am Ende ist das eine sehr bittere Niederlage. Wir haben die erste halbe Stunde sehr gut dagegen gehalten, haben uns dann den Schneid abkaufen lassen. Wehen hat dann in der zweiten Halbzeit den Sack nicht zugemacht. Wir haben zum Schluss noch einmal alles mobilisiert, aber es hat der Mut gefehlt, am Ende einen glücklichen Punkt mitzunehmen. Mit der Leistung der Mannschaft bin ich trotz der Niederlage zufrieden.“

Rüdiger Rehm (SV Wehen Wiesbaden): „Die erste halbe Stunde ist nicht viel gegangen. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Uns hat vor allem die Sicherheit im Passspiel gefehlt. Jena hat den Raum sehr eng gemacht. Glücklicherweise hat dann ein Standard die Dose geöffnet. In der zweiten Halbzeit mussten wir den Deckel mit dem 2:0 draufmachen. Da wir das nicht gemacht haben, wurde es zum Ende ein Zitterspiel. Wir haben trotzdem wenig zugelassen. Der Sieg am Ende ist verdient. Aber wir müssen und können besser.“

Tore

1:0 Reddemann (45.)

Zuschauer

2.753

Aufstellungen

Jena: Koczor – Kühne (69. Tuma), Grösch , Slamar , Cros – Eckardt , Löhmannsröben – Bock, Wolfram (75. Weiß), Sucsuz (59. Dietz) – Thiele

Wehen Wiesbaden: Kolke – Mrowca, Mockenhaupt, Dams ,Reddemann – Funk, Andrich (83. Lorch) – Müller (76. Andrist), Mintzel – Blacha (67. Diawusie), Schäffler

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