Die Jenaer Straßenreinigung testet derzeit zwei Müllkörbe am Leutragraben. Einer steht auf dem Johannisplatz, Ecke Krautgasse, der zweite vor einem beliebten Schnellrestaurant. Die High-Tech-Modelle sollen dabei helfen, Unrat, Speisereste und Ähnliches angenehm aus dem Sicht- und Geruchsbereich der empfindlichen Jenaer und deren Gäste zu entheben.

Doch es verbirgt sich nicht nur eine solarbetriebene Presse im Inneren der neuen „Papierkörbe“, nein, beide sind tatsächlich mit Laseroptik aus dem Hause eines Jenaer Unternehmens ausgestattet. Während in der Landeshauptstadt nur ein klobiger Anhänger unscharfe Fotos von zu forschen Kraftfahrern macht, geht man in der Optik-Stadt andere, ästhetischere Wege.

Vor zwei Gefahrenbereichen – dem Schnellrestaurant und dem Zugang von Innenstadt und Innenstadt-Campus sowie dem beliebten Johannisplatz mit angrenzender, bald wieder intakter Kneipengasse hat der Eigenbetrieb KSJ die hochmodernen Abfallbehältnisse gegen alte Vorgängermodelle ausgetauscht. „Die ausgemusterten Papierkörbe entsprachen zwar der Formatio Jenensis, aber eben nicht mehr den Bedürfnissen eines modernen Betriebes“, so ein Sprecher des kommunalen Betriebes. Dabei ist die Rechnung einfach: Ein Papierkorb kostet Geld, steht bestenfalls dekorativ in der Gegend, hat aber sonst keinen finanziellen Nutzen. Die Idee, zwei Hybrid-Modelle anzuschaffen, war geboren. Während Fußgänger ihren Abfall sicher entsorgen können, sorgt gleichsam der Mülleimer durch „Blitzen“ für die Sicherheit der Fußgänger. „Das ist genial“, äußert sich euphorisch der Sprecher.

Die Standorte der stationären „Blitzer“ in der Stadt sind allgemein bekannt. Viel weniger Kraftfahrer fahren an diesen Stellen – die Einnahmen der Stadt sinken dadurch.

„Es gibt einen deutlichen Rückgang bei den Fallzahlen von Geschwindigkeitsmessungen an stationären Geschwindigkeitsmessanlagen. Diese sind mit einem Einnahmerückgang von ca. 241.000 Euro allein im 1. Quartal verbunden. Die Messstandorte sind zunehmend bekannt. Daher ist im Falle einer Fortsetzung dieser Tendenz nicht von einer Erreichung des Planansatzes zum Jahresende auszugehen.“ (Zitat aus dem Reporting des Dezernates Finanzen, Sicherheit und Bürgerservice sowie HPB 6 zum 31.03.2017 (Quartalsbericht 1/2017) – 17/1349-BE –, Anlage 1)

Schrittweise sollen alle Papierkörbe an den Straßen mit der Messtechnik ausgestattet werden. Damit will die Stadt künftigen Einnahmeverlusten entgegen wirken. Einige Kommunen haben bereits Interesse am „Jenaer Blitzbehälter“ bekundet. Lizenzverhandlungen sind bereits angeschoben.