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Nie wieder Männer, die sich in den Büschen auf der Rasenmühleninsel erleichtern. Nie wieder prügelnde Jugendliche. Endlich sicher durchs Paradies. Das liegt nicht am Alkoholverbot im Volkspark – dieses gibt es nämlich nicht – sondern an Hinweistafeln an den Eingängen zum beliebten Park.

Ab 22:00 Uhr darf man nicht mehr laut sein, man muss den Müll fein säuberlich in die (nur manchmal überfüllten) Abfallbehälter werden, Hunde sind an der Leine zu führen, offenes Feuer, Urinieren im Stehen und sorgloser Umgang mit Drogen sind verboten.

Erlaubt sind weiterhin das Reiten im Volkspark (war in der Zeit der Herzöge verboten) sowie das Nacktsein (im Paradies eine Selbstverständlichkeit) und übermäßiger Alkoholkonsum (an der Wasserachse entlang gab es ein striktes Alkoholverbot).

Das investierte Geld in die Schilder soll sich bald bezahlt machen in Ruhe und Ordnung im beliebten Park. Ab heute soll zudem auch die Toilette wieder benutzbar sein. Mehrere Mitarbeiter vom Kommunalservice waren bemüht, die Gitteranlage am Eingang wieder zu öffnen.

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Ende Juni(!) wurde der Kassenautomat aufgebrochen und ein Reparaturauftrag ausgelöst. Gibt es in der Stadt mit einer Fachhochschule denn keine Ingenieure oder Handwerker, die weniger problematische Anlagen entwickeln, bauen und warten können?

Warum allerdings die gesamte, nicht vom Vandalismus betroffene Anlage geschlossen wurde, bleibt unverständlich. Immerhin blieb dem Kommunalservice genug Zeit, eine Hinweistafel anfertigen zu lassen und anzubringen.

Auch, warum eine solche wichtige sanitäre Einrichtung (Damen- und Herrentoilette sowie Baby-Wickeltische) über sieben Wochen – und zwar mitten in der Hochsaison – geschlossen blieb, ist keine Art, wie man mit den Menschen in der Stadt Jena umgehen sollte. Provoziert der Kommunalservice damit nicht auch das Wildpinkeln?

Auch die Fassade bliebe unversehrt, wäre diese begrünt. Demnächst sollen Jugendliche dann mit offiziellem Auftrag die verunzierte Fassade durch Graffiti verschönern dürfen.

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