Jena. Am kommenden Sonntag enden zwei Ausstellungen, die in den vergangenen Wochen für viel Besuch, interessante Gespräche und auch für einige Diskussionen sorgten. Die Werke beider Künstler sind formal und inhaltlich sehr verschieden und spiegeln verschiedene Horizonte und Zeiten.

Am 10. August, 20 Uhr findet zu Roger Ballen das letzte „Kunststück am Donnerstag“ mit einer Sonderführung statt: Roger Ballen – Asylum of the birds.

Die umfangreichste Folge der Ausstellung, Asylum of the Birds, handelt in den Rand­bezirken von Johannesburg, an einem Ort, wo Ausgegrenzte leben und Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse ineinander verschwim­men. Umschwirrt von tausenden Vögeln gleicht das Areal einem Universum, das den Blick auf existenzielle Abgründe so bild­gewaltig offen legt, als hätte hier Samuel Beckett Goyas Caprichos inszeniert.

Roger Ballen wird 1950 in New York geboren, studiert Psychologie, Geologie und Bergbau und siedelt 1982 nach Johannesburg in Südafrika über. Ballen fotografiert den „Irrsinn“ menschlicher Existenz mit all seinen Höhen und Tiefen – und er fotografiert dort, wo man normalerweise nicht hinkommt. Die Ausstellung zeigt 67 Fotos und 5 Videos.

Der „Chronist“ und „Bildermacher“ Wolfgang Mattheuer wäre am 7. April 90 Jahre alt geworden und zählt zu den bekanntesten Künstlern Deutschlands in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Mattheuer hat den Expressionismus verinnerlicht, sein Ausdruck ist sachlich und tastet die Bedingtheiten seines Lebens und Erlebens ab. Unsere Ausstellung zeigt mit 100 Arbeiten die immense Vielfalt seines zeichnerischen Werkes.

Für die Förderung der Ausstellungen danken wir der Thüringer Staatskanzlei. Für die Bereitstellung der Leihgaben danken wir Roger Ballen, der Galerie Karsten Greve (Köln/Paris/St. Moritz) und der Sammlung Peter Mathar.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns und unsere Ausstellungen besuchen.

Mit freundlichen Grüßen, Erik Stephan.