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Erfurt. Nach einem viermonatigen Stipendiatenaufenthalt in der Landeshauptstadt Erfurt kehrt Luo Lingyuan Ende des Monats zurück in ihre Wahlheimat Berlin. „Ich mache dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich freue ich mich auf mein Zuhause und vor allem auf meine Tochter, die in Berlin studiert. Aber Erfurt ist wie eine Schale voller Perlen, und ich habe noch längst nicht alle gesehen“, so Frau Luo im Gespräch mit Dr. Eberhard Kusber, dem Direktor der Stadt- und Regionalbibliothek, am 13. Juli 2017.

Mit Scharfsinn und Witz war Luo Lingyuan in der Stadt unterwegs, hat interessante freundliche Menschen kennengelernt, Thüringer Klöße lieben gelernt und in zahlreichen Veranstaltungen ihre Werke vorgestellt. Ihre Lesungen und Gesprächsrunden waren immer gut besucht, denn spannend erzählt sie von ihrer Heimat China, den Veränderungen im Land, ihrem Ankommen und den Hürden, die sie überwinden musste, als sie vor über 20 Jahren nach Deutschland kam. Gespräche mit ihr machen Lust auf mehr, auf ihre Literatur, die sehr ernst und drastisch, aber auch sehr humorvoll sein kann. „Ich ändere meinen Schreibstil, wie es zum Thema passt“, sagt sie von sich.

In ihren Kolumnen in der Thüringer Allgemeinen und im Online-Tagebuch, zu lesen auf www.erfurt.de, beschreibt sie charmant ihre Begegnungen, Lieblingsorte in der Stadt, aber auch den Blick einer „Ortsunkundigen“, die mit fehlenden Ausschilderungen manche Orte vergeblich sucht. “Ich werde Erfurt vermissen und freue mich, mein Buch, das ich hier weiter schreiben durfte, in dieser schönen Stadt erstmalig vorstellen zu können“, sagte Frau Luo beim Abschiedskaffee mit Kulturdirektor Dr. Tobias J. Knoblich. Wir können gespannt sein, hat sie doch einen Protagonisten ihrer neuen Geschichte nun auch nach Erfurt fahren lassen.

„Unser Stipendium gibt Schriftstellern die Freiheit, für eine gewisse Zeit ihrem Schaffen in Ruhe nachgehen zu können und mit neuen Menschen und Orten in Kontakt zu treten. Aber wir nehmen natürlich auch Einfluss auf die Literatur, die entsteht, wenn auch auf subtile und indirekte Weise. Wunderbar ist es zudem – und eine Werbung für unsere Stadt und ihre Kulturpolitik –, wenn auf dem Umschlag eines Buches dann steht: ‚Die Autorin war Stadtschreiberin in Erfurt‘, wie ich es auf dem aktuellen Buch von Katharina Bendixen lesen konnte“, so Knoblich.

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