www.pixabay.com, Lizenz: CC0 Public Domain
ANZEIGE

3.090 Verfahren zur Einschätzungen der Gefährdung des Kindeswohls 2016
Erfurt. Im Jahr 2016 wurden den Thüringer Jugendämtern in 3 090 Fällen gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung*) bekannt. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, war das im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 39 Gefährdungseinschätzungen bzw. 1,3 Prozent. Darunter wurden 2016 bei 1.525 Mädchen (49,4 Prozent) Gefährdungseinschätzungen des Kindeswohls durchgeführt.
Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzungen wurden durch die Fachkräfte 365 akute (11,8 Prozent) und 421 latente Kindeswohlgefährdungen (13,6 Prozent) festgestellt. In 2.304 Fällen (74,6 Prozent) kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorlag. Jedoch bestand in nahezu zwei Dritteln dieser Fälle (1.464 Verfahren) Hilfe- bzw. Unterstützungsbedarf.

Die häufigste Form der Kindeswohlgefährdung sind Anzeichen für Vernachlässigung, die in 567 Fällen im Rahmen der Gefährdungseinschätzung festgestellt wurden. Anzeichen für psychische Misshandlungen zeigten sich in 166 Fällen, Anzeichen für körperliche Misshandlungen in 163 Fällen und in 27 Fällen wurden durch die Fachkräfte Anzeichen für sexuelle Gewalt ermittelt.

ANZEIGE

Mit 854 Kindern, für die ein Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt wurde, war etwas mehr als ein Viertel (27,6 Prozent) noch keine drei Jahre alt, wobei 322 von ihnen das erste Lebensjahr noch nicht vollendet hatten. Bei den unter Drei-Jährigen lag bei 69,8 Prozent eine Kindeswohlgefährdung vor oder es bestand Unterstützungsbedarf, darunter 236 Kinder unter einem Jahr. In 638 Fällen der Drei- bis unter Sechs-Jährigen lagen Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung vor. Bei 462 von ihnen wurde eine Kindeswohlgefährdung oder Hilfebe- darf festgestellt. Weitere 670 betroffene Kinder befanden sich im Alter von 6 bis unter 10 Jahren und 928 im Alter von 10 bis unter 18.

Hinweise für eine Kindeswohlgefährdung erhielten die Jugendämter in 528 Fällen von der Polizei, dem Gericht bzw. der Staatsanwaltschaft (17,1 Prozent). Weitere 444 Initiativen gingen von anonymen Meldern (14,4 Prozent) aus und in 398 Fällen (12,9 Prozent) waren es Bekannte oder Nachbarn.


*) Verfahren zur Einschätzung des Kindeswohls gemäß § 8a Abs. 1 SGB VIII

Weitere Informationen zum Thema Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls auf Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise finden Sie in den Tabellen im Internetangebot des Thüringer Landesamtes für Statistik.

ANZEIGE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here