Grenze des Erträglichen erreicht

Jena. Der Fahrgastverband PRO BAHN Thüringen reagiert mit Unverständnis und Verärgerung auf die andauernden Zugausfälle auf den Linien des sogenannten Saale-Thüringen-Südharz-Netzes (STS). Zum STS gehören zum Beispiel der Stadtexpress Saalfeld – Leipzig (SE 15) oder der Regionalexpress Leipzig – Erfurt (RE 17). Ursache für die Ausfälle ist Personalmangel beim verantwortlichen Betreiber Abellio Rail Mitteldeutschland.

Besonders ärgerlich ist, dass Informationen über ausfallende Züge von Abellio häufig nicht an die Deutsche Bahn (DB) weitergeleitet werden, wodurch die wartenden Fahrgäste weder über die häufig genutzte Fahrplanauskunft der DB noch am Bahnsteig Informationen über den Ausfall erhalten. Zudem scheint es Abellio generell nicht für notwendig zu halten, Ersatzverkehre zu bestellen.

„Es ist schon unverständlich, dass überhaupt Personalengpässe auftreten“, so Olaf Behr, Vorsitzender von Pro Bahn Thüringen. „Dass dieser Zustand bei Abellio nun aber bereits seit Wochen anhält, und dass es Abellio nicht für nötig hält, wenigstens für eine verlässliche Information seiner Fahrgäste und für Ersatzverkehre zu sorgen, ist nicht akzeptabel.“

Im Saaletal zwischen Saalfeld, Jena und Naumburg ist die Situation besonders kritisch. Wegen einer Baustelle verkehren hier derzeit weder der ICE noch der Franken-Thüringen-Express (FTX), so dass die stündlichen Abellio-Züge das einzige Zugangebot sind, auf das sich alle Fahrgäste verteilen müssen. „Die Züge sind in einigen Lagen wegen des ersatzlosen Ausfalls der ICE und des FTX sowieso schon hoffnungslos überfüllt. Wenn diese letzten verbleibenden Züge dann auch noch regelmäßig ausfallen, ohne dass die Fahrgäste informiert werden und ein Ersatzverkehr einspringt, ist die Grenze des Erträglichen endgültig überschritten,“ so Behr. „Wir fordern das Unternehmen und die verantwortlichen Aufgabenträger auf, umgehend für Abhilfe zu sorgen.“

Informationen zu Pro Bahn
Pro Bahn ist ein gemeinnütziger Verbraucherverband für die Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus. Er ist deutschlandweit tätig und als Bundesverband mit Landes- und Regionalverbänden organisiert.